Arabischer Frühling im traumakino
Programm Filmreihe ‘Arabischer Frühling?‘
Mittwoch, 11. Januar 20.30 Uhr Eröffnungsabend mit 18 DAYS (OmeU)
Dienstag, 17.Januar – 19.30 Uhr TAHRIR 2011 (OmeU)
Dienstag, 17.Januar – 21.30h JEDER TAG EIN FEST (OmU)
Mittwoch, 18. Januar – 20.30 Uhr MICROPHONE (OmeU)
Sonntag, 22. Januar – 18.00 Uhr Comic-Lesung ‘METRO’ mit Magdy el-Shafee (Kairo)
Dienstag, 24. Januar – 19.30 Uhr THE GREEN WAVE (OV)
Dienstag, 24. Januar – 21.30 Uhr 18 DAYS (OmeU)
Mittwoch 25.1., 20.30h Kurzfilm-Special ‘Arabischer Frühling?’
Dienstag, 31.1. – 19.30 Uhr NO MORE FEAR (OmeU)
Dienstag, 31.1. – 21.30 Uhr MICROPHONE (OmeU)
Mittwoch, 1.Februar – 20.30 Uhr THE YACOUBIAN BUILDING (OmU)
Dienstag, 7. Februar – 19.30 Uhr MAKING OF – KAMIKAZE (OmU)
Dienstag, 7. Februar – 21.30 Uhr THE YACOUBIAN BUILDING (OmU)
Mittwoch, 8. Februar – 20.30 Uhr SYRIEN UNDERCOVER – IM HERZEN DER REVOLTE (OmU)
Donnerstag, 9. Februar – 20.30h TAHRIR 2011: THE GOOD, THE BAD, AND THE POLITICIAN (OmeU)
Kurzinfos zu den Filmen
18 DAYS – TEN SHORT FILMS FROM EGYPT
(Regie: Marwan Hamed, Sherif Arafa, Kamal Abou Zikri, Mohamed Ali, Sherif El Bendari,
Khaled Marei, Mariam Abou Ouf, Ahmad Abdallah, Yousry Nasrallah, Ahmad Alaa |
Ägypten 2011 | 125 Min. | OmeU)
Am 25. Januar 2011 protestierten tausende Ägypter gegen die Unterdrückung durch den
Präsidenten Mubarak. Nach 18 Tagen anhaltender Demonstrationen verlässt Mubarak das
Land. 18 DAYS bildet eine Collage dieses Umbruchs frei nach dem Konzept: 10
verschiedene Regisseure – 10 Perspektiven – 10 Geschichten. Details zu allen Episoden unter
www.18days-movie.com.
JEDER TAG EIN FEST
(OT: Chaque jour est un fête | Regie: Dima El-Horr | Libanon/F/D 2009 | 80 Min. | OmU)
Drei Frauen befinden sich auf dem Weg durch die Wüste, um ihre Männer im Gefängnis zu
besuchen. Jede hat dabei ein anderes Motiv, was sie auf die beschwerliche Reise führt. Mitten
in der Wüste finden die Fremden schließlich durch einen Zwischenfall zueinander und auch
ein bisschen zu sich selbst. „In ihrem ersten abendfüllenden Spielfilm beweist die junge
libanesische Regisseurin Dima El-Horr viel Feingefühl in der Darstellung der harten
Lebenswirklichkeit im Libanon (…) Den Frauen kommt symbolisch eine Schlüsselrolle in
dem kriegserschütterten Land zu, denn sie könnten selbst der Ausweg aus der Gewalt sein.
Dennoch gewinnt die Kriegsdarstellung nie zu sehr überhand.“ (kino.de)
THE YACOUBIAN BUILDING
(OT: Omaret yakobean | Regie: Marawan Hamed | Ägypten 2006 | 165 Min. | OmeU)
Fünf Menschen fristen ihr Dasein zur Zeit des ersten Golfkrieges in einem Haus der Kairoer
Innenstadt. Auf den ersten Blick kann man keine Bezüge zwischen den verschiedenen
Charakteren herstellen, sie scheinen viel mehr einen Querschnitt durch die ägyptische
Gesellschaft aufzuzeigen. Im Laufe der Handlung sollen sie sich jedoch im Yacoubian
Building über den Weg laufen. THE YACOUBIAN BUILDING ist der bisher teuerste
ägyptische Kinofilm und spielt nicht ohne Grund im gleichnamigen Gebäude. “Much as the
edifice named for its Armenian builder came to represent a cross-section of Egyptian society,
“The Yacoubian Building” (…) serves as a commentary on contemporary Egypt – with salient
debates about religious fundamentalism, gender roles, tradition versus modernity,
homosexuality, political corruption, even abortion.” (Lael Loewenstein (L.A. Times)
MICROPHONE
(Regie: Ahmad Abdalla | Ägypten 2010 | 122 min. | OmeU)
MICROPHONE erzählt die Geschichte von Khaled, der nach Jahren der Reise in seine
Heimatstadt Alexandria zurückkehrt. Während ihm klar wird, dass das Verhältnis zu seiner
Jugendliebe und zu seinem Vater immer schwieriger wird, entdeckt er neue Facetten seiner
Heimatstadt, die ihm helfen mit der Situation umzugehen. Auf diese Weise tritt er in die
urbane Kunstszene ein und stößt auf eine Vielzahl talentierter Musiker, Skateboarder und
Graffitisprayer, die sein Leben völlig verändern.
Regisseur Ahmad Abdalla zeigt in seinem Werk eine andere, weniger bekannte Seite der
ägyptischen Stadt Alexandria und stellt eindrucksvoll die junge, neue Generation vor, die sich
in deren Untergrund auslebt.
NO MORE FEAR
(OT: La Khaoufa Baada al’Yaoum | Regie: Mourad Ben Cheikh | Tunesien 2011 | 74 min. |
OmeU)
Eine Dokumentation über die Massenproteste in Tunesien, die in der Flucht des ehemaligen
Diktators Ben Ali mündeten und den Beginn des „Arabischen Frühlings“ markierten. Im
Mittelpunkt stehen die Richterin und Menschenrechtlerin Radhia Nasraoui, die Bloggerin
Lina Ben Mehnni sowie ein tunesischer Journalist. Der Film gibt Einblicke in die Gedanken
und Gefühlen der sich aufbäumenden Gesellschaft und schaut auf die Social Networks im
Internet, die sich die Demonstranten zu Nutze machten. Gerahmt werden die Portraits von
eindrucksvollen Bildern, die gleichsam die Entschlossenheit der Massenproteste vermitteln
wie sie die Brutalität des Regimes widerspiegeln.
Arabisches Kurzfilm-Special
Das Kurzfilmprogramm – mit Filmen aus allen Ecken der arabischen Welt – wird sich
insbesondere mit den Ereignisse des Arabischen Frühlings beschäftigen – in Form kleiner
Spielfilme oder Mini-Dokus oder Experimentalfilme. Moderiert von Atef Botros (Centrum für
Nah- und Mitteloststudien).
TAHRIR 2011: THE GOOD, THE BAD, AND THE POLITICIAN
(Regie: Tamer Ezzat, Ayten Amin und Amr Salama | Ägypten 2011 | 90 min. | OmeU)
Die drei jungen ägyptischen Regisseure dieser Dokumentation sind Revolutionäre und
Dokumentaristen zugleich. Drei Perspektiven liefert TAHRIR 2011: Das erste Kapitel „The
Good“ lässt die Helden des Aufstands zu Wort kommen und zeigt bislang nicht gesehene
Aufnahmen aus den Tagen des Widerstands. Das zweite Kapitel „The Bad“ versucht zu
ergründen, wie die verhasste Polizei ihre Gewalttaten rechtfertigt. Beamte reden darüber, wie
sie hin und her gerissen waren zwischen Gehorsam und Sympathien für die Protestierenden.
Der letzte Teil „The Politician“ widmet sich dem Diktator selbst – auf humorvolle Weise mit
einem ironischen Selbsthilfeprogramm „Wie werde ich ein Diktator in zehn Schritten“.
THE GREEN WAVE
(Regie: Ali Samadi Ahadi | Deutschland 2010 | 80 min. | OmU)
Juni 2009: Entgegen aller Prognosen wurde bei den Präsidentschaftswahlen im Iran
Ahmadinedschad im Amt bestätigt. Die Anhänger des Oppositionsführers Mussawi gingen
daraufhin zu Tausenden auf die Straße, warfen der Regierung Wahlbetrug vor. Schließlich
wurde der Protest blutig von der Staatsgewalt niedergeschlagen. In THE GREEN WAVE
werden die Ereignisse rund um diese „grüne Revolution“ – ein früher Vorläufer der aktuellen
Protestbewegungen in der arabischen Welt – dokumentiert: Als Collage aus medialen
Fragmenten (Handy- und YouTube-Videos, Facebook- und Blogeinträge, etc.), Interviews
und Animationen aus der Feder von Ali Reza Darvish.
MAKING OF – KAMIKAZE
(Regie: Nouri Bouzid | Tunesien 2006 | 115 min | OmU)
Eigentlich will Bahta doch Breakdancer werden, aber in seinem Heimatland Tunesien ist
Breakdancing nicht gerne gesehen. Er will nach Europa fliehen, aber da kommt ihm der
Irakkrieg dazwischen. Eine Terrorzelle schleimt sich an den Frustrierten ran, aber da reicht’s
– Die Geschichte nimmt eine metafiktionale Wendung! Nouri Bouzids preisgekrönter Film
dokumentiert doppelbödig das „Making of“ eines Terroristen.
SYRIEN UNDERCOVER – IM HERZEN DER REVOLTE
(OT: Syrie, dans l’enfer de la répression | Regie: Sofia Amara | Frankreich 2011 | 52 min. |
DF)
Sofia Amara, freischaffende Journalistin in Beirut, hat sich mitten in die syrische Revolte
begeben und zeigt, dass der Begriff der Facebook-Revolution irreführend ist, denn aus der
von al-Assad regierten Diktator sind die – unter größter Lebensgefahr – geborgenen Bilder
ganz und gar nicht virtuell. – Unter Blut, Schweiß und Tränen lehnt sich hier die Bevölkerung
gegen einen Polizeistaat auf. Und natürlich ist dies keine objektive Sicht, in Anbetracht des
Staatsterrors wird auch die Journalistin zur Aktivistin, der Film zur Anklageschrift gegen ein
verbrecherisches Regime.
