Mit fremden Federn – Nicht nur Native Americans trugen Federschmuck

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Marburger GRÜNE fordern: Kein Wohnungsbau auf Kosten der Weidenhäuser Linden

Marburg 17.03.2016 (pm/red) Vom 3. März, und damit wenige Tage vor der Kommunalwahl, datiert eine Pressemitteilung von den Marburger Grünen zum Thema Wohnungsbau und Naturschutz. Der bisherige Weidenhäusener Stadtverordnete der GRÜNEN und Vorsitzende des Umweltausschusses, Uwe Volz, und die auf der Liste für den Ortsbeirat Weidenhausen angetretene Stephanie Theiss nehmen darin zu den geplanten Wohnungsbauprojekten in Stadtteil Weidenhausen Stellung:
Die rot-grüne Stadtregierung habe die städtische Wohnungsbaugesellschaft GeWoBau beauftragt, auf ihren innerstädtischen Grundstücken am Erlenring und in Weidenhausen-Süd in der Poitiersstraße neue Wohnhäuser mit rund 40 Wohnungen zu bauen. Im Bereich des Erlenrings plane die GeWoBau 3 Gebäude mit bis zu 18 Wohnungen, die in den baumbestandenen  Lücken zwischen den Wohnhäusern am Erlenring errichtet werden sollen. In Weidenhausen-Süd sollen auf einem Parkplatz bis zu 20 Wohnungen neu gebaut werden. Doch das würde das Fällen von einigen Bäumen nach sich ziehen.

Die Pläne in Weidenhausen barrierefreie und bezahlbare Wohnungen neu zu bauen würden unterstützt. Doch „Weidenhausen soll grün bleiben – dafür müssen wir die wertvollen Bäume erhalten“, artikulieren die beiden GRÜNEN. Der Wohnungsneubau müsse jedenfalls so umgesetzt werden, „dass wertvolles Grün im unserem Stadtteil nicht verloren geht.“

Denn der geplante mittlere Standort am Erlenring sei durch alten und wertvollen Baumbestand mit Linden geprägt. Die großen Linden in der mittleren Baulücke am Erlenring würden viel Sauerstoff produzieren und durch die Verdunstung in heißen Sommern für wichtige Kühlung sorgen, zudem verschönerten sie das Stadtbild. Es sei zwar gut, dass der Parkplatz in der Poitiersstraße in Weidenhausen-Süd neuen Wohnungen weichen solle. Doch dieser Bauplatz grenze direkt an eine Grünzone, die bei der Bebauung von Weidenhausen-Süd in den 1990er Jahren ganz bewusst erhalten geblieben sei.

Im neuen Ortsbeirat und in der Stadtverordnetenversammlung wolle man sich dafür einsetzen, so weiter in der Pressemitteilung, dass der stadtbildprägende Lindenbestand am Erlenring in der Bauphase geschützt und erhalten bleibe auch wenn dies bedeute, dass nur 2 der 3 Erlenring-Wohnhäuser gebaut werden können.

Nicht wenigen Marburger BürgerInnen werden diese Aussagen und Forderungen in den Ohren klingeln. Deren Zahl könnte sich auf allemal 3.000 belaufen. Denn so viele Menschen aus der Stadt hatten sich in den Wochen und Monaten vor der Wahl für den Erhalt einer weit größeren Baumzone eingesetzt, die man getrost als Wald bezeichnen kann. Doch entgegen deren unterschriftlich artikulierten Willen wurden im Februar hunderte Roteichen auf dem Vitosgelände abgeholzt und einem Waldstück der Garaus gemacht.

Von Seiten der Marburger Grünen war in dieser Angelegenheit kein Widerspruch zu vernehmen. Sie waren vielmehr beteiligt am Mehrheitsbeschluss in der Stadtverordnetenversammlung zur Fortschreibung des dortigen Bebauungsplanes und der Zurückweisung eines gewollten Bürgerbefragung in dieser Sache.

„O tempora, o mores!“ lautet ein von den alten Römern überlieferter Ausspruch, in dem der Verfall der Sitten beklagt wird. Ob bei den Marburger GRÜNEN nunmehr neue Sitten und Wahrnehmungen im Umgang mit Baumbeständen einziehen werden, oder ob sie andere Sitten lediglich im Ortsteil Weidenhausen verlangen, bleibt aunbeantwortet. Vielleicht könnte das schlechte Wahlergebnis vom 6. März – wenige Tage nach dieser verbalen Rettungsaktion für einige Bäume in Weidenhausen – einiges Nachdenken über konsequentes Verhalten auslösen bei den Marburger Parteiaktiven, bei denen sich Naturschutz sogar im Namen wiederfindet.

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