Einsamkeit im Alter: Eine Bratwurst beim Stadtfest mitzuessen, wäre schon schön gewesen

Marburg 15.07.2019 (pm/red) „Wir haben Dich nicht gefragt, ob Du zum Stadtfest mitkommen willst, es ist doch zu beschwerlich für Dich“. Es stimmt, denkt die angesprochene, ältere und behinderte Person. Es wäre zu beschwerlich, aber …

Lesen Sie den gesamten Beitrag »
Philipps-Universität

Stadt Marburg

Verkehr

Kultur

Wohnen

Home » Kultur, Stadt Marburg

Kurzgeschichten über Trauer, Liebe und Mobbing von Marburger Jugendlichen

Marburg 05.02.2019 (pm/red) Erstmals verliehen wurde am Wochenende der Marburger Literaturpreis für Jugendliche. Im Rahmen des Marburger Lesefestes haben 18 Jugendliche eigene Kurzgeschichten eingereicht. Initiator Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies zeigte sich beeindruckt von der Vielfalt und der Tiefe der Beiträge. Den ersten Platz belegte Alina Kalko, gefolgt von Julia Schümann und Linn Eckert.

„Allen Texten merkt man das Selbstbewusstsein an, mit dem eigene Erfahrungen, Überlegungen, Meinungen und Gefühle in Literatur umgesetzt werden,“ sagte OB Spies bei der Preisverleihung. Auch schwierigen Themen hätten die jungen Autorinnen und Autoren sich angenommen, etwa allgemeinen menschlichen Fragen von Liebe, Leben und Tod.

Mit dem Literaturpreis wolle die Stadt junge Menschen fördern, die sich „freiwillig der Angst vor dem leeren Blatt Papier stellen“, so das Stadtoberhaupt. Denn: „diese Menschen, das hat der Jugendliteraturwettbewerb schon jetzt bewiesen, haben etwas zu sagen, egal ob sie 13, 15 oder 18 sind. Und wir möchten, dass sie das in unserer Stadt tun – denn nur so können wir etwas von ihnen lernen“.

Im Siegbeitrag „Meine Geschichte“ von Alina Kalko ging es um den Tod eines Familienangehörigen. Der Text zeigt auf authentische und persönliche Weise, wie die Ich-Erzählerin in der Kurzgeschichte mit dem Verlust umgeht, wie sie trauert, die Frage nach der Schuld stellt und wie sie weiterlebt. „Die Geschichte ist originell und kreativ, spannend und berührend zugleich. Sie ist eine Mut-mach-Geschichte“, heißt es in der Jurybegründung.

Julia Schünemann hat sich in „Wach auf, wir sind da!“ mit dem Thema Flucht beschäftigt – genauer: mit der Flucht einer Familie aus Ostpreußen nach dem Zweiten Weltkrieg. „Die Geschichte ist sehr gut recherchiert, flüssig, dramatisch und stringent aus der Sicht einer 14-Jährigen erzählt“, lobte die Jury den Text.

In „Die Hölle des Löwen“ von Linn Eckert geht es um das Thema Mobbing. „Es geht um Verhaltenscodex, um Moral und die Frage der Verantwortung des eigenen Tuns“, so die Jury. Der Text greife aktuell und authentisch viele Themen aus der Welt junger Menschen auf ohne sie zu werten. Und besonders beeindruckend: „Die Hölle des Löwen“ spielt mit der Täter- und Opferrolle und kehrt sie zuweilen auch um.

Verliehen wurde der erste Marburger Jugendliteraturpreis im Cineplex. Stefan Piskorz vom Hessischen Landestheater Marburg las die Geschichten vor, denen immer wieder Momente der Stille folgten. Studentinnen der Sprechwissenschaften trugen Texte rund um das Thema Literatur vor – etwa über das erste Buch, das das Herz eines Lesenden erreicht.

18 Jugendliche im Alter zwischen 14 und 18 Jahren sind im Herbst dem Literaturpreis-Aufruf gefolgt und haben ihre Kurzgeschichte eingereicht. Eine dreiköpfige Fachjury hat über die Vergabe der ersten drei Plätze entschieden. In der Fachjury wirkten Dr. Christoph Becker, Friederike Könitz und Hermine Geissler.