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Beirat soll Impulse zur Neugestaltung des Brüder-Grimm-Platzes einbringen

Der Wilhelmshöher Platz im Jahr 1912, aufgenommen von Georg Friedrich Leonhardt. Als Gelenkstelle interessierte der Brüder-Grimm-Platz, damals noch Wilhelmshöher Platz, bereits den Fotografen Leonhardt vor mehr als 100 Jahren. Mit diesem Foto gelingt es Leonhardt verschiedene Aspekti zu vereinen: die Straßenbahnen als Nahverkehrsverbindung in damaliger Zeit ganz rechts, der Platzcharakter, veranschaulicht in den Personen und Interaktionen, und die Architektur mit Torhaus, damal noch im Hintergrund benachbart vom Uhrenturm des Rathauses, den es heute nicht mehr gibt. Dieses Fotos findet sich mit 104 weiteren Aufnahmen Leonhardts in dem Bildband „Kassel als junge Großstadt“, erhältlich in den Kasseler Buchhandlungen.

Kassel 20.12.2019 (pm/red) In diesem Jahr wurde die Neugestaltung des Brüder-Grimm-Platzes als Premiumprojekt in das Städtebauförderungsprogramm „Nationale Projekte des Städtebaus“ des Bundes aufgenommen. Um dem hohen gestalterischen Anspruch an die Baukultur im öffentlichen Raum gerecht zu werden, hat die Stadt nun das Verfahren für einen freiraumplanerischen Realisierungswettbewerb eingeleitet, wird von der Stadt Kassel mitgeteilt.  Neu in diesem Verfahren sei die Einrichtung eines begleitenden Beirates, ein besonderes Angebot der öffentlichen Diskussion und Beteiligung. „Die Anforderungen und Wünsche der Beteiligten schon in der Ausschreibungsphase des Wettbewerbs zu kennen und in die Auslobung einzubringen, ist uns ein großes Anliegen“, so Stadtbaurat Christof Nolda, unter dessen Leitung sich der Beirat zum ersten Mal am 6. Dezember traf.

Der Beirat bestehe aus privaten und institutionellen Anliegern des direkten und des weiteren Umfeldes (unter anderem Museumslandschaft Hessen Kassel, VertreterInnen der Murhardschen Bibliothek, der Grimmwelt, des Elisabeth-Krankenhauses), Schülervertretungen der in der Nähe gelegenen Gymnasien, Vertretern des Innenstadthandels, aus Fachberatungen zu allen hier vereinten Disziplinen, wie Stadtplanung, Landschaftsarchitektur, Denkmalschutz, Verkehrsplanung, Natur und Umwelt, Tourismus, aus den stadtentwicklungspolitischen Sprecherinnen und Sprecher der Rathausfraktionen sowie aus VertreterInnen der städtischen Verwaltung, informiert eine Pressemitteilung der Stadt.

Im Laufe des zweistufigen Wettbewerbsverfahrens soll der Beirat mindestens dreimal zusammenkommen. Die erste Sitzung fand unter reger Beteiligung im Magistratssaal statt. Sie diente dazu, die Mitglieder zunächst über das Projekt und das Wettbewerbsverfahren zu informieren. Im zweiten Teil der Veranstaltung hatten die Beiratsmitglieder die Möglichkeit, sich an insgesamt drei vorbereiteten Thementischen zu „Kultur- und Stadtraum“, „Begegnungs- und Freiraum“ und zu „Verkehrs- und Transitraum“ zu äußern und Ideen und Anregungen einzubringen. Die Erkenntnisse wurden im Gesamtgremium vorgestellt und diskutiert, um schließlich als Ergebnis Eingang in den Auslobungstext zu finden. Zwei weitere Sitzungstermine werden vor den Preisgerichtssitzungen der beiden Wettbewerbsphasenstattfinden. Die Beratungsergebnisse werden mit den Preisrichtern kommuniziert.

Zum Hintergrund
Der Brüder-Grimm-Platz bildet seit seiner Entstehung das Gelenk zwischen der Königsstraße als Hauptachse der Innenstadt und der Wilhelmshöher Allee, der Sicht- und Verbindungsachse zum UNESCO Weltkulturerbe Bergpark Wilhelmshöhe und vermittelt darüber hinaus zwischen den musealen Einrichtungen von nationalem und internationalem Rang. Dem Platz kommt damit eine Bedeutung zu, die er infolge vielfältiger Überformungen, vor allem durch verkehrsinfrastrukturelle Schwerpunktsetzungen, nicht erfüllen kann. Auf der Grundlage der Ziele der Kasseler Charta für Baukultur beabsichtigt die Stadt Kassel daher, den Brüder-Grimm-Platz grundhaft neu zu gestalten und als baukulturelles Referenzprojekt im städtebaulichen Kontext zu verankern.

Die Gesamtkosten werden auf 9,75 Millionen Euro geschätzt. Davon hat das Bundesministerium des Inneren, für Bau und Heimat (BMI) einen 2/3 Anteil in Höhe von 6,5 Millionen Euro zugesagt. Der kommunale Anteil liegt dementsprechend bei 3,25 Millionen Euro. Das Förderprojekt mit einer Größe von zirka 1,5 Hektar umfasst sowohl den Platz selbst als auch, entsprechend seiner doppelten Gelenkfunktion, Teile der Straßenräume, die den Platz mit seiner Umgebung verbinden. Hierzu zählen die Einmündungsbereiche der Oberen Königsstraße, der Friedrichsstraße (in nördlicher und südlicher Richtung), der Weinbergstraße und der Wilhelmshöher Allee im Bereich der Torhäuser. Die Grünfläche vor der Murhardschen Bibliothek beziehungsweise östlich des Landesmuseums ist ebenfalls Teil der Maßnahme, um Aussagen über eine adäquate Gestaltung, eine bessere Einbindung des musealen Gebäudes in den Gesamtkontext und eine Definition und Ausgestaltung der Platzkante an dieser Stelle zu erhalten. Der Förderzeitraum läuft bis Ende 2023.

Der freiraumplanerische Wettbewerb
Zur Qualitätssicherung wird zurzeit ein freiraumplanerischer Realisierungswettbewerb mit vorgeschaltetem Bewerberverfahren vorbereitet. Für die 1. Phase sollen 20 interdisziplinär besetzte Büros mit entsprechenden Referenzen ausgewählt werden. Das Wettbewerbsgebiet umfasst die gesamte Platzfläche inklusive der nördlich und östlich an das Landesmuseum angrenzenden Flächen sowie Teile der Straßenräume, die den Platz mit seiner Umgebung verbinden.

Zeitplan und Verfahren
Der Start in die 1. Wettbewerbsphase ist für Anfang Februar 2020 vorgesehen, das Preisgericht der 1. Wettbewerbsphase ist für Mitte April 2020 geplant. Auf der Grundlage der Entscheidung des Preisgerichts sollen 5 bis 7 WettbewerbsteilnehmerInnen in einer zweiten Bearbeitungsphase bis etwa Mitte Juni, ihre Beiträge weiter ausarbeiten. Mit der Entscheidung des Preisgerichtes in der 2. Wettbewerbsphase werden schließlich die preisgekrönten Entwürfe Anfang Juli 2020 feststehen.