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Konzert „Amazonas for Future“ in der Lutherischen Pfarrkirche Marburg

Kassel 9.11.2019 (pm/red) Der Chor „Joy of Life“ der Kurhessischen Kantorei Marburg widmet sich bei seinem nächsten Konzert dem Thema Umwelt und präsentiert das musikalische Ergebnis am Sonntag, 17. November 2019, um 18.00 Uhr, in der Lutherischen Pfarrkirche St. Marien in Marburg. Im Mittelpunkt steht die Uraufführung der Kantate IPIRUNGAUA für Flöte, Violine, Chor, Orgel und Percussion, eine Vertonung einer indianischen Legende aus dem Amazonas über die Geburt der Nacht. Das Stück wird auf Nheengatu gesungen. Historisch gesehen ist dies die Verkehrssprache zwischen den vielen indianischen Sprachen im Amazonas.

Vorweg werden indianische Lieder aus den aktuell bedrohten indianischen Stämmen präsentiert (Jaboti, Tukan und Parakanã) sowie die Missa Luba aus dem Kongo. Das Konzert endet mit zwei Sätzen der Jazz Missa Brevis vom englischen Komponisten Will Todd. Moderiert wird das Konzert von Pfarrerin Andrea Wöllenstein und umrahmt mit eindrucksvollen Bildern aus den Urwäldern Brasiliens (Markus Mauthe, Naturfotograf, Referent und Umweltaktivist). Zur Unterstützung des Projektes „AMAP“ (Almada Mata Atlântica Project), das sich für die Erhaltung der tropischen Urwälder in Brasilien einsetzt, bittet der Chor um Spenden (www.amap-brazil.org)

“Amazonas for Future” – Umweltschutz in musikalischer Widmung

Nach den verheerenden Bränden im amazonischen Regenwald möchte der Chor “Joy of Life” einen Blick auf die Kultur der Indianer und deren entlegenen Regionen werfen, die von der heutigen Wirtschaft und Politik bedroht sind. Während des Konzertes werden Bilder aus dem Amazonasgebiet gezeigt. Am Anfang des Konzertes werden indianische Lieder aus den vor kurzen angegriffenen indianischen Stämmen aus dem Amazonas gesungen.

Gruppenbild des Chores „Joy of Life“ an der Treppe zur Lutherischen Pfarrkirche in Marburg. Foto Martin Wöllenstein

Es folgt die Missa Luba, eine lateinische Messe in volkstümlichen kongolesischen Rhythmen und Melodien der Luba, eine Bantu Ethnie in der Demokratischen Republik Kongo. Diese Messe wurde von den belgischen Franziskaner Missionar Pater Guido Haazen aufgezeichnet. Sie wird von Trommeln begleitet und erinnert an die Musik der Pygmäen.

Ipirungaua – Die “Geburt der Nacht” (Uraufführung 2019) ist eine Kantate für Flöte, Violine, Chor, Orgel und Percussion des deutsch-brasilianischen Komponisten Jean Kleeb. Dieses Werk wird in Nheenhatu gesungen (auch Tupi genannt) – die Verkehrssprache im Amazonas seit der Kolonialzeit. Ipirungaua ist eine alte indianische Sage über die Schöpfung der Welt: Am Anfang gab es nur Tag, die Nacht war in einer Kokosnuss (Tucumã) versteckt. Sie wurde aus der Tiefe des Flusses geholt und ab dann gehörte der Tag der Sonne und die Nacht dem Mond und den Sternen.

Lacrimosa (2008) aus dem Requiem Osún Calixto Alvarez (*1938 – Kuba) Lacrimosa (Tränenreiche) ist ein Teil des liturgischen Textes des Requiem – Messe an den Verstorbenen. Der zeitgenössische kubanische Komponist Calixto Alvarez hat den lateinischen Text mit einem Gebet aus der Yoruba Tradition aus Kuba zusammengesetzt und es ergeben sich daraus starke Dissonanzen, die den Text des Lacrimosa verstärken. Osún ist in der Yoruba Kultur die Göttin des Flusses und symbolisiert die Fruchtbarkeit.

Die Jazz Missa Brevis (2015) von Will Todd (1970) haucht dem lateinischen Messetext neues Leben ein. Bereits im Mai dieses Jahres hat der Chor „Joy of Life“ diese Messe in voller Länge aufgeführt. Die Jazzballaden Sanctus und Agnus Dei werden das aktuelle Konzert abrunden.

Konzert „AMAZONAS FOR FUTURE“
Sonntag, 17. November, 18 Uhr
Luth. Pfarrkirche St. Marien Marburg
Flöte: Regina Wendt, Violine: Elisa Friedrich, Orgel: Ka Young Lee, Percussion: Sven Demandt
Chor „Joy of Life“ der Kurhessischen Kantorei Marburg
Moderation: Andrea Wöllenstein, Leitung: Jean Kleeb
Eintritt: 12,- € (erm. 10,- €)