Buch „Großvater will ewig leben“ wird als Dokumentarfilm produziert – Filmteam aus Bayern kommt zu Aufnahmen nach Nordhessen

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Unter der Oberfläche Spuren historischer Bebauung

Marburg 25.6.2012 (yb) Im Vorhinein zum Neubau der künftigen Universitätsbibliothek finden seit April dieses Jahres archäologische Untersuchungen statt. Auf dem ehemaligen Klinikgelände zwischen Deutschhausstraße und Altem Botanischen Garten wird gegraben und freigelegt. Damit werden in der Innenstadt an zwei Standorten archäologische Untersuchungen geleistet. Wichtige Epochen der Stadtgeschichte sollen ergründet werden.

Auf dem Areal des künftigen ‚Campus Firmanei‘, wo die neue Zentrale Bibliothek der Philipps-Universität entstehen soll, und rund um die Elisabethkirche finden sich Überreste einer Deutschordensniederlassung, die bis in das 13. Jahrhundert zurückreichen. Die Ausgrabungen werden vom Sachgebiet Mittelalter- und Neuzeitarchäologie der Hessischen Landesarchäologie unter der Leitung von Dr. Christa Meiborg umgesetzt. An den Grabungen beteiligt ist die ‚Wissenschaftliche Baugrund-Archäologie‘ (WIBA), geleitet von Professor Claus Dobiat vom Vorgeschichtlichen Seminar der Philipps-Universität.

Im Rahmen einer Präsentation am 22. Juni 2012 zu den ersten Ausgrabungsergebnissen gab es Gelegenheit zur Besichtigung vor Ort. Der Hessische Landesarchäologe Professor Egon Schallmayer gab Erläuterungen. „Hier, auf dem Gebiet der Niederlassung des Deutschen Ordens, haben wir augenscheinlich vor uns, was in den schriftlichen Quellen steht. Vor diesem Hintergrund haben solche Ausgrabungen für die Hessische Landesarchäologie einen außerordentlichen Stellenwert, denn im Verbund aller Beteiligten findet hier großartige landesgeschichtliche Forschung statt.“

Der südöstliche Teil des Areals, das von den geplanten Bauarbeiten betroffen ist, gehörte bis zu dessen Säkularisation zu Beginn des 19. Jahrhunderts zum Gelände des Deutschen Ordens. Dort befanden sich der Wirtschaftshof mit Stallungen und darüber liegenden Wohnräumen, der Schmiede und der nach Süden angrenzende Nutzgarten.

Basierend auf den Angaben des 1734 erstellten ‚Schönbornplans‘, der die Wirtschaftsgebäude der Deutschordensniederlassung im Bereich der ehemaligen HNO-Klinik verzeichnete, wurden auf diesem Areal kleinere Flächenuntersuchungen und auf dem übrigen Baufeld baubegleitende Suchschnitte vorgenommen.

Zutage traten umfangreiche Schuttauffüllungen in den südlichen Teilen des Geländes. In den nördlichen Bereichen waren die alten Bodendenkmäler durch fehlende Auffüllungen kaum geschützt, so dass die Reste der alten Bebauung bedingt durch Bodeneingriffe für Versorgungsleitungen nur schlecht erhalten sind. Sie wurden jedoch genau dort vorgefunden, wo die der ‚Schönbornplan‘ sie angibt.

Die beteiligten Archäologen konnten die dort eingezeichneten Gebäude nachweisen. Dazu wurden Umbauten und bisher unbekannte Mauerzüge sichtbar, deren Funktion noch zu klären sein wird. Bei den Grabungen wurden zahlreiche Keramikscherben vorgeschichtlicher Machart aufgefunden, die auf eine wahrscheinlich späteisenzeitliche Ansiedlung in unmittelbarer Nähe hinweisen. Künftige Grabungen in tiefer gelegenen, älteren Schichten sollen weitere Erkenntnisse liefern.

Im Grabungsfeld nordöstlich der Elisabethkirche, nahe zum Mineralogischen Museum, ist ein langestreckter Bau von bislang 9 x 27 Metern sichtbar geworden, wobei es sich um ein Hospitalgebäude für Kranke und Alte handeln kann, wie Christa Meiborg  bei der Führung erläuterte. Fotografien von Hartwig Bambey