Marburg 20.11.2018 Gastbeitrag von Götz Eisenberg Samstags gehe ich auf den Wochenmarkt. Wenn ich das nicht tue, bin ich entweder krank oder nicht in Gießen. Neulich hatte ich an einem meiner Lieblingsstände Brot und Eier …

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Auch ein 300-Euro-Schein findet einen Abnehmer

Marburg 7.2.2018 (pm/red) In der EU und im Bankbereich wird daran gearbeitet das Bargeld abzuschaffen – ganz im Sinn der weitgehenden „Digitalisierung“ der Gesellschaft und deine dann weitestgehend kontrollierten Lebens jedes einzelne Menschen. Auszubildende der Kaufmännischen Schulen Marburg (KSM) haben aktuell eine Falschgeldschulung erhalten. Das lässt die Hoffnung zu, dass bis zur Abschaffung des Bargelds noch eine Weile vergehen wird.
Für Erheiterung bei den Auszubildenden sorgte Tobias Ruhl von der Deutschen Bundesbank, der als Referent an die Kaufmännischen Schulen Marburg (KSM) geladen war. Er berichtete zu Beginn der Falschgeldschulung von einem besonders dreisten Fälscher, der im Jahr 2005 einen 300-Euro-Schein gefälscht und damit sogar beim Bäcker bezahlt hatte.

Bei den meisten Geldscheinen lässt sich sehr schnell feststellen, dass es sich um eine Fälschung handelt, so Ruhl. Er informierte gemeinsam mit Michael Schwenzel angehende Verkäufer und Fachpraktiker im Verkauf sowie Kaufleute für Büromanagement, wie man die sogenannten Falsifikate von den echten Banknoten unterscheiden kann und hatte auch einige Falsifikate im Gepäck, welche die Auszubildenden ganz genau prüfen mussten.

Lukas Striewski (10EH03) befindet sich in seinem ersten Lehrjahr als Fachpraktiker im Verkauf. Er befühlt eines der Falsifikate, das sogar einen Sicherheitsfaden trägt und auf den ersten Blick nicht als Falsifikat zu erkennen ist. Es handelt sich um eine 50-Euro-Banknote, die mit einem Anteil von 65 Prozent der Fälschungen in Deutschland nach wie vor am beliebtesten ist. Deshalb ist diese Banknote auch im Jahr 2017 überarbeitet und mit neuen Sicherheitsmerkmalen ausgestattet worden.

Von Schwenzel erhält der Auszubildende Hinweise, worauf man bei der Prüfung des Scheins achten muss. Eine erste diskrete Prüfung sollte das Befühlen des Reliefs am linken oder rechten Rand des Scheins beinhalten. Im Gegenlicht sind das Wasserzeichen sowie das Porträt-Fenster auf der Vorderseite des Scheins zu erkennen. Die Porträts zeigen die mythologische Gestalt Europa. Idealerweise erkennt der Verkäufer diese Merkmale schon, wenn ihm der Geldschein vom Kunden gereicht wird. Für eine weitere Prüfung muss der Verkäufer den Geldschein kippen, denn abwechselnd müssen dann sowohl die Wertzahl des Scheins, die sogenannte Smaragdzahl, als auch das Porträt-Hologramm erkennbar sein.

Um ganz sicher zu gehen, dass es sich bei einer Banknote nicht um eine Fälschung handelt, muss der Schein also sehr genau unter die Lupe genommen und am besten mit einem echten Geldschein verglichen werden. Eine Prozedur, die zwar etwas Zeit in Anspruch nimmt, sich in jedem Fall aber lohnt, denn für Falschgeld gibt es keinen Ersatz. Der Verkäufer bleibt auf dem Schaden sitzen und macht sich bei Weitergabe des Falschgelds sogar strafbar. Durch in Umlauf gebrauchte Falsifikate entstand in Deutschland im Jahr 2016 ein rechnerischer Schaden von rund 4,1 Millionen Euro.
(Anmerkung der Redaktion: Das wäre ja ein recht überschaubarer Schaden.)