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Marburger Linke fordert Halbierung der Friedhofsgebühren

Marburg 21.2.2019 (pm/red) „Mit den für 2021 geplanten Erhöhungen der Friedhofsgebühren um 7 und 23 Prozent, würde Marburg am teuersten in Hessen“ erklärt Renate Bastian, die Fraktionsvorsitzende der Marburger Linken nachdem Ihre Fraktion die Tarife in allen hessischen Städten über 50.000 Einwohner verglichen hat. Grund für die geplante  Marburger Gebührenerhöhung auf Rekordniveau seien nicht so sehr die Beerdigungskosten, bei denen die Stadt im Mittelfeld liege, sondern die Grabnutzungsgebühren. „In Marburg sind die Preise in der neuen Gebührenordnung für 2021 doppelt so hoch wie der Durchschnitt der anderen hessischen Städte.“
So betragen zum Beispiel bei Erdbestattungen die neuen Nutzungsgebühren für ein einstelliges Wahlgrab für 30 Jahre 3.000 Euro. In Wetzlar sind es nur 1.140. Für ein Urnenwahlgrab beträgt die 30-Jahres-Gebühr 2.340 Euro, in Fulda nur 495 Euro – für 40 Jahre.

Friedhöfe sind Orte mit Denkmalwert

„Die Gebührenerhöhung mit dem Kostendeckungsprinzip zu rechtfertigen geht nur mit einer sehr kreativen Kostenrechnung“ sagt Bastian. Die Angehörigen müssten heute für Kosten mit aufkommen, die die Bestattungskultur früherer Generationen verursacht hat. Da heute 60 Prozent der Verstorbenen eingeäschert werden, sei der Platzbedarf für Gräber stark zurückgegangen. Die meisten Kosten verursachten heute die Pflege der Grün- und Parkanlagen. „Deshalb reicht es nicht, den unter Bürgermeister Kahle auf eine halbe Million Euro gesenkten grünpolitischen Wert der Friedhöfe auf 700.000 Euro zu erhöhen, wie es Bürgermeister Stötzel jetzt vor hat.“ Die Friedhöfe seien Orte mir Denkmalwert für deren Kosten nicht nur die Angehörigen von Verstorbenen aufzukommen hätten.

Der Magistrat erwecke aber nicht nur den Eindruck ein grünes, sondern auch noch ein soziales Herz zu haben: Die Gebühren würden nicht alle auf das Niveau angehoben, das ein friedhofsaffiner Betriebswirt ausgerechnet habe, sondern aus „sozialen Gründen“ würden Erdreihengräber – aber nicht Urenreihengräber – stark „subventioniert“. „Ohne großen Erfolg“, so Bastian, „denn in allen anderen Städten – außer Rüsselheim das knapp drüber liegt – sind diese Gebühren niedriger als in Marburg.

Die Marburger Linke fordert daher, dass die Friedhofsgebühren deutlich gesenkt werden. Sie sollten auf das durchschnittliche hessische Niveau herabgeführt werden, und die Benachteiligung von Urnenbestattungen müssten aufhören. „Wenn andere Städte es sich leisten können, auf übermäßige Friedhofsgebühren zu verzichten, kann Marburg das auch,“ erklärte Bastian.

Nutzungsgebühren  für ein einstelliges Grab in Euro
Alle Gebühren umgerechnet auf 25 Jahre
  Erdreihen- grab Erdwahl- grab Urnenreihen-grab Urnenwahl-grab
Marburg (geplant für 2021) 1.750 2.500 1.438 1.950
Marburg (vor 2012) 760 1.625 600 876
Marburg (seit 2012) 1.520 2.083 1.250 1.583
Bad Homburg 872 1.425 500 691
Darmstadt 794 1.775 556 1.519
Frankfurt/Main 840 1.311 359 1.272
Fulda 729 901 289 309
Gießen 1.436 1.424 782 854
Hanau 1.080 2.480 794 1.334
Kassel 819 1.255 1.466 909
Offenbach 1.040 1.650 600 875
Rüsselsheim 1.780 1.970 743 1.072
Wetzlar 773 950 587 667
Wiesbaden 775 2.175 650 1.450

Die Zahlen der Tabelle der Marburger Linken entstammen den aktuellen Friedhofsgebührenordnungen der Städte und der Beschlussvorlage des Marburger Magistrats.

Die Marburger Linke fordert daher, dass die Friedhofsgebühren deutlich gesenkt werden. Sie sollten auf das durchschnittliche hessische Niveau herabgeführt werden, und die Benachteiligung von Urnenbestattungen müssten aufhören. „Wenn andere Städte es sich leisten können, auf übermäßige Friedhofsgebühren zu verzichten, kann Marburg das auch,“ erklärte Bastian.