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Genetischer Fingerabdruck des Erregers bringt Klarheit: Keim stammte nicht aus dem Klinikum

140516 Ende März 2014 war im Uniklinikum Marburg ein extrem früh geborenes Zwillingskind an den Folgen einer Infektion mit dem Keim gestorben. Auch das Geschwisterkind war mit dem Keim infiziert, hat diese Infektion jedoch überlebt. Der Fachbereich Gesundheit des Landkreises Marburg-Biedenkopf als zuständige Krankenhausaufsicht veranlasste daraufhin umfangreiche Untersuchungen, um herauszufinden, ob die Quelle der Infektion innerhalb des Universitätsklinikums liegt. Nach umfangreichen und sehr aufwändigen Untersuchungen im Zusammenhang mit dem Tod eines Frühgeborenen am Marburger Universitätsklinikum an den Folgen einer Infektion mit dem Bakterium Klebsiella oxytoca liegen nun die Ergebnisse dieser Untersuchungen vor. Danach gibt es keine Hinweise auf eine Übertragung des Keims durch das Personal des Klinikums oder auf hygienische Defizite als Ursache der Infektion auf der Intensivstation für Früh- und Neugeborene.
Neben den ohnehin regelmäßig entnommenen Routineabstrichen bei allen Frühchen wurden zusätzlich 86 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus Pflege, Ärzteschaft und Reinigungsdienst auf eine Besiedlung mit Klebsiella oxytoca untersucht. Weiterhin wurden 149 Umgebungsproben auf der Intensivstation für Früh- und Neugeborene und 33 weitere Proben im Kreißsaal entnommen. Diese umfassten unter anderem Abstriche von Arbeitsflächen, Matratzen, Inkubatoren, Waschbeckensiphons, Spender für Desinfektionsmittel, Computer-Tastaturen, Creme- und Salbentuben und medizinische Gerätschaften.

Dabei konnten zwar bei vier Mitarbeitern sowie bei einer Probe aus einem Waschbeckensiphon Klebsiella oxytoca nachgewiesen werden. Die Untersuchungen der Experten in Bochum haben jedoch ergeben, dass die DNA-Struktur der verglichenen Bakterienstämme, also der genetische Fingerabdruck der gefundenen Erreger, nicht mit dem Keim übereinstimmt, der bei den Frühgeborenen nachgewiesen wurden. Damit scheidet das Klinikum als Infektionsquelle aus. Gleichwohl haben die betroffenen Mitarbeiter, bei denen der Keim auch festgestellt wurde, vorsorglich und bis zur Klärung der Situation nicht in Risikobereichen des Krankenhauses gearbeitet.

Die Klebsiellen kommen als Umweltkeime im Erdreich, auf Pflanzen und im Wasser vor. Sie besiedeln aber auch die menschliche Darmschleimhaut. Für Gesunde und Erwachsene ist Klebsiella oxytoca im Regelfall harmlos. Bei kranken oder schwachen Menschen oder bei Personen mit einem geschwächten Abwehrsystem können die Bakterien jedoch Infektionen bis hin zu eine Sepsis, also einer lebensbedrohlichen Blutvergiftung verursachen.