Einsamkeit im Alter: Eine Bratwurst beim Stadtfest mitzuessen, wäre schon schön gewesen

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AG Biodiversität berät: Bewahrung und Pflege der Kulturlandschaft sind Themen

 

Die Feldwege- und Wegrainstrukturen für die Vernetzung von Biotopen im landwirtschaftlich genutzten Offenland betonte die Arbeitsgruppe Biodiversität und Landwirtschaft. Insbesondere Gräben, Weg- und Feldränder mit Hecken sowie auch krautigen Strukturen bieten Tieren, Pflanzen und Insekten wertvolle Lebensräume.
Foto Dr. Heino Steinmetz

Marburg 13.03.2019 (pm/red) Vertreterinnen und Vertreter der Landwirtschaft, des Naturschutzes, der beteiligten Behörden sowie Ehrenamtliche trafen sich in der Arbeitsgruppe Biodiversität und Landwirtschaft des Landkreises Marburg-Biedenkopf um über den Erhalt der Kulturlandschaft zu sprechen.

Dr. Heino Steinmetz von der AG Feldwege des Landkreises Gießen, unterstrich in seinem Vortrag die enorme Wichtigkeit der Feldwege- und Wegrainstrukturen für die Vernetzung von Biotopen im landwirtschaftlich genutzten Offenland. Insbesondere Gräben, Weg- und Feldränder mit Hecken sowie auch krautigen Strukturen böten Tieren, Pflanzen und Insekten wertvolle Lebensräume. Diese könnten als linienhafte Strukturen den Biotopverbund unterstützen. „Es ist besonders wichtig, dass diese Strukturen weniger intensiv genutzt werden“, erläuterte Dr. Steinmetz. Mancherorts würden zum Beispiel Graswege viel zu häufig gemäht oder gemulcht. Auch Gräben würden häufig zu radikal geräumt werden.

„Es ist wichtig, dass eine Pflege abschnittsweise und im Wechsel erfolgt, damit auch bei solchen Eingriffen Rückzugsmöglichkeiten für die Lebewesen der Feldflur verbleiben“, betonte Dr. Steinmetz. Anhand von umfangreichem Bildmaterial aus dem Kreis Gießen zeigte er Mängel, wie zum Beispiel falsche Pflege oder das Umpflügen der genannten linearen Strukturen auf.

Kurt Moog und Dietmar Schumann vom Amt für Bodenmanagement in Marburg veranschaulichten an praktischen Beispielen die Anforderungen im Flurbereinigen. „Im Landkreis Marburg-Biedenkopf wird das Planen dieses komplexen Themas bereits vorbildlich umgesetzt“, betonte Moog. „Auch viele Städte und Gemeinden nehmen das Thema ernst und versuchen gemeinsam mit den Beteiligten vor Ort Strategien für mehr Biodiversität zu finden“, ergänzte Schumann.

Als Fazit der Veranstaltung wurde formuliert, dass auch im heimischen Landkreis, trotz positiver Lösungsansätze, weiterer Handlungsbedarf besteht – auch wenn die Situation insgesamt vermutlich weniger kritisch sei. Alle Akteure im ländlichen Raum müssten sich ihrer Verantwortung für den Erhalt der biologischen Artenvielfalt stellen, seien es Flächeneigentümer, Flächenbewirtschafter oder Freizeitnutzer.

Damit dieser Vorgang konstruktiv und zielorientiert von statten geht und sich nicht auf gegenseitige Schuldzuweisungen konzentriert, wurde der Wunsch geäußert, innerhalb der Arbeitsgruppe an dem Thema gemeinsam weiter zu arbeiten.

Interessierte, die sich bei diesem Thema gerne aktiv einbringen möchten, können sich an Jens Eidam vom Fachbereich Ländlicher Raum und Verbraucherschutz unter der E-Mail-Adresse EidamJ@marburg-biedenkopf.de wenden. Informationen zum Bürgerdialog Biodiversität des Landkreises und den Aktivitäten der verschiedenen Arbeitsgruppen finden Interessierte auf der Interseite: www.mein-marburg-biedekopf.de.