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Willkommenskultur für Flüchtlinge: Stadt Marburg konstituiert am 28. Oktober Runden Tisch Integration

Marburg 16.10.2014 (pm/red) Die Stadt Marburg erwartet bis Ende kommenden Jahres etwa 600 Flüchtlinge, vor allem aus Syrien, Afghanistan, Eritrea, Somalia und dem Irak. Die Flüchtlinge menschenwürdig unterzubringen und aufzunehmen, „ist eine große Aufgabe für die Stadt“, betonte  Oberbürgermeister Egon Vaupel während einer Pressekonferenz für ein Netzwerk der Flüchtlingsunterbringung und -betreuung. Um eine solche „Kultur des Willkommens“ zu schaffen, reiche es nicht aus allein Wohnraum zur Verfügung zu stellen.

Vor diesem Hintergrund lädt die Stadt für Dienstag, 28. Oktober ab 17 Uhr, zu einem offenen Runden Tisch Integration in den Stadtverordnetensitzungssaal ein. Ein Runder Tisch habe bereits in der Vergangenheit erfolgreich zu Themen wie dem Bau der Marburger Moschee gearbeitet. Nun sollen neben den in Marburg vertretenen Religionsgemeinschaften interessierte Gruppen sowie BürgerInnen dabei sein. „Die Flüchtlinge aufzunehmen, ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe“, sagte Vaupel.

Der Runde Tisch soll dazu dienen, offene Fragen und Probleme zu klären, um einen Konsens in der Stadt zu erreichen. Dazu hofft der Oberbürgermeister, den oft traumatisierten Flüchtlingen „ein Heimatgefühl“ geben zu können: „Das sind Menschen, die teilweise über mehrere Jahre auf der Flucht waren und die Schreckliches erlebt haben.“ Um sie willkommen zu heißen, brauche man die Unterstützung der Bürger. Während des Rundes Tisches am 28. Oktober soll es um Nachbarschaftstreffen und die Förderung von Begegnungen gehen. Zudem soll ein kommunaler Flüchtlingsrat gebildet werden.

Bislang leben 112 Flüchtlinge im Leistungsbezug in Marburg. Bis Ende des Jahres rechnet die Stadt mit 200 weiteren Asylbewerbern und Flüchtlingen. 2015 werden voraussichtlich 400 weitere folgen. Die Stadt Marburg versucht, die Flüchtlinge dezentral in privaten und von der Stadt angemieteten Wohnungen sowie in Sozialwohnungen unterzubringen. Für unbegleitete Kinder und Jugendliche richtet der St. Elisabeth-Verein eine Wohngruppe ein. Von großen Gemeinschaftsunterkünften sei man weit entfernt, teilt der Oberbürgermeister.

Marburgs Stadtoberhaupt sieht eine große Bereitschaft, Flüchtlinge aufzunehmen. Es würden weiterhin noch private Unterkünfte gebraucht. Daher appelliert die Stadt an mögliche Vermieter, sich zu melden. Die Flüchtlinge sollen von pädagogischen Mitarbeitern der Stadt betreut werden. Sie sollen ihnen bei Behördengängen, Schul-Besuch, Sprachkursen und möglichen Schwierigkeiten zur Seite stehen.

Marburg unterstützt die Flüchtlinge mit freiwilligen Integrationsangeboten. Daher werden mehr Deutschkurse angeboten, als vom Land vorgesehen. Kleinkinder können die städtischen Kindertagesstätten besuchen. Die Flüchtlinge haben Anspruch auf den Stadtpass, mit dem man Volkshochschulkurse besuchen sowie billiger Bus fahren kann.

Ansprechpartnerin für den Runden Tisch Integration ist die persönliche Referentin des Oberbürgermeisters, Melanie Drusel, Tel. 06421-201442, melanie.drusel@marburg-stadt.de.