Prof. Ursula Birsl: Zunehmender Antifeminismus ist Teil rechter Ideologie

Marburg 14.02.2019 (pm/red)  Antifeminismus werde vor allem von Hochgebildeten und Adligen vorangetrieben – das sagte die Marburger Politikprofessorin Ursula Birsl in ihrem Vortrag über „Antifeminismus (nicht nur) in der radikalen Rechten“ im Stadtverordnetensitzungssaal. Zu dem …

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Ausstellung will „Flüchtlingsströmen“ Gesichter geben

Marburg 12.02.2019 (pm/red) „Europa – was machst Du an Deinen Grenzen?“ ist der Titel einer Wanderausstellung von Amnesty International, die bis zum 27. Februar im Erdgeschoss des Marburger Rathauses zu sehen ist. Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies machte bei der Eröffnung am Sonntag darauf aufmerksam, dass der Wohlstand Europas auch für Fluchtursachen verantwortlich ist.

Organisiert wird die Ausstellung von Pulse of Europe Marburg, Amnesty International, Seebrücke und Weltladen Marburg. Sie zeigt Texte und Fotos von Ingeborg Heck-Böckler, die im Jahr 2014 in einer internationalen Amnesty-Delegation hauptsächlich in Italien unterwegs gewesen ist, 2015 Marokko bereiste und 2016 den sogenannten „Dschungel von Calais“ dokumentierte, bevor dieser geräumt wurde. Im Jahr 2017 wurde das Thema „Seenotrettung“ aufgegriffen.

Vor der Eröffnung gab es eine Kundgebung der Organisatorinnen und Organisatoren, die wegen des schlechten Wetters kurzerhand vom Marktplatz in den Ausstellungsraum verlegt wurde. In ihren Beiträgen forderten die Sprecherinnen und Sprecher der verschiedenen Organisationen unter anderem ein Ende der Behinderung von Seenotrettung – etwa wenn Schiffe mit auf dem Mittelmeer Geretteten keine Häfen anlaufen dürfen. Die EU-Mitgliedsstaaten wurden aufgefordert, einer gemeinsamen Regelung für die Aufnahme von Geflüchteten oberste Priorität einzuräumen.

OB Spies verwies in seinem Grußwort darauf, dass die Überfahrt mit einem Schlauchboot selbstverständlich verrückt und gefährlich sei. „Wir wünschen uns natürlich, dass die Menschen einen anderen Weg nehmen, aber das kann kein Grund sein, sich nicht um sie zu kümmern. Wenn ein Fahrradfahrer auf einer für ihn ungeeigneten Straße verunglückt, bestrafen wir auch nicht den, der den Notarzt holt und erst recht sagen wir nicht, wenn genug Fahrradfahrer gestorben sind, werden sie dort nicht mehr fahren“.

Ingeborg Heck-Böckler berichtete in ihrer kurzen Einführung, dass ihr die Menschen bei ihren Reisen viele individuelle berührende Geschichten erzählt haben, die sie in der Ausstellung aufgearbeitet hat. „Sie sind schließlich nicht nur Zahlen“. Viele von ihnen würden vor Verfolgung, Folter und anderen Misshandlungen fliehen, andere, um der extremen Armut in ihren Herkunftsländern zu entkommen. Auffällig sei die Hilfsbereitschaft in den betroffenen Regionen. Die Menschen auf der italienischen Insel Lampedusa etwa hätten nicht gegen die Flüchtlinge demonstriert, sondern dagegen, dass so viele von ihnen auf der Flucht sterben. Zuletzt verwies Heck-Böckler noch einmal nachdrücklich darauf, dass die Menschen Rechte haben, die bereits seit langer Zeit bestehen, festgeschrieben etwa in der Genfer Flüchtlingskonvention von 1951 „als bis heute gültiges Dokument“.

Die Ausstellung ist täglich von 11 bis 17 Uhr geöffnet. Die beteiligten Gruppen halten weitere Informationen bereit. Die Veranstalterinnen und Veranstalter wünschen sich einen intensiven Meinungsaustausch und lebendige Diskussionen.