Gießener Papyrus nun UNESCO-Weltdokumentenerbe

Marburg 12.12.2017 (pm/red) Gastbeitrag von Ursula Wöll In der Giessener Universitätsbibliothek weht der Atem der Geschichte, denn sie beherbergt bis zu 3.800 Jahre alte Schriftstücke. Die Papyrus-Sammlung der Giessener Universitätsbibliothek ist die fünftgrößte in Deutschland. …

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Vortrag am 12. Juni: “Gefangen am Rande Europas: Die griechischen Inseln nach dem EU-Türkei-Abkommen“

Marburg 8.6.2017 (pm/red) Das EU-Türkei-Abkommen wurde als entscheidender Durchbruch zur „Lösung der Flüchtlingskrise“ gefeiert. „Ende gut, alles gut“, erklärte Innenminister de Mazière. Seit dem 18. März 2016 erreichen tatsächlich deutlich weniger Menschen das europäische Festland. Aber zu welchem Preis?

Ein Jahr nach Abschluss des Deals ist die Bilanz katastrophal: Menschen, die in Europa vor Krieg und Verfolgung Schutz suchen, werden auf offenem Meer von der türkischen und griechischen Küstenwache attackiert und häufig auch von griechischen in türkische Gewässer zurückgeschoben. Wer dennoch europäischen Boden erreicht, hat es keineswegs geschafft, sondern findet sich im „Freiluftgefängnis“ der griechischen Inseln wieder. Schutzsuchende müssen dort hinter Stacheldraht in den als Hotspots deklarierten Lagern ausharren, einige schon seit mehr als einem Jahr. In den Lagern mangelt es an Essen, Kleidung, Unterkunft und medizinischer Versorgung. Zudem kommt es immer wieder zu Bränden und einige Asylsuchende sind extremer Polizeigewalt ausgesetzt.

Für viele von ihnen bleiben die Lager der griechischen Inseln der einzige Eindruck Europas, denn seit Einführung des EU-Türkeiabkommens werden auch Menschen mit legitimen Asylgründen von dort zurück in die Türkei gebracht. Auf die meisten Schutzsuchenden wartet dort weitere Inhaftierung und schließlich die Abschiebung in das Herkunftsland, da subsidiärer Schutz nur SyrerInnen zuteilwird. Viele Menschen mit guten Asylchancen brechen daher ihr Asylverfahren auf den griechischen Inseln
ab und entscheiden sich für die sogenannte „freiwillige Rückkehr“ in ihr Herkunftsland, auch wenn sie dort von Verfolgung bedroht sind.

Im Vortrag werden diese Entwicklungen auf den griechischen Inseln seit den Hotspot-Regelungen und dem EU-Türkei-Abkommen nachgezeichnet und es wird aufgezeigt, wie an den Grenzen Europas ein neuer Raum der Entrechtung entstanden ist.

“Gefangen am Rande Europas: Die griechischen Inseln nach dem EU-Türkei-Abkommen“
12. Juni – 18.30 im Hörsaalgebäude, Biegenstraße Raum +/0010