„Was in unserer Gesellschaft als wertvoll erachtet wird“ – Ausstellung von Selina Schwank mit Corona-Handicaps

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5.200 Studienanfänger bringen Probleme an der Uni und der Universitätstadt

Ein rappelvoller Speisesaal in der Mensa zählt zu den geringsten Problemen für Studierende. Problem für viele Hundert Neue ist es bezahlbaren Wohnraum zu finden. (Foto Hartwig Bambey)

Marburg 19.10.2010 (pm/red) Zum Wintersemester 2010/11 beginnen mehr als 5.200 Studierende ihr Studium in Marburg. Insgesamt sind derzeit über 21.800 Studierende mit den Erstsemestern in der Universitätsstadt eingeschrieben; die genauen Zahlen stehen noch nicht fest. Die Steigerung  der Zahlen im Vergleich zum Vorjahr führt zu erheblichen Problemen bei der Wohnraumsuche.

Wie krieg ich hier denn bloß ´ne Bude ?

Massenuniversität und deren Kehrseite. Einsames Warten im Gang vor der Zimmervermittlung ist nun kein überzeugendes Entrée in das Studium – und Standortwerbung für Marburg sieht auch etwas anders aus. (Fotografien Hartwig Bambey)

Gerade Studierende im ersten Semester finden in Marburg nur schwer eine finanzierbare Wohnmöglichkeit. Der Allgemeine Studierenden Ausschuss (AStA) der Philipps-Universität heißt die neuen Studierenden in Marburg Willkommen und wünscht ihnen einen guten Start in das Studium. Alle Erstsemester werden zur AStA-Party am kommenden Freitag, 22.Oktober eingeladen.

„Die große Zahl von jungen Menschen, die in Notunterkünften ihr Studium beginnen müssen ist erschreckend,“ meint zutreffend AStA-Vorsitzende Stefanie Fritz. „Gerade in Marburg sind heruntergekommene Wohnungen mit erheblichen baulichen Mängeln leider Alltag.“

Dauerbrenner  Zimmer-, Appartement- oder Wohnungssuche

Hoch hängen die bunten Balkone in der neuen Appartementanlage am Erlenring. Gut, dass es diese Appartements gibt. Doch nachhaltige Entlastung hat dieses Projekt nicht bringen können, schon gar nicht im Bereich preiswerten Wohnraumes für Studierende. (Foto Hartwig Bambey)

Die Hürde zu Beginn der akademischen Ausbildung stellt für eine groß Zahl von Studierenden Benachteiligung und Belastung dar. „Ein Studienstart – begleitet von Finanzierungsproblemen, fehlendem Wohnraum und überfüllten Seminaren ist genau das Signal, welches wir aus dem unterfinanzierten Bildungssektor in Hessen erwartet haben,“ kritisiert Josephine Bergmeier den fehlenden Verbesserungswillen Verantwortlicher auf Landes- und Bundesebene. „Von einem durchlässigen Bildungssystem kann in Hessen nicht gesprochen werden, solange solche Probleme weiterhin bestehen.“

Anstehen ist Alltag im Studentenleben an einer überfüllten Universität, in einer übervollen Mensa, in einer Stadt mit zu wenig bezahlbarem Wohnraum.

Schaffung von bezahlbarem Wohnraums vordringlich

Für den AStA ist die Schaffung von neuem, preiswerten Wohnraum für Studierende in Marburg vordringlich. Die StudierendenvertreterInnen erwarten hier deutliche Zusagen der Stadtverantwortlichen vor dem Kommunalwahlkampf 2011.

„Ob es der Universität gelingt ausreichende Kapazitäten für die steigende Zahl von Erstsemester-studierenden zu schaffen, werden wir aufmerksam verfolgen,“ erklärt Laura Jäkel als Finanzreferentin im AStA. „Die Situation in den Seminaren und Vorlesungen muss sich entspannen.“
Angestoßene Baumaßnahmen kommen nicht im Ansatz den wachsenden Studierendenzahlen nach, daher werden sich die Studierenden erneut auf ein „kuscheliges“ Wintersemester einstellen müssen.

Erfahrungsberichte machen nachdenklich

Studierende in wachsender Zahl für die Universität und die Stadt sind als Bringer willkommen. Doch wer sagt b und kümmert sich, etwa um das Grundbedürfnis Wohnen. (Foto Hartwig Bambey)

So berichtet die Studierende Anna S. „Ich habe vor einem Jahr angefangen in Marburg zu studieren und musste in die ersten vier Wochen an der Uni auf einem Campingplatz zelten. Da ich mir keine von den freien Wohnungen leisten konnte. Als ich Anfang November endlich ein kleines Zimmer ohne Schimmel gefunden habe war ich wirklich erleichtert.“
Zu seiner Situation berichtet Jakob C. „Die Notunterkunft, in der ich im ersten Monat untergebracht war, war der reine Horror. Ich musste mir mit 10 Leuten einen Raum teilen. Überall standen Eimer, weil es durch die Decke tropfte. Ich hoffe, dass ich nie wieder in solch einer Wohnung leben muss.“