Freilichtmuseum Zeiteninsel soll am zum Internationalen Museumstag 2022 eröffnen

Marburg 20.05.2019 (pm/red)  Die “Zeiteninsel – Freilichtmuseum im Marburger Land“ nimmt weiter Gestalt an. Nun stellten die Genossenschaft der Zeiteninsel, die Gemeinde Weimar, die Stadt Marburg und der Landkreis Marburg-Biedenkopf den Zeitplan für den weiteren …

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Junge Erwachsene sind Problemgruppe am deutschen Arbeitsmarkt

Gütersloh, Marburg 6.4.2011 (pm/red) Junge Erwachsene im Alter zwischen 25 und 29 Jahren gehören mit einer Arbeitslosenquote von über 18 Prozent zu den Problemgruppen am deutschen Arbeitsmarkt. Das zeigt eine international vergleichende Studie der Bertelsmann Stiftung in Zusammenarbeit mit dem Forschungsinstitut zur Zukunft der Arbeit in Bonn. Während der Anteil derer, die weder einer schulischen oder beruflichen Ausbildung noch einer Erwerbsarbeit nachgehen, in der Gruppe der 15- bis 19-Jährigen lediglich vier Prozent beträgt, sind es bei den 20- bis 24-Jährigen bereits mehr als 15 Prozent.

Hohe Prozentsatz Arbeitsloser bei 20 bis 34-Jährigen in Deutschland

Im Vergleich von 27 OECD-Staaten liegt Deutschland damit bei den 15- bis 19-Jährigen nahe an der Spitzengruppe auf dem sechsten Platz, jedoch bei den 20- bis 24-Jährigen und den 25- bis 34-Jährigen nur noch auf den Rängen 16 und 17. In allen drei Altersgruppen schneiden vor allem die Niederlande und Dänemark deutlich besser ab, während Italien, Spanien und die Türkei stets hintere Plätze belegen.

Jugendarbeitslosigkeit in Deutschland höher als wahrgenommen wird

Die gängige Einschätzung einer im internationalen Vergleich geringen Jugendarbeitslosigkeit in Deutschland muss stark relativiert werden und ist vor allem auf die vergleichsweise lange allgemeine Schulpflicht und das weit ausgebaute staatlich geförderte Übergangssystem zwischen Schule und Berufsausbildung zurückzuführen. Die Autoren der Studie gehen davon aus, dass junge Menschen mit Ausbildungshemmnissen zwar zunächst in öffentlich geförderten Maßnahmen unterkommen, diese aber keinen Berufsabschluss vermitteln und somit auch keine nachhaltige Arbeitsmarktintegration gewährleisten können. Auffällig ist, dass in der höchsten Altersgruppe bereits mehr als die Hälfte der Personen ohne Erwerbstätigkeit keine Bindung mehr zum Arbeitsmarkt hat, also nicht aktiv auf der Suche nach einer Arbeit ist.

Über 340.000 Jugendliche 2009 in Warteschleife

Nachdem der Ausbildungsmarkt in Deutschland bis zur Mitte der 2000er Jahre sehr angespannt war und noch im Jahr 2006 knapp 50.000 unversorgte Bewerber hervorgebracht hat, ist in der letzten Zeit zwar eine deutliche Entspannung zu verzeichnen. Allerdings sind im letzten verfügbaren Berichtsjahr 2009 je nach Zählweise auch zwischen 346.000 und 381.000 Jugendliche neu in Maßnahmen eingetreten, die auf eine Berufsausbildung vorbereiten sollen.

Diese Maßnahmen münden jedoch nicht unmittelbar in eine vollqualifizierende Berufsausbildung. In vielen Fällen fungieren sie eher als Warteschleifen, die zu selten die individuellen Defizite der Teilnehmer beheben. Damit besteht die Gefahr für Jugendliche in solchen Maßnahmen, dass sie danach dennoch keine gestiegenen Chancen auf einen regulären Ausbildungsplatz haben.

Ausbildungsgarantie gefordert

Um hier Abhilfe zu schaffen, fordert die Bertelsmann Stiftung im Rahmen ihrer Initiative „Übergänge mit System“ eine grundlegende Reform des Übergangssystems. Demnach soll der Maßnahmendschungel für Bewerber ohne Ausbildungsplatz auf zwei Wege reduziert werden: Jugendliche, die in der Lage sind, eine Ausbildung zu absolvieren, sollen eine Ausbildungsgarantie erhalten. Jugendliche mit besonderem Förderbedarf sollen hingegen zielgerichtet zur Ausbildungsreife geführt werden und eine verbindliche Anschlussperspektive erhalten.

International vergleichende Studie zur Beschäftigungssituation der 15- bis 29-Jährigen

Die Beschäftigungsquoten für junge Menschen in Deutschland, die sich nicht mehr im schulischen oder beruflichen Bildungssystem befinden, weisen im internationalen Vergleich eine hohe Spreizung auf. Einerseits sind Hochschulabsolventen auffällig gut in den Arbeitsmarkt integriert, andererseits fällt die Beschäftigungsquote für Geringqualifizierte sehr niedrig aus. Jugendliche mit mittlerer Qualifikation, also mit Abitur oder einer abgeschlossenen Berufsausbildung, liegen bei der Beschäftigung im Mittelfeld. Das Risiko der Langzeitarbeitslosigkeit liegt für alle drei Qualifikationsgruppen in Deutschland in der Altersgruppe der 25- bis 34-Jährigen relativ hoch. So sind zwei von drei arbeitslosen Geringqualifizierten ohne weiterführenden Schulabschluss und ohne abgeschlossene Lehre länger als sechs Monate ohne Beschäftigung. Bei den jungen Erwachsenen mit Abitur oder abgeschlossener Berufsausbildung sind es 60 Prozent.

Zu viele junge Menschen mit Ausbildungshemmnissen in Deutschland

„Insgesamt fällt auf, dass die Arbeitsmarkt- und Bildungsteilhabe in Deutschland mit zunehmendem Alter junger Menschen abnimmt“, sagte Eric Thode, Arbeitsmarktexperte der Bertelsmann Stiftung, bei der Veröffentlichung der Studie. „Eine derart negative Entwicklung finden wir sonst nur noch in Tschechien. In Deutschland sind nach wie vor viel zu viele junge Menschen mit Ausbildungshemmnissen in staatlich geförderten Qualifizierungsmaßnahmen, die zu keinem anerkannten Berufsabschluss führen. Das Ergebnis ist eine hohe Langzeitarbeitslosigkeit bei jungen Erwachsenen.“