Nutzungsverzicht im Wald schadet Wald und Klima:  Nabu Hessen fordert eine großzügige Ausweisung von Wald-Wildnisgebieten

Kassel 08.01.2020 Gastbeitrag von Roland Irslinger | In der Wohlfühl-Ökoszene um Autor Peter Wohlleben herrscht die Meinung, man solle wegen des Klimaschutzes den Wald besser in Ruhe lassen statt ihn zu nutzen. In einer Studie …

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Faszination Wildkatze in Hessen – Tag der Katze am 8. August

Schweiz, Zürich, Gehege, Wildkatze, BUND e.V. Bundesgeschäftsstelle; „Biotopvernetzung – Netze des Lebens“; Kontakt Projektkoordination: Mark Hörstermann; Leiter Naturschutzkommunikation Am Köllnischen Park 1; 10179 Berlin; Tel.: +49/ (0)30/ 275 86 – 475 mark.hoerstermann@bund.net [Fotografie ©Thomas Stephan, Wiener Weg 12, D-89597 Munderkingen; Tel: +49(0)7393-4272; email:service@thomas-stephan.com; www.thomas-stephan.com; Veroeffentlichung nur gegen Honorar (MFM), Urhebervermerk und Belegexemplar; Bankverbindung: VOBA Ehingen, BLZ 63091010, Konto 630967008; IBAN DE85 63091010 0630967008 USt-IdNr. DE145238676] [#0,26,121#]

Schleichende Wildkatze Foto Thomas Stephan

Marburg 8.8.2016 (pm/red) Anmutig und vorsichtig schleicht sie durch die Wälder Hessens und ist für viele noch immer unbekannt: Die Europäische Wildkatze. Als echte Ureinwohnerin ist sie schon seit vielen zehntausend Jahren in Europa zu Hause. Doch ihre Bestände wurden weit zurückgedrängt. Bei uns in Hessen hat sie ihre Verbreitungsschwerpunkte in den naturnahen Laub- und Mischwäldern des Spessarts, der Rhön, des hessischen Berglands und des Taunus.

„Die Wildkatze steht wie kaum ein anderes Tier für die letzte Wildnis in Deutschland. So scheu und zurückgezogen wie sie lebt, bekommen sie selbst Jäger und Förster nur äußerst selten zu Gesicht“, so Susanne Schneider, Wildkatzenexpertin des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) Hessen. Das wichtigste Erkennungsmerkmal der Wildkatze ist ihr verwaschenes, grau-braunes Fell und der buschige Schwanz mit zwei bis drei schwarzen Ringen und schwarzem stumpfem Ende. Tagsüber ruht sie in ihren Verstecken, nachts wird sie zum flinken Räuber. Sie lebt vor allem von Mäusen und streift dabei durch ihr bis zu 30 Quadratkilometer großes Revier.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war die Wildkatze fast ausgestorben, noch immer steht sie auf der Roten Liste. Ihr Bestand wird deutschlandweit auf etwa 5.000 bis 7.000 Tiere geschätzt. Straßen und wachsende Siedlungen und Ackerflächen beschneiden ihren Lebensraum und sind deswegen heute ihre größten Gefahren. In den letzten Jahren zeigte sich aber auch eine erfreuliche Entwicklung. „Der BUND konnte in der hessenweiten ‚Wildkatzeninventur‘ wieder neue Bestände nachweisen, wie etwa im Krofdorfer Forst im Landkreis Gießen und in Teilen des Vogelsbergs,“ so Schneider.

„Die Wildkatze ist ein guter Indikator für den Zustand der Wälder und Waldsäume. Dort, wo sie zu Hause ist, sind die Wälder in einem guten Zustand.“ Doch noch immer sind geeignete Lebensräume in Hessen wie etwa südlich des Maines von der Wildkatze noch nicht wieder erobert. Es fehlen die Verbindungen, die „grünen Korridore“, über die die Wildkatze und viele andere Tiere des Waldes diese Wälder erreichen. Das langfristige Ziel des BUND „Rettungsnetzes für die Wildkatze“ ist deshalb ein Netz aus Wäldern von 20.000 km Länge über ganz Deutschland.

Mehr Infos: www.bund-hessen.de/wildkatze