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Wohnungsmarktstudie vor der Fertigstellung – Wichtige Impulse zur Schaffung von bezahlbaren Wohnraum in Marburg

dbau1004_0274 Runder TischMarburg 12.10.2014 (pm/red). Bei der Zusammenkunft des ‚Runden Tisches Preiswerter Wohnraum‘ am 1. Oktober wurden einige Empfehlungen der kommenden Wohnungsmarktanalyse für Mar­burg bereits vorgestellt. Oberbürgermeister Egon Vaupel verknüpfte dies mit der Ankündigungen konkrete Handlungsperspektiven verknüpft. „Wir werden in Marburg über eine Quote für den sozialen Wohnungsbau im Baurecht reden, um weiteren preisgünstigen Wohnraum zu schaffen“, so Egon Vaupel vor den über 50 Interessierten im Stadtverordnetensitzungssaal.

dbau1004_0269 Rundert TischDie Höhe der Quote müsse dabei sorgfältig abgewogen werden, damit sie auch zum gewünschten Erfolg führe. Denn liege der vorgeschriebene Anteil für Bauprojekte zu hoch, könne die Investitionstätigkeit nachlassen. Er befinde sich dazu bereits im Austausch mit anderen Städten wie etwa Nürnberg, sagte Vaupel. Der OB hatte die Wohnungsmarktstudie des Instituts für Wohnungswesen, Immobilienwirtschaft, Stadt- und Regionalentwicklung (InWIS) vor einem Jahr auf den Weg gebracht. Der Dialog soll nun auch in Arbeitsgruppen weitergehen.

InWIS legt Einzelaussagen aus der Analyse vor
Die Studie von ‚InWIS‘ geht bis 2020 von einem weiterhin leichten Zuwachs der Bevölkerung aus und prognostiziert für die Anzahl der Haushalte ein Plus von zwei Prozent. Auf dieser Basis wird ein Wohnungsbedarf von rund 1.600 zusätzlicher Wohneinheiten bis 2020 als Bedarf beschrieben. Beliebt sei Marburg nicht nur bei Studierenden, sondern auch bei Senioren und Familien, die Wohnraum suchten.

„Weil die bisherige Bautätigkeit in Marburg bei 150 Wohnungen im Jahr lag und zur Bedarfsdeckung 260 Wohnungen jährlich gebaut werden müssen, ist ein Anstieg der jährlichen Bauleistung um rund 110 Wohnungen erforderlich“, kommentierte Janine Constant von der Beratungsgesellschaft ‚InWIS‘ die Zahlen.

Die Analyse zeigt nun zugleich deutliche Miet- und Kaufpreissteigerungen im Neubau und bei privaten Anbietern auf. Insbesondere in der Kernstadt sowie in Wehrda, Cappel und in der Marbach sei der Markt angespannt. Als Ursachen für diesen Ist-Zustand und den Preisanstieg der Mieten werden das Bevölkerungs- und Haushaltswachstum der vergangenen Jahre, eine nicht ausreichende Bautätigkeit bei Zunahme der Baukosten um 33 Prozent innerhalb von zehn Jahren sowie wachsende energetische Standards benannt.

Nach Ansicht der Experten reicht das Flächenpotenzial in der Stadt aus, um den Bedarf bis 2020 zu decken, wenn auch alle Konversionsflächen bebaut werden können. Oberbürgermeister Egon Vaupel nennt als Beispiele das Bahnhofsareal oder die Neue Kasseler Straße.

Einen Nachfrageüberhang und dementsprechenden Handlungsbedarf stellt die Wohnungsmarktanalyse für preisgünstige sowie für barrierearme und barrierefreie Wohnungen fest. Zugleich liegt die Zusage für die Förderung von 300 Sozialwohnungen liegt vor, die von der Wohnungsgesellschaft GWH werden im Rahmen des laufenden Landesprogrammes errichtet werden sollen. Für barrierefreie und barrierearme Wohnungen wird ein Anteil von mindestens 50 Prozent gefordert.

Die ausführliche Textfassung wird im Spätherbst vorgelegt. Das Programm zum Neubau von 300 Sozialwohnungen und das Angehen einer Quote zur Errichtung preiswerter Wohnungen auch durch Privatinvestoren, wie es Oberbürgermeister Vaupel nunmehr als Instrument anwenden möchte, veranschaulichen zugleich, dass die Wohnungspolitik in Marburg eine klare Wendung erfahren hat. Insbesondere der Oberbürgermeister hat den dringenden Handlungsbedarfes erkannt und einige geeignete Maßnahmen eingeleitet.

Die Unterlagen zum Runden Tisch, der Wohnungsmarktanalyse und die Protokolle der Lenkungsgruppe sind öffentlich über den folgenden Link einsehbar: http://www.marburg.de/de/120240.
Der Runde Tisch sollwieder am 28. Januar und am 24. Juni 2015 tagen. Die Lenkungsgruppe trifft sich in engeren Zeitabständen. Für eine Teilnahme in dieser Arbeitsgruppe ist eine Anmeldung über die Sozialplanung der Stadt erforderlich: monique.meier@marburg-stadt.de.