Welterbestätte Bergpark Wilhelmshöhe – Bericht von der Tagung des Welterbebeirat

Marburg 16.05.2019 (pm/red) Mit dem aktuellen Stand der verschiedenen Bauprojekte und Instandsetzungsarbeiten im UNESCO-Welterbe Bergpark Wilhelmshöhe, aber auch mit der Pflege und Instandhaltung der Welterbestätte, hat sich der Welterbebeirat am Dienstag und Mittwoch, dem 14. …

Lesen Sie den gesamten Beitrag »
Philipps-Universität

Stadt Marburg

Verkehr

Kultur

Wohnen

Home » Bildung, Soziales

Erfolgreiche Rückkehr in den Job

Marburg 31.8.2016 (pm/red) Die Beratungsstelle für Berufsrückkehrerinnen von Arbeit und Bildung e.V. Marburg coacht Frauen nach der Familienzeit. Frau M. ist glücklich: schon viele Jahre suchte die dreifache Mutter nach einer beruflichen Perspektive, nun steht sie wieder erfolgreich mitten im Berufsleben. Nach einer längeren Familienzeit, in der sie sich intensiv und gerne um ihre Kinder gekümmert hat, vermisste sie das Gefühl, wieder einmal beruflich gefordert und anerkannt zu sein. Zunächst schien es nicht leicht, einen Weg zurück in den Job zu finden: Schaffe ich es, Familie und Beruf zu verbinden? Welche Chancen habe ich auf dem Arbeitsmarkt?

Welche Fähigkeiten sind gefragt, welches Fachwissen muss ich auffrischen? Und nicht zuletzt: wie überzeuge ich potentielle Arbeitgeber in der heutigen Zeit mit meinen Bewerbungsunterlagen? Bedingt durch ihren Migrationshintergrund war zudem unklar, ob der Berufsabschluss von Frau M. in Deutschland überhaupt anerkannt werden würde. Mit diesen Fragen wandte sich die 42-Jährige Anfang des Jahres an die „Beratungsstelle für Berufsrückkehrerinnen“ des Marburger Vereins Arbeit und Bildung.

Dort werden Frauen beraten, die nach einer längeren beruflichen Auszeit – bedingt durch Kindererziehung oder die Pflege Angehöriger – wieder im Job durchstarten möchten. Gemeinsam mit den Frauen werden individuelle Lösungen erarbeitet, wie der Wiedereinstieg gelingen kann. Dabei steht ein breitgefächertes Angebot zur Verfügung erklärt Projektleiterin Kordula Weber: “Vom qualifizierten Einzelcoaching über Gruppenangebote zu Themen wie „Vereinbarkeit von Familie und Beruf“ oder „Zeitmanagement“ bis zur Entwicklung einer persönlichen Bewerbungsstrategie werden die Teilnehmerinnen individuell auf ihrem Weg begleitet.

Zudem gibt es die Möglichkeit, mittels professioneller Verfahren der Kompetenzanalyse die eigenen Fähigkeiten zu erfassen und wiederzuentdecken, das persönliche berufliche Profil mit den Anforderungen des Arbeitsmarktes abzugleichen und ggf. fachliche Weiterqualifizierung zu planen und umzusetzen. Auch ganz praktische Hilfestellung wird gewährleistet, etwa bei der Frage nach der Organisation der Kinderbetreuung.“

Arbeit und Bildung e.V. möchte mit dem Angebot interessierte Frauen aktivieren und zum Einstieg ins Berufsleben motivieren. „Frauen, die länger nicht mehr im Berufsleben standen, kommen häufig mit ähnlichen Fragen und Unsicherheiten zu uns. Dennoch sind die Ziele und das Tempo, in denen diese erreicht werden können, sehr unterschiedlich. Deshalb legen wir Wert auf einen individuell angepassten Lösungsweg und gestalten unsere Angebote bewusst offen. So stellen wir sicher, dass die Teilnehmerinnen an den Stellen Unterstützung erhalten, wo sie tatsächlich Bedarf haben“ so Weber.

Die Mitarbeiterinnen der Beratungsstelle greifen auf mehrjährige Erfahrung in der Beratung mit Wiedereinsteigerinnen zurück und sind innerhalb der Strukturen der Stadt und des Landkreises gut vernetzt. Seit 2015 ist Arbeit und Bildung Mitglied des hessenweiten Netzwerks Wiedereinstieg (NeW). Das Projekt „Beruflicher Wiedereinstieg – Bereit für neue Wege“ wird gefördert durch das Hessische Sozialministerium und den Europäischen Sozialfond, die Teilnahme ist daher kostenfrei.

Frau M. hat in dem knappen halben Jahr, in dem sie sich mit ihren Fragen an die Beratungsstelle wandte, enorm an Selbstbewusstsein gewonnen und eigene persönliche „Stolpersteine“ erfolgreich aus dem Weg geräumt. „Vor allem das Coaching im Einzelsetting und in der Gruppe haben ihr geholfen, sich mit ihrer angestrebten neuen Doppelrolle zu identifizieren, sich auf dem Arbeitsmarkt zu orientieren und sich konkrete Ziele zu setzen“ erzählt Weber weiter. Frau M. versandte schließlich zwei Bewerbungen, wurde beides Mal zum Vorstellungsgespräch eingeladen und erhielt eine Zusage.

Nun arbeitet sie in einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung mit Menschen, die nach Deutschland geflüchtet sind, und kann in diesem Bereich ihre Fähigkeiten und Erfahrung wunderbar einbringen. Und durch ihre Teilzeitstelle bleibt noch immer genug Zeit und Freiraum für das Familienleben.
Einstieg in das Projekt ist jederzeit möglich. Kontakt Kordula Weber, Arbeit und Bildung e.v. Marburg, 06421-9636-0.