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Baustelle Potsdam als Schaustelle – Städtebau und Rekonstruktion

Der Alte Markt in Potsdam mit der Nikolaikirche, links, und dem Alten Rathaus.

Berlin 28.5.2011 Eine Foto-Reportage von Hartwig Bambey. Ältere verbinden mit Potsdam die nach der heutigen Landeshauptstadt benannte Konferenz mit der Teilnahme von Stalin, Truman und Churchill zur politischen und geografischen Neuordnung Deutschlands nach dem 2.Weltkrieg 1945. Andere denken an den Alten Fritz, König Friedrich den Großen (1712 – 1784) als König von Preußen und und Kurfürst von Brandenburg. (Kunst-)Historiker mögen an Schloß Sanssouci als eines der bedeutendsten Hohenzollernschlösser denken, dessen späterer Ausbau erst nach dem Alten Fritz erfolgt ist.
Von Berlin liegt Potsdam eine halbe S-Bahnstunde entfernt – ähnlich einer Fahrt im MittelhessenExpress von Marburg nach Gießen.

Im Übergang zwischen historischer Bebauung und dem Kommenden am Alten Markt eröffnet eine Rote Box Blick auf die Baustelle aus der Nähe und Information für Interessierte.

Vom Bahnhof Potsdam überquert die Lange Brücke die Havel auf dem kurzen Weg zur Innenstadt. Besucher erwartet an der ersten Straßenbahnhaltestelle ein Platz als beeindruckend leere Fläche – überragt vom Hochhausturm des Hotel Mercur aus vergangenen DDR-Zeiten. Zahlreiche Kräne in grün-orange markieren vis à vis eine Großbaustelle.

Hier muss Großes im Gange sein, im Moment gerade im Stadium der Arbeiten an den Fundamentplatten in einem bauzaunmarkierten Geviert. Der Baustellenzufahrt gegenüber wird der Blick auf den Alten Markt abgeriegelt von einer Reihe realsozialisitscher Quaderbauten der vormaligen Universität. Dann erst kommt mit dem Alten Markt ein Stück des alten und rekonstruierten Potsdam in den Blick, links die Nikolai-Kirche und vor Kopf das alte Rathaus. Der Kirche gegenüber stand einst das Stadtschloss.

Von Kränen überragt ist die Baustelle für den Landtag Brandenburg, der in der rekonstruierten äußerlichen Hülle des vormaligen Stadtschlosses Domizil nehmen wird.

Auf dem Alten Markt betreiben die 'Bürger für die Mitte' einen eigenen Info-Kiosk im Container mit dem treffenden Namen 'Mitteschön'. Davor und darin gibt es viel zu sehen und außerdem gibt es ebenso kompetente wie engagierte Auskünfte von Aktiven der Bürgerinitiative.

Nach langwierigen Meinungsbildungsprozessen wird das Stadtschloss wieder aufgebaut – in seinen Fassaden – und nimmt zukünftig den Landtag von Brandenburg auf. Die dafür anfallenden 20 Millionen Euro Mehrkosten übernimmt ein deutscher Sponsor, dessen Software in öffentlichen Verwaltungen, auch in Hessen, unter Einsatz erheblicher Steuergelder angeschafft wurde.

Damit sind in Potsdam Auseinandersetzungen um die Gestaltung der Stadt, um Rekonstrukion im Neubau, und zugleich um den Wiederaufbau historischer Orte soweit abgeschlossen. Potsdam ist derzeit in wesentlichen Bereichen Baustelle. Zugleich begreift man dies von verschiedener Seite als Schaustelle.

Universitätsgebäude aus der DDR-Vergangenheit demonstrieren frühere Lösungsversuche für bauliche Nutzung des umgebenden Geländes am Alten Markt und beeindrucken in ausgeprägter Strenge mit Kontrast.

Zukünftiges wird im Prozess seines Entstehens kommuniziert und damit verstehbar gemacht.
Akteure sind das Land Brandenburg, die Stadt Potsdam und ein Verein mit dem anschaulichen Namen Bürger für die Mitte. So findet sich an anderer Stelle mit Sichtbeziehung auf die Baustellen eine großformative Infotafel. Über Landtag und eine weitere Baustelle für den Wissensspeicher, zukünftige Bibliothek an einer Stelle der aneinander gereihten universitären Bauwerke aus der DDR-Zeit, wird informiert. Man hat sich viel vorgenommen in Potsdam, zur Neugestaltung, verbunden mit teilweiser Rekonstruktion, der städtischen Mitte:
Die Neugestaltung der Straßen und Plätze ist die Voraussetzung für die Wiedergewinnung des historischen Zentrum als moderne und lebendige Stadtmitte.
In diesem Satz finden sich Ziele und Maßnahmen auf einer Informationstafel miteinander verknüpft dargestellt – städtebauliches Denken und Leitbilder bestimmen das Handeln.

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Einzelne Bauten, ob Landtag im qua Fassade zu rekonstruierendem Stadtschloss, Wissensspeicher als neuer Bibliothek, die Neue Synagoge Potsdam oder weitere Bauwerke für die heutige Fachhochschule – nicht singuläre Bauherrschaften und deren Architekten bestimmen die Stadtgestalt. Die hat auch Geltung für die geplante Rekonstruktion weiterer historischer Gebäude im angrenzenden Innenstadtbereich, wo sich Investoren betätigen sollen und wollen.

Statt singulärer, allenfalls objektbezogenen Baustilen jeweiliger Architekten und Bauherren und kommt ein formulierter städtebaulicher Wille in bedingter Rekonstruktion zum Tragen. Dass dabei Fehler und Unzulänglichkeiten nicht ausgeschlossen sind, kann konzediert werden. Doch viele Fragestellungen wurden zuvor diskutiert, kontrovers, strittig, mit Einbringungen beherzter Potsdamer Bürger. Getragen von der Integration urbaner städtischen Anliegen, von Interessen des Landes und Sichtweisen der Bürger haben viele Beteiligte die unübersehbar verlorengegangene Potsdamer Mitte gesucht. Zuerst in den Köpfen wurde die entwickelt. Jetzt wird baulich umgesetzt.

Thomas Kuster von der Initiative 'Bürger für die Mitte' im Info-Container am Alten Markt, umgeben von einem fotografischen Panorama des alten Potsdam.

In anderen Bereichen der Innenstadt von Potsdam wird ebenfalls viel saniert, die überlieferte Bausubstanz will erhalten und auf den Stand der Zeit gebracht werden.

Stadtentwicklung – ob Ost ob West – ist nun einmal eine genuin öffentliche Aufgabe mit eminenter Wirkung und gehört in die öffentliche Hand, zugleich in öffentlichen Prozessen angeführt von Stadtplanern, nicht von irgendwelchen sogenannten Projektmanagern, denen der Blick für das Ganze und die Umsetzung öffentlicher Interessen nun einmal fehlen muss.

Die Brandenburger Straße, eröffnet vom Brandenburger Tor, präsentiert sich als Zone im Stil einer Residenzstadt und wird gerne von Touristen belaufen.

Es gibt viel zu tun und umzusetzen in der an Geschichte, Bauwerken und städtebaulichen Aufgaben reichen Stadt Potsdam.

Die Fotoreportage als Ausschnitt eines Tagesbesuches soll zeigen, aufzeigen und Anschauung bieten. Dabei müssen viele Aspekte und Hintergründe weggelassen werden und unerwähnt bleiben. Informationen zum Weiterlesen aus der Sichtweise engagierter Bürger bietet der Internetauftritt der Bürger für die Mitte. Dort wird ambitioniertes Ringen um Positionen und Interpretationen im Spannungsbogen zwischen historischer Prägung und heutigen Anforderungen und Möglichkeiten sichtbar.

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