Kaiser-Wilhelm-Turm: Panoramaansicht aus dem Jahr 1890 wiederentdeckt

Marburg 2.12.2018 (pm/red) Turm-BesucherInnen des  können sich jetzt orientieren. Die 2005 gefundene, handgemalte und aus dem Eröffnungsjahr des Kaiser-Wilhelm-Turmes stammende Rundumsichtskarte, wurde von Lutz Götzfried überarbeitet und am 1. Advent 2018 im TurmCafé veröffentlicht. In …

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Gutenberg bleibt und Cyberspace mag kommen

Marburg 16.9.2010 (yb) Es ist wohltuend, manchmal rauszukommen aus gewohnten Gefilden. Sei es aus der recht vielgestaltigen Lahn- und Universitätsstadt Marburg. Der Weg führte mich in den Burgwald, eigentlich nur an den Rand desselben. Das Bioenergiedorf Oberrosphe, seit langem schon zur Stadt Wetter eingemeindet, war Ziel eines Besuches, bei dem es thematisch um Bioenergie und Energieversorung gegangen ist. Dazu kommt später Berichterstattung. Ein kurzer Weg um die Ecke genügte für eine Entdeckung. Oder ist es besser von einem Aha-Erlebnis zu sprechen. Was ich meine, ist ein Gebäude. Ein bemerkenswert kleines Gebäude, in Größe und Gestalt einer Garage.

Dabei dient dieses sehr kleine Haus dem alleinigen Zweck Bücher zu bewahren und sie den Oberrosphern zugänglich zu machen. Dies wird jedem sofort klar, der das Gebäude mit seiner originellen Beschriftung wahrnimmt. Es ist die Dorf-Bibliothek – in Oberrosphe einfallsreich und zutreffend Bücherhäuschen genannt. Nach vielen Worten jetzt ein Foto.

So ganz wollte ich nicht glauben, was der Anblick eröffnete und ich nicht so recht zu denken mich traute. Hingehen und nachsehen, nichts leichter als das. Es wird nicht überraschen und wäre wohl nicht in Oberrosphe, Das, was draufsteht, ist auch drin. Bücher bis unter die Decke. Der Blick durch das unverstellte Fenster offenbart, es handelt sich tatsächlich um eine Leihbücherei– so hat man seinerzeit derartige Einrichtungen zur Hebung der Bildung des gemeinen Volkes genannt.

Bei der erwähnten Veranstaltung wurde neben dem Thema Energieversorgung auch über die Frage einer leistungsfähigen Versorgung mit Internetzugang gesprochen. Dafür sollen dort zukünftig Glasfaserleitungen verlegt werden. Natürlich kennen sie im Burgwald das Internet , nutzen es und wollen schnellere Verbindungen. Cyberspace kommt also auch nach Oberrosphe. Damit die Menschen dort weiter und auf der Höhe der Zeit leben und arbeiten können.

Doch offenbar kann es Koexistenz geben. Dort wird gelesen. Dafür können Bücher ausgeliehen werden und es gibt dieses wunderbare Kulturhaus mit Mosaikbeschriftung und dem unübersehbaren blauen i über dem Eingang. Mich hat dies überrascht und erfreut und so habe ich diese Geschichte geschrieben, wissend dass andere längst auf den Bericht von der Veranstaltung warten. Sollen sie doch warten und erst einmal dies hier lesen.

Das Bücherhäuschen von Oberrosphe gefällt mir. Es hat etwas kollossal Beruhigendes. Gutenberg wird bleiben. Einen besseren Beweis dafür kann es kaum geben.

Übrigens: Das Bücherhäuschen ist jeden Tag geöffnet und für jeden zugänglich.