Nutzungsverzicht im Wald schadet Wald und Klima:  Nabu Hessen fordert eine großzügige Ausweisung von Wald-Wildnisgebieten

Kassel 08.01.2020 Gastbeitrag von Roland Irslinger | In der Wohlfühl-Ökoszene um Autor Peter Wohlleben herrscht die Meinung, man solle wegen des Klimaschutzes den Wald besser in Ruhe lassen statt ihn zu nutzen. In einer Studie …

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Leuchttürme versus Abgründe

Wissenschaftsforum Marburg diskutiert über die Konsequenzen von Exzellenzinitiative und wissenschaftlicher Elitenförderung in Hessen

Marburg 1.12.2010 (pm/red)  Knapp 100 Zuhörerinnen und Zuhörer kamen im Hörsaalgebäude zusammen, um mit Prof. Michael Hartmann, Soziologe an der TU Darmstadt, über die Konsequenzen der Exzellenzinitiative und der Elitenförderung an hessischen Hochschulen zu diskutieren. Unter der Überschrift „Leuchttürme über dunklen Abgründen?! Hochschule zwischen Exzellenzelite und Akademikermangel“ hatte das Wissenschaftsforum der SPD eingeladen.
„Die Diskussion zeigte, wie die Elitenförderung in ihr Gegenteil umschlagen wird“, so Thomas Komm, Vorsitzender der Marburger Gruppe. Das aktuell praktizierte System der Forschungsförderung statte  Gewinner auch bei geringen Unterschieden mit erheblich  mehr Geldern aus. „Dadurch wird die Forschungslandschaft völlig verzerrt“, so Komm weiter. Wer nicht gleich zu den Gewinner gehört, kann den Nachteil auch mit größtem Engagement kaum mehr ausgleichen. Dies fördert die Kluft zwischen den Hochschulen, drängt sie in einen entsolidarisierenden Konkurrenzkampf und sorgt, so Hartmann, dafür, dass wie im Sport „gute Leute mit immensen Budgets an die Leuchtturm-Unis“ gelockt werden.

Die Lehre wird an Hochschule zurückgedrängt

Zugleich werde  die Lehre in ihrer Bedeutung immer weiter zurückgedrängt. Hochschulen, die nicht zu den Gewinnern gehören, sind gezwungen, unter sich ständig verschlechternden Bedingungen Lehre zu betreiben. „Die Lehre aber ist eine mindestens gleichwertige, aber völlig unterbewertete Aufgabe“, so Thomas Komm. Schließlich finanziere der Steuerzahlen Hochschulen auch, damit es genug Ärzte, Ingenieure, Juristen, Lehrer gebe.
Es wurde deutlich, dass vom bisher etablierten Hochschulfinanzierungs- und Fördersystem abgewichen werden und Alternativen  geschaffen werden müssen, die international konkurrenzfähige Forschung und Lehre an den Hochschulen in ihrer Gesamtheit fördert. Wie diese Alternativen aussehen können wird der „Marburger hochschulpolitische Gesprächskreis“ des Wissenschaftsforums in seinen nächsten Treffen diskutieren.