Kassel…verliebt in Saskia – Sonderausstellung zu Liebe und Ehe in Rembrandts Zeit

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Heldenreise durch den »FinsterWald« – GRIMMWELT-Ausstellung entführt in einen Märchenwald aus Licht und Schatten

FinsterWald in der GRIMMWELT Kassel. Foto Nils Klinger

Marburg 10.04.2019 (pm/red) Hightec mit 18 lichtstarken Projektoren, zahlreichen Lautsprecher und rund 1,5 km verlegten Kabel verwandeln die Sonderausstellungsfläche der GRIMMWELT Kassel in einen begehbaren Märchenwald: Am 10.April 2019 eröffnet die GRIMMWELT Kassel diese neue Erlebnis-Ausstellung FinsterWald. In der multimedialen Rauminstallation gehen die BesucherInnen auf märchenhafte Heldenreise und werden selbst Teil der Inszenierung. Das Besondere: Die Ausstellung funktioniert ohne Sprache und Objekte, sie ist sprach- und kulturübergreifend verständlich und ist
seit Mittwoch, 10. April geöffnet.

Ausstellung Finsterwald in der Grimmwelt Kassel. Foto Nils Klinger

FinsterWald – Finde Den Weg durch den Märchenwald zur magischen Lichtung
Lichtstarke Projektoren, zahlreiche Media-Player, verteilte Lautsprecher allesamt verkabelt verwandeln 330 qm Ausstellungsfläche in einen begehbaren Märchenwald aus visuellerzeugtem Design. Über 300 Stunden dauerte das Rendern der Sequenzen, alle 20 Minuten startet die fertige Produktion. Einsteigen kann man zu jeder Zeit, die Ausstellung erzählt non-linear. Wer jede einzelne Szene in Gänze sehen will, sollte gut und gerne drei Stunden Zeit mitbringen. Der Clou der „immersiven Produktion“: Die Ausstellung ist ohne weitere Vermittlung sprach- und kulturübergreifend zugänglich. »Mit dem ›FinsterWald‹ realisieren die GRIMMWELT zum ersten Mal eine rein digitale Ausstellung in ihrem Ausstellungshaus. Das ergibt andere Möglichkeiten: Der Verzicht auf Sprache auf der Ebene der Information ermöglicht ein intuitives Erfahren und eröffnet Zugänge für Besucher jeden Alters, jeder Sprache und jeden Kulturkreises«, so Peter Stohler, Geschäftsführer und Programmleiter der GRIMMWELT.

Heldenreise im FinsterWald
Wer die Schwelle zum »FinsterWald« überschreitet, verliert sich im märchenhaften Lichtspiel zwischen den Stämmen – ganz so, wie es Rotkäppchen erging. Dieser Wald ist ein lebendiges Wesen, wachsend und mäandernd zieht er den Besucher buchstäblich in seinen Bann. Der Weg zur magischen Lichtung ist bevölkert von rätselhaften Wesen, und sie zeigen uns, was tief in uns schlummert: In der multimedialen Rauminstallation gehen die Besucher auf ihre ganz persönliche, märchenhafte Heldenreise.

Ausstellung Finsterwald in der Grimmwelt Kassel. Foto Nils Klinger

»In der Ausstellung erzählen wir von Verwandlungen, denn nur selten ist im Märchen eine Figur oder ein Ding genau das, was es scheint«, erklärt Mirko Zapp, Kurator der Ausstellung. Folgerichtig weist ein Irrlicht den Weg durch die nachtschwarze Szenerie. Bäume, Büsche, Höhlen – sogar ein Wasserfall mit Bach säumen den Weg, doch die Ausstellung verändert sich permanent: Wesen tauchen auf und verschwinden, mal stürmt es, mal regnet es, dann ist wieder der Mond am klaren Himmel zu sehen. Im Zentrum trifft der Besucher auf die magische Lichtung: Fünf riesige Stelen bilden eine Art mythischen Ritualraum. »Verwandlungen im Märchen stehen oft auch für innere Transformationsprozesse der Protagonisten«, so Mirko Zapp weiter. »Die Lichtung versetzt die Besucher an die Stelle eines Märchenhelden und sie erleben, wie es sich anfühlt, ein solches Abenteuer zu bestehen – allein im Wald, den Elementen ausgeliefert, umgeben von Dunkelheit und unheimlichen Wesen. Selbstverständlich fehlt auch das märchentypische gute Ende nicht.«

Das Bremer Produktionsstudio URBANSCREEN hat dafür eine Videosequenz entwickelt, die genauso assoziativ funktioniert wie der umgebende Wald – hier allerdings in realen Video-Bildern. Die Narration tritt zu Gunsten der Immersivität noch etwas weiter in den Hintergrund und der Besucher setzt sich einem Bilderstrudel aus, der ihn auf über 40 Quadratmetern Projektionsfläche umgibt. Die Sequenz enthält zahlreiche offene und versteckte Märchenzitate, das spannende aber ist: »Sie wirkt genauso, wenn man keins der Märchen (er)kennt. Die Ausstellung funktioniert ohne Vorwissen, am besten sogar, wenn der Kopf draußen bleibt,« so Mirko Zapp. Denn »FinsterWald« präsentiert keine konkreten Märchen, er liefert vielmehr Assoziationen und Bruchstücke von archetypischen Narrativen, sodass jeder Besucher seine eigenen Geschichten erleben kann.Komponiert wurde der »FinsterWald« von URBANSCREEN, einem Produktionsstudio für interdisziplinäre Medienkunst aus Bremen. Das Studio ist bekannt für seine immersiven Installationen. »Einen digitalen Wald zu erschaffen war für uns gestalterisch und technisch äußerst spannend«, erzählt Majo Ussat, Geschäftsführer von URBANSCREEN. »Um hauptsächlich aus Schriftzeichen einen ästhetischen und lebendigen Wald wachsen zu lassen, haben wir einen eigenen dynamische Algorithmus entwickelt, bestehend aus Designelementen, Typographie und sich selbst generierenden Animationen.«
Mit über zehn Jahren Erfahrung bei der Umsetzung von komplexen Medienproduktionen haben URBANSCREEN u.a. bereits die Oper von Sydney, die Rice University in Houston, Texas, oder die Galerie der Gegenwart in Hamburg illuminiert.

»FinsterWald« vom 10. April bis 6. Oktober 2019
geöffnet Di – So von 10 bis 18 Uhr
Fr 10 bis 20 Uhr, Mo geschlossen
Eintritt
Sonderausstellung »FinsterWald«: 5 €, erm. 3 €
Kombiticket Dauer- und Sonderausstellung: 10 €, erm. 7 €