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Warum das Unternehmen Marburger Rundschau gescheitert ist

Marburg 31.12.2010 (yb) In dem nur noch wenige Stunden währenden Jahr 2010 hat sich im Medienbereich in Marburg einiges ereignet, das Rückblick und Berichterstattung verdient. Das eigenständige und unabhängige Online-Magazin das-marburger.de ist im Februar gestartet worden, nachdem der Herausgeber feststellen musste, dass in einer Online-Publikation mit dem Namen Marburger Stadtmagazin seriöses journalistisches Arbeiten nicht möglich war. Dieses sogenannte Stadtmagazin wurde inzwischen eingestellt. Auf zehnjähriges kontiniuerliches Erscheinen als Internetmedium kann im Unterschied dazu marburgnews.de die online-zeitung für Marburg zurückblicken. Dieser lange Zeitraum und das sich darin artikulierende durchgängige journalistische Arbeiten stellen zweifellos eine Leistung dar.

Dieser Zeitungsständer in der Fußgängerzone mit zwei Marburger Tageszeitungen ist inzwischen längst passé und perdu. (Foto H. Bambey)

Zugleich ist zum 30. September 2010 die Marburger Neue Zeitung im 13. Jahr ihres Erscheinens eingestellt worden. Das hat ohne zu übertreiben einen deutlichen Verlust für die sowieso sehr bescheidene Marburger Medienlandschaft bedeutet.

Die Stadt und ihre lesenden Bewohner sind erneut in den Zustand eines Tageszeitungsmonopols zurück geworfen. Wobei es in Marburg seit einer Reihe von Jahren keine eigene, eigenständige Tageszeitung mehr gibt.

Die hier erscheinende Oberhessische Presse ist bereits vor einigen Jahren an den Madsack-Konzern in Hannover verkauft worden. Dieser gestaltet und steuert seitdem das publizistische Auftreten und die journalistische Eigenart der OP samt ihrer zugehörigen Anzeigenblätter.

Durchaus lebendig und vielgestaltig sieht es dagegen im anderen Bereich gedruckter Verlagserzeugnisse aus. Es gibt mehrere Marburger Buchverlage mit ambitioniertem und reputierlichem Verlagsprogramm, wozu nicht zuletzt der Rathausverlag zu zählen ist. Bei den Buchverlagen sind in 2010 eine Zahl interessanter Bücher neu erschienen. Eine Auswahl davon findet sich hier vorgestellt.

Das gedruckte Wort hat also in Marburg durchaus Rang und (Autoren-)Namen samt verlegerischer Heimat behalten. Wie könnte es anders sein, in einer Universitätsstadt. So hat es im Jahr 2010 eine Initiative von drei Personen für ein neues Druckmedium gegeben, die allerdings sehr früh gescheitert ist.

Eine Idee mit gravierendem Geburtsfehler

Vorüberlegungen für ein neues Printmedium, gewollte Erscheinungsweise monatlich, hatte es seit mehr als einem Jahr gegeben. In einer Dreierkonstellation wurden diese Ideen weiter entwickelt. Dazu gehörte die Idee eines Namens, der Marburger Rundschau lauten sollte. Mit diesem Namen sollte zugleich die verbreitete Namensabkürzung MR, wie sie zigtausendfach auf polizeilichen Kennzeichen jedes hier zugelassenen PKW´s, Busses und LKW´s zu sehen sind, Verwendung finden.

Das Kind hatte also einen Namen bevor es geboren wurde. Anstelle diesen Namen mit Titelschutz auszustatten, wofür es Rechtsgrundlage genauso wie ein erprobtes Verfahren gibt, wollte ein Projektbeteiligter lieber die damit verbundenen Kosten von 150 Euro sparen.

Im September wurde dann eine Marburger Rundschau Verlagsgesellschaft mbH als sogenannte Unternehmergesellschaft (kleine GmbH) gegründet. Für den 5. Oktober waren Multiplikatoren zu einer Verlagspräsentation eingeladen. Ein neues Printmedium für Marburg sollte vorgestellt werden. Dies geschah auch tatsächlich. Das in einer Probeausgabe verteilte gedruckte Magazin firmierte allerdings unter dem Namen das Marburger – zur nicht geringen Überraschung der Anwesenden. Das Vorhaben war spätestens mit der Einladung bekannt geworden und hat andere aktiv werden lassen.

Der kleine Unterschied zwischen Absicht und Wirklichkeit

Bereits vor dem regulären Erscheinen ist der Plan zur Herausgabe einer Marburger Rundschau vereitelt worden. Tätig geworden war ein anderer Verlag, der sich die Titelrechte am Namen schützen ließ und der die 150 Euro Kosten nicht gescheut hat. Damit war die zum Plan gewordene Idee der Herausgabe eines Magazines mit dem Namen Marburger Rundschau gescheitert. Das genau war das Ziel des Handelns des anderen Verlages gewesen.

Titel und Titelseite der Nullnummer für ein neues Marburger Magazin.

Den Initiatoren blieb nicht anderes übrig als einen anderen Namen zu suchen. Für geeignet gehalten wurde der Name des Online-Magazines das Marburger. Die Namensrechte dafür waren gesichert. Dagegen konnte kein konkurrierender Verlag ankommen. Die Namensrechte wurden der Marburger Rundschau Verlagsgesellschaft als Lizenznutzung zunächst überlassen und es konnte losgehen, nach dem 5. Oktober.

Seit 30. August war außerdem Schritt für Schritt eine zweite Online-Ausgabe unter der Internet-Domain www.marburger.rundschau.de aufgebaut worden. Dies war  besondere und zusätzliche Aufgabe für den Herausgeber von das-marburger.de. Verkündet worden war zudem, dass das Online-Magazin von jetzt an tagesaktuell erscheinen würde. Das geschieht seitdem.
Allerdings mussten alle Arbeiten dafür, Texte, Fotos, Redaktion, Gestaltung, Terminkalender usw. nach wie vor von einer Person geleistet werden. Darin zeichnete sich sehr schnell ein Scheitern gewollter und verkündeter, jedoch niemals geleisteter Zusammenarbeit ab. „Die Arbeit zeigt den Weg“ sagen Bergleute unter Tage mit Blick auf Grubenrisse und Pläne, die in der Wirklichkeit nicht viel taugen, wenn zum Beispiel geologische Störungen und Wassereinbrüche zu bewältigen sind.

Es gibt nichts Gutes – außer man tut es

Man tut es, oder eben nicht, wäre in diesem Fall das Zitat von Erich Kästner zu ergänzen. Ideen und Pläne sind das Eine, deren tatsächliche und tatkräftige Umsetzung sind etwas Anderes. Sehr schnell erwies sich die kaum gegründete Verlagsgesellschaft als nicht arbeitsfähig und als nicht leistungsfähig. Von Titelstreit und erheblichen Anwaltskosten geschwächt, kam ein journalistisches Arbeiten und verlegerisches Wirken, zu dem nun einmal die Bereitstellung einer finanziellen Grundlage gehört, nicht zu Stande. Der für Akquise Zuständige zeigte sich dieser Aufgabe in keiner Weise gewachsen. Dazu stellte sich heraus, dass Interessenkonflikte zwei Beteiligte an überzeugendem und tatkräftigem Einsatz für das Projekt hinderten.

Das führte schließlich dazu, dass das Erscheinen des gedruckten Schwester-Magazines zum Online-Magazin das-marburger.de bedroht war, obwohl dafür alle Beiträge mit Texten und Fotografien vom Verfasser vorlagen.

Ein solches weiteres und erneutes Scheitern, diesmal mit dem Namen das Marburger verbunden, sollte und durfte nicht eintreten.
Deswegen wurde ein anderes wesentlich preiswerteres Druckverfahren, der Rollenoffsetdruck oder auch Zeitungsrotationsdruck, zudem in einer leistungsfähigen Druckerei, ins Auge gefasst und schließlich auch eine andere verlegerische Umsetzung für das begonnene Projekt gesucht und zielstrebig verwirklicht.

Das Ergebniss ist seit 7. Dezember 2010 an vielen Stellen in der Stadt Marburg in Verteilung. Gedruckt worden sind 18.000 Exemplare, für die Leserinen und Leser kostenlos erhältlich.

So ist schließlich wahr geworden und umgesetzt worden, was am 5. Oktober angekündigt wurde. Zugleich hat die journalistische Arbeit an diesem Online-Magazin ein Stück weit einen auf Papier gedruckten Niederschlag. Das geht weiter so in 2011. Für Februar ist die nächste gedruckte Ausgabe das Marburger in Arbeit. Die Planung und Inhalte dafür stehen längst.

Doch vorher kommt der Jahreswechsel, wofür allen Leserinnen und Lesern von dieser Stelle ein guter Rutsch gewünscht wird – dazu

ein friedliches, gesundes und erfolgreiches Jahr 2011 !