Gerhardt-von-Reutern-Haus Willingshausen: Millioneninvestition mit klandestiner Planung

27.12.2021 (yb) Das Jahr 2021 ist für Willingshausen ein besonderes Jahr geworden, in dem mehr als nur Andeutungen und Zeichen für überfällige Veränderungen sich Bahn gebrochen haben. Stichwort Generationenwechsel. Mit Luca Fritsch löst ein neuer …

Lesen Sie den gesamten Beitrag »
Energie

Bildung

Hessen

Kassel

Willingshausen

Home » Soziales, Wirtschaft

Beschäftigte am UKGM fordern Gesundheitstarifvertrag

dbav0129_0004-UKGM140129 (yb) Frauen und Männer in weißen Kitteln, Mitarbeiter im Blaumann und in zivil, Mitarbeiterinnen im grünen oder blauen OP-Kittel. Zahlreiche Beschäftigte des UKGM sind am Mittwoch ab 12 Uhr im Foyerbereich zusammengekommen, um an einer „aktiven Mittagspause“ teilzunehmen. Eingeladen dazu hatte der Betriebsrat zusammen mit der Gewerkschaft ver.di. Das Thema dieser informellen kleinen Betriebsversammlung war die Vorstellung der Forderung nach einem speziellen Gesundheitstarifvertrag, der mit der Rhön AG als Inhaberin des privatisierten Uniklinikums für die Zukunft abgeschlossen werden soll.

Betriebsvorsitzender Dr. Dirk Gehrke erläuterte bei seiner Begrüßung der Teilnehmenden kurz die Anliegen eines speziellen Gesundheitstarifvertrages. Vor dem Hintergrund des jetzt bevorstehenden Verkaufs von 43 Kliniken von der Rhön AG an den Helios Konzern, was vom Kartellamt mit einer Minderung um 3 Kliniken genehmigt werden wird, sei es wichtig die Spezifika, beruflichen Anforderungen und Interessen der Beschäftigten in einem neuen Regelwerk vertraglich verbindlich zu machen. Gehrke hielt dabei nicht damit dem Berg, dass die Durchsetzung eines solchen Gesundheitstarifvertrages, wofür nach seinen Worten eine Anlehnung und Orientierung an der Charité in Berlin Möglichkeiten biete, sich wohl kaum ohne Mobilisierung und gegebenenfalls Streikaktionen seitens der Beschäftigten durchsetzen lassen werden.

Frank Eggert erläuterte den im Rahmen einer aktiven Mittagspause versammelten UKG-MitarbeiterInnen das Anliegen zur Verhandlung eines Gesundheitstrafivertrages. Fotos Hartwig Bambey

Frank Eggert erläuterte den im Rahmen einer aktiven Mittagspause versammelten UKGM-MitarbeiterInnen das Anliegen zur Verhandlung eines Gesundheitstarifvertrages. Fotos Hartwig Bambey

Als Sprecher für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter machte dann Frank Eggert anschaulich, welche Zielstellungen mit einem speziellen Gesundheitstarifvertrag verfolgt werden. Es gehe darum „die Rahmenbedingungen unserer Arbeit zusammen mit dem Arbeitgeber so zu gestalten, dass am Krankenhaus kranke Menschen gesund und nicht etwa gesunde Menschen krank gemacht werden.“ Möglichst für alle am Klinikum tätigen Berufsgruppen sollen daher Mindeststandards, Regelungen für altersgerechtes Arbeiten und gesundheitsfördernde Maßnahmen festgelegt werden.

Es müsse Ziel sein einen Umbau hin zu altersgerechten Arbeitsplätzen besonders im „Hochleistungssektor Pflege“ anzugehen. Mit einer wachsenden Zahl älterer MitarbeiterInnen werde dafür ein wachsender finanzieller Aufwand zu erbringen sein, zugleich sei es erstrebenswert eine Verringerung des Altersdurchschnitts anzugehen.

„Hochleistungsberufe im Krankenhaus müssen so attraktiv aussehen, dass sich junge Menschen wieder zum Einstieg in einen solchen Arbeitsbereich entschließen“, sagte Eggers. „Man muss sich bereits zu Beginn vorstellen können, den Job bis zum Erreichen des Rentenalters gut machen zu können und dabei nicht ‚kaputt zu gehen‘ „, lautete seine Forderung als perspektivisch orientierter Vorschlag.

Der langjährige Mitarbeiter Eggers aus dem OP-Bereich erläuterte dann die Forderung nach Einrichtung eines ‚Langzeitkontos‘. Arbeitsgeber und Arbeitnehmer sollen auf dieses Konto in geregelter Verfahrensweise Zeit und Geld einzahlen. Damit würde die Möglichkeit entstehen, dass Arbeitnehmer ihre Arbeitszeit in Absprache unterbrechen können oder früher in Rente gehen können, ohne Einbußen hinnehmen zu müssen.

Verbunden damit sei eine Steigerung der Attraktivität der Hochleistungsberufe im Krankhaus, was vor dem Hintergrund bereits jetzt fehlender und in Zukunft in einer Größenordnung von 160.000 fehlender MitarbeiterInnen besonders im Interesse des Arbeitsgebers liegen müsse. In anderen Bundesländern gebe es dafür bereits Vorbilder im Krankenhaussektor. Erste Gespräche zwischen Arbeitsgeber, Betriebsrat und Gewerkschaft hätten bereits stattgefunden, teilte Eggers mit.

Neben einem kleinen Imbiß am Rande dieser aktiven Mittagspause hatten die Versammelten Gelegenheit ihre Wünsche und Vorstellungen zur tarifvertraglichen Gestaltung der zukünftigen Arbeitsbedingungen in Fragebögen schriftlich zu artikulieren.
dbav0129_0002-UKGM