Einladung zum Marburger Friedensforum: Abrüsten statt Aufrüsten – Sicherheit neu denken

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Welterbestätte Bergpark Wilhelmshöhe – Bericht von der Tagung des Welterbebeirat

Schloss Wilhelmshöhe mit Blick von der Wilhelmshöher Allee. Sternbald-Foto Hartwig Bambey

Marburg 16.05.2019 (pm/red) Mit dem aktuellen Stand der verschiedenen Bauprojekte und Instandsetzungsarbeiten im UNESCO-Welterbe Bergpark Wilhelmshöhe, aber auch mit der Pflege und Instandhaltung der Welterbestätte, hat sich der Welterbebeirat am Dienstag und Mittwoch, dem 14. und 15. Mai 2019, befasst. Am ersten Tagungstag wurden den Monitoring-Beauftragten von ICOMOS und anderen Experten u. a. die laufenden Bauarbeiten an der Löwenburg vorgestellt. Der Beirat lobte ausdrücklich die voranschreitenden Arbeiten zur Instandsetzung des romantischen Bauwerks. »Vor allem der wiederhergestellte Bergfried fügt sich ausgesprochen gut in das Gesamtbild des Parks ein und vervollständigt die Blickachse zur Löwenburg. Die dort entstehende Besucherplattform wird zukünftig einen hohen Mehrwert für die Parkbesucher darstellen,« waren sich die Monitoring-Beauftragten Dr. Klaus-Henning von Krosigk, Dr. Doris Fischer und Dr. Michael Kummer einig. Die Löwenburg wurde im Zweiten Weltkrieg stark beschädigt, der Bergfried zerstört. Das Land Hessen unterstützt die Instandsetzung der Löwenburg mit rund 30 Mio. Euro als eines der anspruchsvollsten Bauprojekte im Bergpark Wilhelmshöhe.

Die kürzlich begonnenen Bauarbeiten am Weißensteinflügel von Schloss Wilhelmshöhe waren ein weiterer Punkt auf der Tagesordnung. Der Welterbebeirat informierte sich über das bestehende Konzept zur Instandsetzung der Fassade sowie eventuelle Veränderungen durch Erneuerung einer sogenannten Schlämmung, einer Schutzschicht auf den Sandstein, die auch die Farbigkeit verändern kann. „Bei der Wiederherstellung einer Schlämmung sollte unbedingt nach einem einheitlichen Konzept für das gesamte Schloss Wilhelmshöhe vorgegangen werden,“ lautete der Arbeitsauftrag der Monitore.

Die Prüfung einer Verlängerung der Straßenbahnlinie 1 auf das Schlossplateau und die damit verbundene bessere Anbindung von Schloss Wilhelmshöhe an den öffentlichen Nahverkehr wurde begrüßt. Bedingung dafür sollte aber unter allen Umständen sein, dass eine Oberleitung vermieden wird, die Fahrzeugführung einspurig erfolgt und keine Wendeschleife notwendig ist. Die Schienen sollten, ähnlich der Wilhelmshöher Allee, in Rasengleise eingebettet sein. Zudem forderten die Monitoring-Beauftragten die Prüfung weiterer Alternativen im ÖPNV zur Anbindung des Schlossplateaus.

Die Tramlinie der »Herkules-Bahn« auf der anderen Parkseite am Herkules gelegen stellt nach den bislang bekannten Planungen laut Beirat einen klaren Eingriff in die Kernzone der Welterbestätte dar. Eine Führung über das Ehlener Kreuz und ohne Wendeschleife direkt am Herkules beurteilten die Experten als prüfbar. Eine Entscheidung kann getroffen werden, sobald der aktuelle Prüfauftrag der KVG abgeschlossen ist.

Die KVG stellte außerdem die aktuellen Planungen für den Vorplatz des ICE-Bahnhofs Wilhelmshöhe vor. An der geplanten Umstrukturierung der Verkehrsführung hatte der Beirat keinerlei Bedenken.

Stadtbaurat Christof Nolda berichtete vom Stand der Umgestaltungsmaßnahmen am Brüder-Grimm-Platz in der Wilhelmshöher Allee. Das Projekt wird mit 6,5 Mio. Euro durch das Bundesinvestitionsprogramm der Deutschen Städtebauförderung unterstützt. Der Welterbebeirat begrüßte die Planungen ausdrücklich. » Als Tor zur Wilhelmshöher Allee und zur Stärkung des musealen Standortes rund um Hessisches Landesmuseum, Museum für Sepulkralkultur, Grimmwelt und zukünftigem Tapetenmuseum ist eine Annäherung an den historischen Platzcharakter zu begrüßen«, erläuterte das Expertenteam.

Prof. Dr. Martin Eberle, Direktor der Museumslandschaft Hessen Kassel bedankte sich am Ende der Veranstaltung bei allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern für die konstruktiven Beiträge: »Die jährlichen Zusammenkünfte des Welterbebeirates sind eine große Hilfe für unsere tägliche Arbeit. Die unterschiedlichen fachlichen Kompetenzen und die frühe Einbindung des Gremiums unterstützen unsere eigenen Experten bei Entscheidungsprozessen. Sie fördern damit den Erhalt und die Entwicklung der Welterbestätte ganzheitlich.«

Der Welterbe-Beirat
Der Welterbebeirat ist ein unabhängiges Expertengremium, das der Welterbestätte beratend zur Seite steht. Das international erfahrene Fachgremium setzt sich aus den Monitoring-Beauftragten von ICOMOS und weiteren qualifizierten Mitgliedern zusammen. Es befasst sich mit der Pflege und Instandhaltung, aber auch mit den zukunftsorientierten Projekten des Bergparks Wilhelmshöhe. Ausdrückliches Anliegen der Monitoring-Gruppe von ICOMOS-Deutschland ist es, durch möglichst frühzeitige Einbindung und damit verbundenen Hinweisen mögliche in der Entstehung befindliche Konflikte zu verhindern oder diese zumindest zu minimieren. Federführend betreut wird dieses Gremium von der für die Welterbestätte verantwortlichen Museumslandschaft Hessen Kassel in enger Abstimmung mit dem Hessischen Landesamt für Denkmalpflege.