Von der Vormundschaft zum selbstbestimmten Betreuungsverhältnis: Informationen zur Entwicklung des Betreuungsrechts

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Ausstellung im Haus der Romantik: 200 Jahre Deutsche Sagen der Brüder Grimm

Viel Interesse gab es zur Ausstellungseröffnung im Marburger Haus der Romantik, wo bis Februar 2017 die Sagen der Brüder Grimm präsentiert werden. Sternbald-Foto Hartwig Bambey

Viel Interesse gab es zur Ausstellungseröffnung im Marburger Haus der Romantik, wo bis Februar 2017 die Sagen der Brüder Grimm präsentiert werden. Sternbald-Foto Hartwig Bambey

Marburg 29.9.2016 (yb) Die Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm sind 1813 und 185 erstmals erschienen. Weniger verbreitet und bekannt sind die zwischen 1816 und 1818 erschienen zwei Bände der Sammlung ‚Brüder Grimm – Deutsche Sagen‘. Sie wurden gesammelt und herausgegeben von Jacob und Wilhelm Grimm. Vor diesem Hintergrund präsentiert der Fachdienst Kultur  die Ausstellung ‚Von Teufeln, Riesen und einem weißen Stein – 200 Jahre Deutsche Sagen der Brüder Grimm im Marburger Land‘, die in der vergangenen Woche im überfüllten im Haus der Romantik eröffnet wurde.

deutsche-sagen-dbas0928_0232Karin Stichnothe-Botschafter vom Fachdienst Kultur als Projektverantwortliche und Marguerite Rumpf als Kuratorin haben diese  Ausstellung zusammengetragen. Damit präsentiert sich 200 Jahre nach der Veröffentlichung der beiden Bände Marburg erneut als Grimm-Stadt. Denn hier studierten die Brüder. Indem Sagen häufig einen Bezug zu einem geschehenen Ereignis oder zu einem geografischen Ort haben, zeigt die Ausstellung im Haus der Romantik solche Bezüge im Marburger Land auf.

Dies wird im Titel der Präsentation zum Ausdruck gebracht. ‚Von Teufeln, diesen und einem weißen Stein – 200 Jahre Deutsche Sagen der Brüder Grimm im Marburger Land‘.  Der Frauenberg, der Weiße Stein bei Wehrda oder die Entstehung des Ortes Sarnau sind solche Örtlichkeiten und Hintergründe. Die Burg Weißenstein bei Wehrda, deren Ruine ein Ausflugsziel ist, findet sich im Schwertertanz zu Weißenstein bei den Brüdern Grimm. Die Sage erzählt, wie die Bauern aus Wehrda mit einer List die sie ausbeutenden Burgherren einst besiegten, sie dem Landesherrn übergaben und die eigentlich uneinnehmbare Burg zerstörten.

 

Sagen sind keine Märchen und haben oft lokale Wurzeln, wie Prof. Siegfried Becker im einführungsvortrag veranschaulichte. Sternbald-Foto Hartwig Bambey

Sagen sind keine Märchen und haben oft lokale Wurzeln, wie Prof. Siegfried Becker im Einführungsvortrag veranschaulichte. Sternbald-Foto Hartwig Bambey

In seinem Einführungsvortrag berichtete der Marburger Erzählforscher Prof. Dr. Siegfried Becker, dass die Brüder Grimm 1815 entschieden keinen dritten Märchenband mehr zu veröffentlichen, sondern Sagen zu sammeln. Ihnen sei dabei vor Augen gewesen, dass sie den Erfolg der Märchen nicht wiederholen würden können.

Im Marburger Raum sei der Goßfeldener Pfarrer Johann Heinrich Christian Bang Zuträger für die Brüder Grimms gewesen, so bei der Sage vom Weißen Stein, auf die Becker exemplarisch näher einging. Von der Burg wisse man heute, dass sie aus dem 9. oder 10. Jahrhundert stammt und spätestens im frühen 12. Jahrhundert zerstört wurde, so Becker. Er zeigte auf, dass diese Sage aus hessischen Chronik von Johann Just Winkelmann aus dem 17. Jahrhundert entlehnt sei.

ausstellung-sagen-dbas0928_0229Die Initiatorin der Ausstellung, Karin Stichnothe-Botschafter, hat zur Ausstellung mit Kooperationspartnern Wanderungen, Führungen und Lesungen organisiert, die von Oktober bis Februar 2017 in Marburg und im Marburger Land angeboten werden. Termine und Informationen dazu gibt es online.

Eine Begleitbroschüre gibt vertiefende Informationen mit Textbeiträgen und vielen Illustrationen.

Ausstellung ‚Von Teufeln, Riesen und einem weißen Stein‘
Marburger Haus der Romantik bis 19. Februar 2017
Di – Fr 14 bis 17 Uhr, Sa, So 11 bis 13 u. von 14 bis 17 Uhr