Einsamkeit im Alter: Eine Bratwurst beim Stadtfest mitzuessen, wäre schon schön gewesen

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60 Kommunen fordern menschenwürdigen Umgang mit Geflüchteten

Marburg 06.06.2019 (om/red)  Einen menschenwürdigen Umgang mit Geflüchteten fordern rund 60 Städte und Gemeinden aus ganz Deutschland, die sich seit Sommer 2018 offiziell zu „Sicheren Häfen“ erklärt haben. Sie solidarisieren sich mit der Initiative „Seebrücke“. Dabei bekunden sie öffentlich und mit Nachdruck ihre Bereitschaft, aus Seenot gerettete Menschen in ihren Städten und Gemeinden zusätzlich aufzunehmen.

Einige Städte der „Sicheren Häfen“ treten mit der „Potsdamer Erklärung“ im Vorfeld der 40. Hauptversammlung des Deutschen Städtetages, die unter der Überschrift „Zusammenhalten in unseren Städten“ steht, an die Öffentlichkeit. In der „Potsdamer Erklärung“ heißt es unter anderem: „Als ‚Städte Sicherer Häfen‘ fordern wir von der Bundesregierung und dem Bundesinnenminister die schnellstmögliche Zusage, dass wir aufnahmebereiten Kommunen und Gemeinden die aus Seenot im Mittelmeer geretteten Geflüchteten auch aufnehmen können. Wir fordern die Bundesregierung und den Bundesinnenminister auf, uns ,Städte Sicherer Häfen‘ bei der praktischen Aufnahme, der Unterbringung und der Finanzierung zu unterstützen.“

Erstunterzeichner dieser Erklärung sind die Städte: Flensburg, Greifswald, Hildesheim, Krefeld, Marburg, Potsdam, Rostock und Rottenburg am Neckar. „Die Universitätsstadt Marburg erklärt seit langer Zeit gegenüber Bundes- und Landesregierungen, dass wir bereit sind, Menschen in Not aufzunehmen“, so Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies. Bereits vor zwei Jahren hatte die Stadtverordnetenversammlung auf Initiative von „200 nach Marburg“ einen entsprechenden Beschluss gefasst. „Leider warten wir auch ein halbes Jahr nach einem Schreiben an Bundesinnenminister Seehofer, in dem wir angeboten haben Menschen von der Sea Watch 3 aufzunehmen, auf eine Antwort. Das geht anderen Städten genauso. Deshalb haben wir die Einladung zu einem Austausch in Potsdam gerne angenommen und freuen uns, jetzt dieses gemeinsame Signal als Erstunterzeichner setzen zu können“, so Spies. „Marburg kann helfen und will helfen. Es wird Zeit, dass uns das auch ermöglicht wird.“

„Die gemeinsam mit den erstunterzeichnenden Städten verfasste ‚Potsdamer Erklärung‘ bekräftigt den Willen der aufnahmebereiten Kommunen, dem Sterben an den Grenzen Europas Einhalt zu gebieten und die humanitäre Katastrophe auf dem Mittelmeer unverzüglich zu beenden“, so der Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Potsdam, Mike Schubert. „Es ist ein Zeichen von Humanität und der Potsdamer Toleranz, diese Initiative zu unterstützen und in Not geratenen Menschen zu helfen“, so Mike Schubert. „Als Bischofsstadt ist es uns ein besonderes Anliegen, Menschen in Not zu helfen“, sagt der Rottenburger Oberbürgermeister Stephan Neher. Deshalb sei die Stadt sehr gerne bereit, über das normale Maß hinaus Flüchtlinge aufzunehmen. „Die vergangenen drei Jahre haben gezeigt, dass das bei uns hervorragend funktioniert.“

Nächste Schritte hin zu einer aktiven Vernetzung der Städte „Sichere Häfen“ sind in Vorbereitung. Am 13. und 14. Juni 2019 findet im Roten Rathaus in Berlin der Kongress „Sichere Häfen. Leinen los für kommunale Aufnahme“ statt. Während des Kongresses gründet sich offiziell das Bündnis „Städte Sichere Häfen“. Die Erstunterzeichner bitten alle Städte „Sichere Häfen“, sich dieser Erklärung anzuschließen und sich an der Gründung des Bündnisses zu beteiligen.