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Ergebnisse Marburg aus Studie „Vitale Innenstädte“

Kassel 24.03.2021 (pm/red)  Schön, atmosphärisch und lebendig – so sehen Menschen Marburg. Ideen für die weitere Stadtentwicklung haben die Menschen auch. Dies zeigen die Ergebnisse einer Studie, die das Institut für Handelsforschung (IFH) Köln durchführte. Deutschlandweit wurden Passanten zum Thema „Vitale Innenstädte“ interviewt. Sie haben die Attraktivität ihrer Innenstädte mit Schulnoten bewertet. Marburg schneide „gut“ ab, wird von der Stadt Marburg mitgeteilt. Die Teilnahme Marburgs an der deutschlandweiten Befragung hat der Fachdienst für Stadt-, Regional- und Wirtschaftsentwicklung angestoßen. Die Ergebnisse der Studie stellte IFH-Geschäftsführer Boris Hedde online vor.

Diese Studie wird alle zwei Jahre aufgelegt. Dabei geht es darum, wie Passant*innen Innenstädte zum Beispiel in Bezug auf Erreichbarkeit oder Online-Affinität bewerten. Zudem wurden sie gefragt, warum sie die Marburger Innenstadt besuchen und ob sie ihre Stadt weiterempfehlen würden. Gerade in Zeiten von Corona sei es spannend zu sehen, welche Kriterien den Passant*innen wichtig sind, um eine Innenstadt für sie attraktiv zu machen, so Hedde von der IFH. Mit Hilfe der gewonnenen Daten sollen die Städte eine Strategie entwickeln können, wie die Innenstädte wiederbelebt und Verluste des letzten Jahres ausgeglichen werden können.

Die grundsätzliche positive Einschätzung spiegelt sich auch in den Antworten der Marburger Passant*innen wider. Zwar gab rund die Hälfte an, weniger Geld für Waren, Gastronomie und Dienstleistungen auszugeben als vor der Corona-Pandemie. Auf der anderen Seite ging fast die Hälfte nun bewusst mehr in der Innenstadt einkaufen, um die lokalen Anbieter zu unterstützen.

Zur Zeit der Befragung, September 2020, waren die Geschäfte und Gastronomiebetriebe nach dem ersten Lockdown wieder geöffnet. Das „Marburger Stadt-Geld“ war ausgegeben, das Online-Gutscheinsystem „MarburgLiebe“ erfolgreich angelaufen und die Kampagne „Kauf Lokal“ ging an den Start, um den lokalen Einzelhandel zu stärken. Die Strategie traf das Bedürfnis der Passant*innen. Denn fast 60 Prozent der Befragten gaben „Shopping“ als ihr Hauptmotiv für einen Besuch in der Innenstadt an.

Darauf folgen die Gastronomie mit mehr als einem Viertel der Befragten und rund ein Fünftel gab an, wegen der Freizeit- und Kulturangebote die Stadt zu besuchen. Das zeige: Für eine lebendige Innenstadt ist nicht nur ein lebendiger Einzelhandel wichtig, sondern eine gelungene Verzahnung von Handel, Gastronomie und Kultur, so Hedde: „Flair muss die Stadt haben – und sie muss einen hohen Erlebniswert bieten.“ Vor allem Jüngere in die Innenstadt zu ziehen, stellt sich als immer schwieriger heraus.

Auch für das soziale Zusammenleben spielen die Innenstädte eine wichtige Rolle: 96 Prozent der Passant*innen stimmten der Aussage zu, dass die Innenstadt für sie ein Ort zum Wohlfühlen und Leute treffen sei. Für 93 Prozent ist sie ein Ort zum Ausgehen und 85 Prozent sehen sie als touristisches Ausflugsziel.  In Bezug auf die Lebendigkeit, Sehenswürdigkeiten und das allgemeine Ambiente schneidet die Stadt Marburg mit einer Schulnote von 2 gut ab. Auch die Erreichbarkeit der Innenstadt mit dem Fahrrad sowie dem öffentlichen Nahverkehr und die Wegführung bewerteten die Passant*innen als gut. So waren in Marburg mehr Befragte zu Fuß oder mit dem ÖPNV unterwegs, als im Gesamtdurchschnitt aller teilnehmenden Städte. Potential sahen die Befragten bei der Erreichbarkeit mit dem Auto und bei der digitalen Aufstellung der Innenstadt.

Insgesamt bewerteten die Passant*innen Marburg in ihrer Gesamtattraktivität jedoch mit einer 2,2 als gut. Jede*r fünfte Befragte gab die Bewertung „sehr gut“. Wie zufrieden die Passant*innen insgesamt mit der Marburger Innenstadt waren, zeigt sich auch deutlich darin, dass fast 70 Prozent eine klare Weiterempfehlung an Freund*innen und Bekannte aussprechen würden. Damit liegt der Wert für Marburg deutlich über dem Gesamtdurchschnitt von knapp 50 Prozent.

Die Stadt habe weitere Untersuchungen bereits gemacht oder in Planung – etwa zum Konsumverhalten der Marburger*innen und zur Verkehrsgestaltung, wird mitgeteilt.