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Islamische Studien an den Universitäten Marburg und Gießen

Marburg 15.10.2010 (pm/red) Die Philipps-Universität Marburg und die Justus-Liebig-Universität Gießen haben sich im Einklang mit dem Zentrenkonzept des Landes am Wettbewerb des Bundes um die drei bis vier zu gründenden Zentren für islamische Studien beteiligt. Ziel ist es eine ausdifferenzierte islamische Theologie auf Augenhöhe mit christlichen Theologien an Hochschulen und einen bekenntnisorientierten Religionsunterricht an den Schulen in Deutschland zu etablieren. Der Antrag zielte auf ein Institut für Islamische Studien mit sechs Professuren, das Bund und Land gemeinsam finanzieren sollten. In der ersten Runde war der hessische Antrag beim Bundesministerium für Forschung und Bildung nicht erfolgreich. „Trotz anfänglicher Enttäuschung wollen wir unser überzeugendes Konzept mit Hilfe des Landes zielgerichtet umsetzen“, sagte Marburger Uni-Präsidentin Professorin Katharina Krause. Die beiden Universitäten böten beste Voraussetzungen dafür, dass die in anderen Bundesländern gesetzten Standards nicht unterschritten würden.

Unis Marburg und Gießen starten Etablierung bekenntnisorientierten Religionsunterrichts

Der Gießener Universitätspräsident Professor Joybrato Mukherjee verwies auf die Möglichkeit, den Antrag in der zweiten Runde erneut einzureichen: „Wir sind zuversichtlich, dass wir nach erfolgreichen Zwischenschritten beim nächsten Mal punkten. Die Universitäten Marburg und Gießen bieten ein hessenweit einzigartiges wissenschaftliches Portfolio im Hinblick auf die Kulturräume, aus denen die große Mehrheit der Migranten muslimischen Glaubens stammt.“

Gießen und Marburg bieten beste Voraussetzungen

Für die Ausbildung von islamischen Religionslehrerinnen und -lehrern sind die beiden Hochschulen prädestiniert. Das Centrum für Nah- und Mitteloststudien, die große Tradition der evangelischen Theologie und der Religionswissenschaft an der Philipps-Universität Marburg sowie die umfassende Kompetenz in der Lehrerausbildung in allen Lehrämtern und das Zentrum Östliches Europa an der Justus-Liebig-Universität Gießen bieten die nötigen Bezugsfächer in heraus­ragender Vielfalt und pädagogische Konzepte für den Aufbau der Islamischen Studien sowie des Religionsunterrichts an.

Langfristige Orientierung – Institut für Islamische Studien

Das Projekt ist langfristig angelegt und sieht eine schrittweise Umsetzung an einem institutionell eigenständigen Institut für Islamische Studien an der Philipps-Universität vor. Einbettung in bestehende Strukturen hinsichtlich Studien­gängen, Graduierten­ausbildung und Forschung an beiden Universitäten dient der wissenschaftlichen Integration des neuen Fachgebiets auf allen Ebenen und einer nachhaltigen interdisziplinären Ausbildung islamischer Theologen. Begonnen wird unter Gießener Federführung mit einer Ausbildung für das Lehramt an Grundschulen und Fortbildungen bereits tätiger muslimischer Lehrkräfte an beiden Standorten.

Land Hessen bleibt mit im Boot

Die hessische Landesregierung hatte sich bereits im Vorfeld der Konzepterarbeitung für einen Antrag der beiden mittelhessischen Universitäten ausgesprochen und die erforderliche Zusage einer langfristigen Finanzierung gegeben. Der Runde Tisch des Kultus­ministeriums befasst sich mit den Fragen der Einführung eines islamischen Religionsunterrichts in der Funktion eines Gremiums für Beratung und Genehmigung der Studiengänge und Berufungen. Zusätzlich werden die Hochschulleitungen und das Zentrum für islamische Studien von einem wissenschaftlichen Beirat unterstützt.