Gießener Papyrus nun UNESCO-Weltdokumentenerbe

Marburg 12.12.2017 (pm/red) Gastbeitrag von Ursula Wöll In der Giessener Universitätsbibliothek weht der Atem der Geschichte, denn sie beherbergt bis zu 3.800 Jahre alte Schriftstücke. Die Papyrus-Sammlung der Giessener Universitätsbibliothek ist die fünftgrößte in Deutschland. …

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Luca Bigazzi erhält den Marburger Kamerapreis 2017

 Luca Bigazzi, Preisträger des Marburger Kamerapreises 2017, bei der Arbeit. Foto Gianni Fiorito

Luca Bigazzi, Preisträger des Marburger Kamerapreises 2017, bei der Arbeit. Foto Gianni Fiorito

Marburg 12.11.2016 (red) An den italienischen Kameramann Luca Bigazzi wird der Marburger Kamerapreis 2017 verliehen. Der 57-Jährige wird der erste italienische Kameramann in der Geschichte des mit 5000 Euro dotierten Preises sein. Die Verleihung ist für den 4. März im Rahmen der Bild-Kunst Kameragespräche in Marburg terminiert. „Luca Bigazzi bewegt sich ebenso virtuos in der Tradition des italienischen Films wie er mühelos mit hoch- und populärkulturellen Bildwelten operiert“, sagte der Medienwissenschaftler Prof. Malte Hagener, der die inhaltliche Leitung des Kamerapreises leistet. Er lobte die Vielseitigkeit und die Experimentierfreudigkeit des Preisträgers, der auch „einer der großen Visionäre und Erneuerer“ sei. „Meisterhaft“ beherrsche er eine breite Palette an Bildsprachen und sei „längst selbst zu einem prägenden Akteur der italienischen und europäischen Filmgeschichte geworden“, urteilte der Beirat, der den Preisträger einstimmig auswählte.

Zudem sei ihm in den kommenden Jahren „eine gewichtige Rolle bei der Herausbildung und Weiterentwicklung einer digitalen Bildsprache zuzutrauen“. Dies unterstrich Rüdiger Laske vom Berufsverband Kinematografie, der zugleich die Marburger Unterstützung für die Kameraarbeit in Europa begrüßte. Von „großem Kino aus Italien“ sprach Hubert Hetsch vom Kammer-Filmkunsttheater. Bigazzi habe viele hervorragende Filme gedreht, die gute Geschichten erzählen.

Der 1958 in Mailand geborene Luca Bigazzi hat nie eine Filmhochschule von innen gesehen. Stattdessen startete er seine Karriere in der Werbebranche, wo er 1977 als Regieassistent für Fernsehspots begann. Seinen Einstieg als Kameramann hatte er unter Regisseur Silvio Soldini mit „Paesaggio con Figure“ (1983). In der Zusammenarbeit mit dem aufstrebenden Regisseur drehte er auch den ersten Film, der in Deutschland bekannt wurde: Die Erfolgskomödie „Brot und Tulpen“ (2000) mit Bruno Ganz in der Hauptrolle wurde neun Mal mit dem bedeutendsten italienischen Filmpreis David di Donatello ausgezeichnet.

Insgesamt hat Bigazzi mehr als 70 Spielfilme verschiedener Genres gedreht. Viele von ihnen wurden für ihre herausragende Bildgestaltung ausgezeichnet. In Deutschland erfolgreich war „Lamerica“, ein Sozialdrama des Regisseurs Gianni Amelio, für das er mit dem Silbernen Band der Berufsvereinigung der italienischen Filmjournalisten geehrt wurde. International bekannt wurde er mit „Die große Schönheit“ von Paolo Sorrentino – der Film gewann 2014 einen Oscar und einen Golden Globe. Für seine Arbeit an Gianni Amelios „So haben wir gelacht“ (1998) sowie an Francesca Archibugis „L’Albero delle Pere“ (1998) wurde er bei den Filmfestspielen in Venedig ausgezeichnet. Preisgekrönt wurde auch der mit Amelio entstandene Film „Die Hausschlüssel“ mit Charlotte Rampling.

Mit dem kürzlich verstorbenen Starregisseur Abbas Kiarostami drehte er „Die Liebesfälscher“ mit Juliette Binoche (2010). Weitere Stars wie Sean Penn, Frances McDormand, Michael Caine, Harvey Keitel und Rachel Weisz standen in den Filmen des italienischen Regisseurs Paolo Sorrentino „Cheyenne – this must be the place“ (2011) und die „Ewige Jugend“ (2015) vor seiner Kamera. Mit Sorrentino drehte er auch Filme wie „Der Göttliche“ (2008) und die kürzlich angelaufene Fernsehserie „Der junge Papst“ mit Jude Law und Diane Keaton in den Hauptrollen. Zudem arbeitete er mit Regisseuren wie Mario Martone, Felice Farina, Michele Placido und Francesca Comencini zusammen.