Corveyer Bücherschatz:  Universitätsbibliothek Marburg digitalisiert mittelalterliche Handschriftenbestände der Klosterbibliothek Corvey

Marburg 15.08.2019 (pm/red) Die Klosterbibliothek Corvey war eine der bedeutendsten Bibliotheken des Mittelalters. Mit der Säkularisation von 1803 wurde sie endgültig aufgelöst und der übrige Bestand größtenteils zerstreut. Heute ist der Aufbewahrungsort von ungefähr 160 …

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SPD-Vorstand nominiert Dr. Thomas Spies als Oberbürgermeisterkandidaten

DBAX0829_0140-MdL SpiesMarburg 26.01.2015 (yb) Die Meldung des gestrigen Sonntags besteht aus dem einem Satz: „Der Vorstand der Marburger SPD hat einstimmig entschieden, den Marburger Dr. Thomas Spies, MdL als Oberbürgermeisterkandidaten vorzuschlagen.“ Monika Biebusch als SPD-Vorsitzende übermittelte dies am späten Nachmittag verbunden mit einer Einladung zu einem Pressegespräch am Montag. Wirklich überraschen konnte diese Nachricht nicht, denn der langjährige Landtagsabgeordnete Thomas Spies war in Marburg in den letzten Tagen ganz und gar als Favorit für die Nominierung nach dem Rückzug von Matthias Acker gehandelt worden. Spies hatte seine Bereitschaft zur Kandidatur zudem öffentlich gemacht. So liegt womöglich der wichtigste Teil dieser Nachricht in dem Hinweis auf die Einstimmigkeit der Nominierung. Weiteres dazu, von dem erfahrenen Landtagsabgeordneten mit sozial- und gesundheitspolitischer Orientierung, gibt es also bald direkt von ihm zu erfahren und zu berichten.

Bei der SPD als stärkster politischer Kraft in Marburg und damit auch in der Rot-Grünen Koalition ist mithin die ‚Kuh vom Eis‘. Ob damit freilich andere Fragen und Probleme überhaupt und über diese Personalentscheidung gelöst sind oder werden können, wird nicht alleine manchem SPD-Genossen in Marburg durch den Kopf gehen. Zuletzt wurde in Stellungnahmen gerade auch von Seiten der GRÜNEN das Interesse an einer Fortsetzung der Rot-Grünen Koalition beteuert. Als eindeutiger Befürworter der Weiterführung Rot-Grüner Poltitik in der Universitätsstadt hatte sich Fraktionsvorsitzender Dietmar Göttling bereits früh nach dem vorzeitigen Amtsverzicht von Oberbürgermeister Egon Vaupel  positioniert.

Am frühen Sonntagabend war der Fraktionsvorsitzende der GRÜNEN, soeben von der Wochenendklausurtagung aus Bad Wildungen zurück gekehrt, telefonisch zu erreichen. Offensichtlich war er über die Nominierung von Thomas Spies gut informiert und gab bereitwillig Auskunft. Thomas Spies sei ein sehr exponierter Vetreter der SPD, meinte Göttling und fügte hinzu: „Aber er ist zu stark mit der SPD verbunden.“ Auf die Nachfrage unserer Redaktion, wie denn dies zu vestehen oder interpretieren sei, verwies Göttling auf den zweiten anstehenden Wahltermin im Frühjahr 2016. Die Direktwahl des Oberbürgermeisters im Juni 2015 sei so etwas wie eine „Vorwahl zur Kommunalwahl“, war von ihm zu vernehmen. Für die GRÜNEN sei es wichtig und selbstverständlich, dass Politik neben und mit den Inhalten von Personen und Köpfen repräsentiert werde.

„Wir brauchen Gesichter vor und zu der Kommunalwahl“ artikulierte der Fraktionsvorsitzende. Die GRÜNEN hätten sehr wohl einen Wunschkandidaten, doch zuvor gelte es am Montag die Meinung des Stadtverbandsvorstandes einzuholen. In Bad Wildungen hatte die Fraktion der Marburger GRÜNEN in der Stadtverordnetenversammlung am Samstag und Sonntag in Klausur getagt und sich mit dem anstehenden Haushalt als Schwerpunktthema beschäftigt. Ob sich Göttling selbst oder die Stadtverordnetenfraktion mittels Einbeziehung des Stadtverbandsvorstandes an diesem Montag absichern will oder muss, blieb unklar.

Öffentlich verlautbaren will man sich dann am Dienstag. Für den 4. Februar werde zudem eine Mitgliederversammlung einberufen. Doch dann werde noch nicht entschieden, teilte Göttling mit. (Hinweis der Redaktion: Das lässt sich womöglich mit den vorgeschriebenen Ladungsfristen erklären.) Auf Nachfrage teilte der Fraktionsvorsitzende mit, dass (erst) Anfang März mit einer Nominierung des Kandidaten von Seiten der GRÜNEN zu rechnen sei.

Bis dahin ist es noch eine Weile hin. Allerdings scheint es sich bei dem „Wunschkandidaten“ der GRÜNEN um eine männliche Person zu handeln. Wer außer Bürgermeister Dr. Franz Kahle kann das denn schon sein, möchte man einwenden. In den letzten Monaten ist die Häufung öffentlichkeitswirksamer Auftritte und Aktivitäten des Bürgermeisters sowieso unübersehbar. Auf der anderen Seite sind es die auch anteilig stark vertretenen Frauen, die viele Entscheidungen treffen und getroffen haben. Im Grunde bestimmen, wenn nicht majorisieren die weiblichen Stadtverordneten und Mitglieder die Politik der Umweltpartei in Marburg.

Damit eröffnen nicht wenige Fragen den Anfang der neuen Woche und es gilt weiter abzuwarten. Am Montagabend will zudem Die Linke ihren Stadtverordneten und Landesvorsitzenden Jan Schalauske als Oberbürgermeisterkandidaten nominieren. Zum Anfang der letzten Januarwoche sind die Weichen alles andere als gestellt. Fest steht alleine, dass am Sonntag, 14. Juni Wahltag in Marburg ist. Ein gemeinsamer Kandidat von Rot-Grün, wie bereits öffentlich kolportiert, existiert dato nicht. Dirk Bamberger als Bewerber der CDU wird und kann dieser Umstand nicht sonderlich beunruhigen. Ähnlich der Topografie der Stadt bleibt es in Marburg (zunächst noch) unübersichtlich.
Foto Sternbald-Archiv Hartwig Bambey