Mit fremden Federn – Nicht nur Native Americans trugen Federschmuck

Marburg 20.06.2019 (pm/red) Gastbeitrag von Ursula Wöll Das Hessische Landesmuseum für Kunst und Natur in Wiesbaden präsentiert eine ethnologische Sonderausstellung unter dem Titel „Mit fremden Federn“. Sie ist nicht nur prächtig anzusehen, sondern informiert auch …

Lesen Sie den gesamten Beitrag »
Philipps-Universität

Stadt Marburg

Verkehr

Kultur

Wohnen

Home » Stadt Land Fluß

Biodiversität soll Thema werden in Stadt und Land

Industrielle Landwirtschaft mit Monokulturen, sei es um Energiepflanzen anzubauen, trägt maßgeblich zur Verarmung der Biodiversität bei – hier eine landwirtschaftliche Biogasanlage im Ebsdorfergrund. Sternbald-foto Hartwig Bambey

Industrielle Landwirtschaft mit Monokulturen, sei es um Energiepflanzen anzubauen, trägt maßgeblich zur Verarmung der Biodiversität bei – hier eine landwirtschaftliche Biogasanlage im Ebsdorfergrund. Sternbald-Foto Hartwig Bambey

Marburg 11.4.2016 (pm/red) Die verschiedenen eng miteinander verflochten Lebensformen und Lebensräume, mit dem Begriff Biodiversität umschrieben, als Vielfalt an Tier- und Pflanzenarten sind Basis einer intakten Natur und Lebensgrundlage für Menschen. Bereits im Jahr 1992 hat diese Erkenntnis die Vereinten Nationen dazu bewogen, ein Übereinkommen zum Erhalt der biologischen Vielfalt (Biodiversität) abzuschließen. Auch die Europäische Union wollte mit einem Aktionsplan zum Erhalt und zur Eindämmung des Verlusts der Biodiversität bis zum Jahr 2010 beitragen. Beides ist nicht gelungen, so dass die internationale Staatengemeinschaft im Jahr 2010 in Nagoya (Japan) einen strategischen Plan zur Rettung der Biodiversität beschloss (Nagoya-Protokoll). Die darin formulierten Ziele sollen bis zum Jahr 2020 umgesetzt werden und sind Grundlage für eine Hessische Biodiversitätsstrategie.
Aktuell zu erleben ist weltweit das größte Artensterben seit dem Ende der Dinosaurier. Dass einige Arten aussterben ist ein natürliches Phänomen. Derzeit erfolgt jedoch ein Auslöschen der Gen- und Artenvielfalt mit erschreckender Schnelligkeit. Dies führt dazu, dass eine genetische Anpassung bestimmter Tier- und Pflanzenarten nicht mehr möglich ist, so dass diese für immer von unserem Planeten verschwinden. Primäre Ursache für das Artensterben ist der Mensch. Waldrodungen, intensivierte landwirtschaftliche Nutzung, Zerschneidung, Zersiedlung der Landschaft sowie immenser Flächenverbrauch, gestiegene Freizeitnutzung, Gewässerausbau und das Einschleppen invasiver Arten sind hier nur als einige Ursachen zu nennen.

Renaturierung Flußlauf Lahn im Berich Auf der Weide in Marburg. (Foto H.Diehl)

Renaturierung Flußlauf Lahn im Berich Auf der Weide in Marburg. (Foto H.Diehl)

Was kann getan werden?
Unsere Region ist reich an erhaltenswerten Naturschätzen und verschiedenen, teilweise selten gewordenen Tier- und Pflanzenarten. In den letzten Jahren ist, insbesondere im Landkreis und in der Stadt Marburg, vieles zum Schutz der Natur und der Artenvielfalt unternommen worden. Wichtige Ökosysteme und Lebensräume für wildlebende Tier- und Pflanzenarten wurden unter Schutz gestellt oder reaktiviert, Schutzgebiete wurden ausgewiesen und entwickelt, neue Lebensräume geschaffen und wiederhergestellt. So wurden Gewässer renaturiert, Magerrasen entbuscht, Streuobstwiesen angepflanzt oder gepflegt. Dies hat etwa zur Rückkehr von Wildkatze, Weiß- und Schwarzstorch geführt.

Doch all diese Aktivitäten konnten den voranschreitenden Artenschwund nicht wesentlich aufhalten, zumal schädliche Eingriffe durch den Menschen ansteigen. Der Landkreis Marburg-Biedenkopf und die Stadt Marburg artikulieren Interesse daran, den Erhalt der Artenvielfalt durch weitere Maßnahmen aktiv und nachhaltig und unter Einbindung der Bürgerschaft auf den Weg zu bringen. Der Schutz der Tier- und Pflanzenwelt und deren Lebensräumen bedürfe einer gesamtgesellschaftlichen Anstrengung, wird mitgeteilt.

Am 2. Juni soll mit einer Kreiskonferenz zur Biodiversität der Startschuss zur Umsetzung der „Hessischen Biodiversitätsstrategie“ in der Region gegeben werden. Die Konferenz bildet den Auftakt für weitere regionale Bürgerbeteiligungsprojekte.