Von der Vormundschaft zum selbstbestimmten Betreuungsverhältnis: Informationen zur Entwicklung des Betreuungsrechts

Marburg 21.11.2017 (pm/red) In einer Gesellschaft mit wachsendem Anteil älterer Menschen erwachsen neue Aufgabenfelder und deren rechtliche Gestaltung. Dazu gehört das Betreuungsrecht für Menschen, die ihre Angelegenheiten nicht mehr (alleine) selbst regeln können. Eine Würdigung …

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Gelebte Inklusion bei der Arbeit im Hotel

Die Kommunikation mit der gehörlosen Kollegin funktioniert. Foto nn / Arbeit und Bildung e.V.

Marburg 12.9.2017 (pm/red) Der Integrationsfachdienst (IFD) von Arbeit und Bildung e.V. unterstützt Gehörlose bei der Suche nach einem Arbeitsplatz und begleitet Betriebe bei der Einstellung. Das „Hotel im Kornspeicher“ ist ein 3-Sterne Superior Hotel Garni, gelegen mitten in der Stadt Marburg. Inklusion wird in diesem Hotel groß geschrieben. Das gilt nicht nur für Gäste mit körperlichen Einschränkungen: Barrierefreiheit wurde in dem ganzen Hotel geschaffen und ein Ansprechpartner unterstützt beim Besuch von Menschen mit Pflegebedarf. Auch im Personalteam des als gemeinnützige GmbH geführten Hotels wird Inklusion tim Alltag gelebt. Menschen ohne und mit gesundheitlichen Einschränkungen arbeiten hier miteinander.

Damit das gelingen kann, berät Petra Trampe vom Integrationsfachdienst für gehörlose Menschen im Arbeitsleben (IFD) bei Arbeit und Bildung e.V. MitarbeiterInnen und die Geschäftsleitung. Drei Frauen im House-Keeping zum Beispiel haben unterschiedliche Hörbehinderungen. Eine von ihnen ist gehörlos und kommuniziert über Gebärdensprache. Die anderen beiden sind hochgradig schwerhörig, deren Sprache ist die Lautsprache.

Eine der beiden schwerhörigen Frauen hat in der Gehörlosenschule auch die Gebärdensprache gelernt. Trotz unterschiedlicher Sprachen klappt die Kommunikation der drei Frauen untereinander gut. Die Pädagogin Trampe betont, dass mit kleinen Hilfen die Kommunikation mit hörbehinderten Menschen gut funktionieren kann: „Wichtig ist, dass man deutlich spricht und nicht schreit. Gehörlose Menschen nutzen zum Verstehen ihres Gesprächspartners das Mundbild. Wenn man ihm gegenüber steht, so kann dieser etwa ein Drittel des Gesprochenen vom Mund absehen.“
Zudem kann schriftlich kommuniziert werden. Wichtig dabei sei es, ebei allem eine klare, einfache Sprache zu verwenden, so Trampe, da die am ehesten der Gebärdensprache ähnelt.

Mit diesen und anderen Tipps unterstützt die Pädagogin vom IFD den Hoteldirektor Rocco Pabst und dessen Team. „Mittlerweile haben wir eine gute Kommunikationsstruktur aufgebaut“, erläutert Pabst. „Nicht nur die hörbehinderten MitarbeiterInnen untereinander haben eine gute Verständigungsbasis, auch mit dem hörenden Restteam kommt es nur selten zu Missverständnissen.“

Wenn größere Probleme zu besprechen sind, so wird ein Termin mit der Gebärdendolmetscherin vereinbart, damit wichtige Details nicht verloren gehen. Die Kosten werden vom Integrationsamt Hessen übernommen. Integration könne reibungsloser gelingen, wenn ein Team und die Vorgesetzten bereits im Vorfeld einer Einstellung über den Umgang mit einer Hörbehinderung informiert werden, so die Überzeugung von Petra Trampe.

Weitere Informationen und Kontakt über Petra Trampe, Integrationsfachdienst (IFD) von Arbeit & Bildung e.V. | Tel. 06421/685 13 28, E-Mail trampe@arbeit-und-bildung.de.