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Kritik an virtueller Ausstellung der DEGES zur A 49: Fehlende Informationen und Desinformation

Kassel 26.04.2020 (pm/red) In einer virtuellen Ausstellung, die anschließend im Rathaus Stadtalllendorf gezeigt werden soll, bietet die DEGES, die für die Planung der A 49 zuständig ist, Informationen zur A 49 an. Die Aktionsgemeinschaft zum Schutz des Ohmtales stellt dazu fest: Leider handelt es sich teilweise um Desinformationen, die einer Erwiderung bedürfen. Die Stellungnahme der Aktionsgemeinschaft wird in einer Pressinformation präzisiert.

Die DEGES betont die wichtige Rolle der A 49 im transeuropäischen Straßennetz zur Erhaltung des sozialen Zusammenhalts. Tatsächlich zählen über 50 Prozent des deutschen Autobahnnetzes zum europäischen Kernnetz. Die A 49 gehört nicht dazu.

Die A 49 soll Staus vermindern. Spätestens seit der großangelegten Verkehrsuntersuchung der kanadischen Verkehrswissenschaftler Duranton und Turner in den USA (s. Bericht im Handelsblatt vom 12.10.2000) weiß man, dann, dass man mit Straßenbau keine Staus vermindern kann. Allerdings muss man der DEGES zugute halten, dass viele politisch Verantwortliche es ebenfalls nicht wissen.

Im Gegensatz zur DEGES hält der Bundesrechnungshof nach seinen Untersuchungen privaten Bau nicht für wirtschaftlicher. Die Planungsgeschichte der A 49 wird sehr verkürzt dargestellt. Der Widerstand, der Nachweis von ergebnisrelevanten Fehlern, die mehrfachen Umplanungen werden nicht genannt. Die Mär der Entlastungswirkung wird weitererzählt. Dabei liegt die detaillierte Widerlegung in der Begründung der Petitionen beim Europaparlament und beim Hessischen Landtag vor.

Gerade jetzt gäbe es allen Anlass, sich mit den konkreten Vorschlägen des Aktionsbündnisses „Keine A 49“ auseinanderzusetzen. Sie stützen sich auf Gutachten von Seiten der Planer: Zweispuriger Weiterbau von Treysa bis zur Straße Speckswinkel – Neustadt, von dort eine Spange zur B 454 (Stadtallendorf – Neustadt).

Im Kern geht es um folgende Frage, die jeder für sich beantworten muss: Was ist wichtiger? Ca. 24.000 Fahrzeuge vom Streckenzug A 5 – A 7 auf die A 49 zu verlagern oder nur 10 Prozent davon. Dafür hätte man aber Folgendes auf der Habenseite: Keine Gefährdung des Trinkwassers bei Stadtallendorf, Erhaltung von Herrenwald, Dannenröder und Maulbacher Forst, ortsdurchgangsfreie Verbindung (mit Ausnahme der tiefergelegten B 454 in Stadtallendorf) vom Kreis Marburg-Biedenkopf nach Kassel, keine Zunahme des innerstädtischen Verkehrs wie beim Bau der A 49 in Stadtallendorf, Homberg/Ohm und Treysa.

Dort würde die A 49 (nach den Planfeststellungsunterlagen) eine Zunahme des innerstädtischen Verkehrs um 8500 Fahrzeuge bewirken. Keine Kappung der Niederrheinischen Straße in Stadtallendorf. Deutliche Entlastung der B 3, bestmögliche Entlastung von Neustadt und Wiera, Einsparung von einer Milliarde Euro und schließlich das Signal: Wir haben erkannt, dass die Zeit für ein Umdenken in Umweltfragen gekommen ist.