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Stiftung fördert erneut Restaurierung eines Gemäldes bei der MHK

Lambert van Noort David und Abigail – Gemäldergalerie Alte Meister. Foto Ute Brunzel Museumslandschaft Hessen Kassel

Kassel 08.06.2020 (pm/red) Dank der neuerlichen Förderung der Briebach-Vockeroth Stiftung konnte ein Gemälde restauriert werden, das zum alten landgräflichen Bestand gehört, bislang aber nur wenig Beachtung fand. Schuld daran dürfte sicher auch der schlechte Erhaltungszustand gehabt haben. Ein stark vergilbter Firniss, alte Retuschen sowie zahlreiche Abklebungen verunstalteten das Gemälde. Die jetzt erfolgte Restaurierung ermöglicht nun wieder eine angemessene Präsentation, wird von der MHK mitgeteilt.

Dargestellt ist die Begegnung von David und Abigail, der Frau Nabals, wie sie in 1. Samuel, 25 erzählt wird. Dort heißt es über Abigail »sie war eine Frau von Verstand und schön von Angesicht, der Mann aber war hart und
boshaft in seinem Tun.« David hatte seinen Knecht zu Nabal geschickt, um Verpflegung für seine Truppen zu erbeten, erhielt aber eine Abfuhr, woraufhin er zu den Waffen greifen wollte. Alarmiert von der Hartherzigkeit ihres Mannes kam Abigail David mit der gewünschten Verpflegung entgegen und bat um Gnade, indem sie ihren Mann Nabal als Narren bezeichnet. David erkennt die Klugheit Abigails und verschont Nabal. Als dieser wenig später stirbt, wird Abigail schließlich Davids Frau.

Im Zuge der Restaurierung erfolgte auch die intensivere Beschäftigung mit dem Gemälde, das in den alten Inventaren zunächst ohne Künstlernamen, dann als fragliches Werk des Antwerpener Künstlers Maerten de Vos, später sogar als »französisch (?) 16. Jahrhundert« geführt wurde. Durch die Entdeckung eines nahezu identischen Gemäldes des Künstlers Lambert van Noort (1520-1571) im Kunstmuseum Basel konnte das Kasseler Gemälde als Werk dieses bislang wenig bekannten Künstlers identifiziert werden.

Einmal mehr konnte so die Förderung der Restaurierung durch die Briebach- Vockeroth Stiftung ein Kunstwerk nicht nur materiell sichern, sondern gab auch den Anschub zur Erforschung des Gemäldes.