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Viel Interesse an Burnout-Fachtagung über gesunde Arbeitsstrukturen

Über 150 Interessierte besuchten die Tagung von Arbeit und Bildung e.V. zu Arbeitsstrukturen.

Über 150 Interessierte besuchten die Tagung von Arbeit und Bildung e.V. zu Arbeitsstrukturen.

140307 Trotz steigendem Gesundheitsmanagement in den Betrieben – durch Gesundheitstage, Entspannungskurse am Arbeitsplatz oder Vorträge zu gesunder Ernährung – die Zahlen der Arbeitsunfähigkeitstage durch psychische Belastungen am Arbeitsplatz steigen immer noch an. Das zeigen die statistischen Auswertungen der Krankenkassen. “Angesetzt wird an der individuellen Verantwortung des Einzelnen für seine Gesundheit“, so Projektleiterin Kordula Weber „aber was zu wenig berücksichtigt wird, ist die potentielle Gesundheitsgefährdung, die in den Arbeitsbedingungen selbst liegen.“ In dem dreijährigen Kooperationsprojekt „Rückenwind für die Beschäftigten der Sozialwirtschaft“ wurden zunächst über 1.000 Mitarbeitende des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes befragt. Weber fasste die Ergebnisse so zusammen: „Gefährdungen am Arbeitsplatz stellen vor allem fehlende Anerkennung, Widersprüchlichkeit in den Rollenerwartungen und das notwendige emotionale Einlassen auf die Klienten dar“.

150 interessiert Besucher, und damit unerwartet viele, waren zu dieser vom Europäischen Sozialfonds finanzierten Tagung ins Marburger Software Center gekommen. Sie erhofften sich Antworten auf die Fragen, die der Leiter von Arbeit und Bildung e.V. Rainer Dolle anfangs formuliert hatte: „Ist es die in der sozialen Arbeit verbreitete Helfersymptomatik oder die fehlende Resilienz, die zu Erkrankungen führt? Unterliegen Frauen eher der Erschöpfungsfalle als Männer? Wir als Betrieb mit dem familienfreundlichen Gütesiegel stellen uns diesen Fragen auf der Suche nach Optimierung unserer Arbeitsstrukturen“.

Was schützt gesunde Organisationen? Albert Pietzko von den mehrfach ausgezeichneten Heiligenfeld-Kliniken in Bad-Kissingen brachte diese Botschaft zur burn-out-Prophylaxe mit: „Tu das, was du tust mit Freude“. Er forderte damit auf, Arbeit als Sinngebung und nicht nur als Belastung zu betrachten.

Prof. Rolf Haubl, Direktor des Sigmund Freud Instituts in Frankfurt, betonte die große Erwartung der Arbeitenden an die Fürsorge durch den Arbeitgeber. Belastungen und Überforderung würden aber noch zu wenig offen angesprochen. Auf der anderen Seite betonte er die zu geringe Selbstfürsorge. Viele Betroffene versuchten ihre Überforderung als eigenes Problem zu lösen anstatt im Betrieb darüber zu sprechen.

Eine Besucherin der Tagung resümierte für sich: „Bisher hielt ich das alles immer nur für mein eigenes Versagen. Eine wirklich gelungene Veranstaltung, in der ich ganz neue Impulse zum Thema burn-out mitgenommen habe“.

Desweiteren referierte Sonja Nielbock, Organisationsberaterin aus Hamburg, über Geschlechterrollenbilder und Cornelia Weiß von der Technischen Universität aus Chemnitz setzte die Problematik in Zusammenhang mit gesellschaftlichen und ökonomischen Veränderungen.

Im Rahmen von „Rückenwind“ bildete Arbeit und Bildung e.V. IHK-zertifizierte „Burnout-Organisationsberater/innen“ aus. Weitere Weiterbildungen sollen folgen. Nähere Infos unter www.arbeit-und-bildung.de.