„Kassel als junge Großstadt“  – Ein Bildband zeigt die verschwundene Pracht der Nordhessenmetropole

Kassel 01.12.2019 (yb) Von Kassel ist allgemeinhin bekannt, dass die Stadt zum größten Teil in Zweiten Weltkrieg zerstört worden ist. Im Oktober 1943 wurden die umfangreich vorhandenen Anlagen der Rüstungs- und Kriegsindustrie in Kassel Ziel …

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Das Ende naht und ist keine Ente

Marburg 22.7.2010 (yb) Zwei Tageszeitungen gibt es in Marburg. Im Moment noch. Seit 1997 wird aus Wetzlar die Marburger Neue Zeitung herausgegeben. Nach 13 Jahren wird in Kürze der Versuch aufgegeben, in Marburg eine zweite Tageszeitung zu etablieren. Zum 1. Oktober ist Schluß mit der Neuen Marburger Zeitung, die im Verlag der Zeitungsgruppe Lahn-Dill erscheint.

Schluß mit der Marburger Neuen

Die Redaktionsbüros in Marburg und Stadtallendorf werden geschlossen und in der Universitätsstadt Marburg wird Mann und Frau zurückgeworfen in den Zustand, wieder nur mit einer Lokalzeitung ausgestattet zu sein. Es mag zugleich im Trend der Verdrängung von Zeitung und Printmedien durch das Internet liegen. Für die journalistische Versorgung der einwohnerstärksten Stadt in Mittelhessen bedeutet es einen deutlichen Rückschritt.

Das lokale Pressemonopol der Oberhessischen Presse (OP) hat sich schließlich behauptet. Dabei ist die Marburger Neue Zeitung (MNZ) mit schlüssigem Konzept und Hintergrund herausgebracht worden.

Im Moment noch – aber nicht mehr lange – nebeneinander im Briefkasten, die MNZ und die OP

Hintergrundinformationen

  • die MnZ erscheint im Verlag Wetzlardruck GmbH
  • zusammen mit der Wetzlarer Neuen Zeitung
  • und 7 / 8 weiteren Unterausgaben
  • wird produziert in einem gemeinsamen Mantel
  • mit Lokalredaktionen Marburg / Stadt und Stadtallendorf / Landkreis
  • die Gesamtauflage der Zeitungsagruppe ist unter 70.000 Ex. gefallen

Es sind (betriebs-)wirtschaftliche Gründe des Verlages die Neue Marburger aufzugeben und einzustellen. Die Auflagenzahlen haben nicht gestimmt. Als Abonnentenzahl der MNZ wurden auf Nachfrage 2.500 Exemplare mitgeteilt. Zu wenig, um zu bestehen.

Presse-Monopol mit einer Zeitung ist langweilig für Leser, oftmals auch für die Zeitungsmacher. (Fotografien Hartwig Bambey)

Monopol von Tageszeitung bringt und birgt Probleme

So zieht sich die Lahn-Dill-Zeitungsgruppe in ihr Kerngebiet zurück, wo sie selbst ein Gebietsmonopol hat. Zugleich wird die Oberhessische Presse wieder in Monopolstellung als Tageszeitung versetzt. Dabei erscheint die OP zwar weiter im Hitzeroth Verlag. Doch dieser wurde vor einigen Jahren bereits mehrheitlich an die Madsack Verlagsgruppe in Hannover verkauft. Insofern hat Marburg und die Region keine „eigene“ Tageszeitung mehr.

Doch das ist eine andere Geschichte und ist auch keine Ente.

Zeitungsständer in der Fußgängerzone

Mittelhessische Medienlandschaft im Umbruch

Zugleich versucht der Medienkonzern Madsack als Eigner der OP, deren Auflage bei 28.000 Exemplaren liegt, eine Expansion im Markt der Anzeigenblätter.

Dazu wird seit 2008 die Gießener Zeitung herausgegeben, ein Anzeigenblatt für Stadt und Landkreis Gießen. Zweimal wöchtentlich erscheint diese als „Deutschlands erste Mitmachzeitung“.

Doch das ist wieder eine andere Geschichte und ist auch keine Ente.

Die Entwicklung der Printmedien in Marburg und Mittelhessen ist damit nicht erschöpfend beschrieben – und ist nicht zu Ende.