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Schülerteam räumt bei „Startup Teens“ ab

Wettbewerbsteam „Startup Teens“ mit Anna-Luisa Weil, links, Sophie-Louise Herrmann, Magnus Saurbier, Emma-Josephine Werner, Paulina Hedler. Foto Teresa Feuerstein

22.09.2021 | Gastbeitrag von Konrad Schröter „Ich war ständig damit beschäftigt, Kaffee nachzukochen“, sagt Sophie-Louise Herrmann und lacht. Die 18-Jährige hat in den letzten Monaten viele Tage und Nächte mit ihren Freundinnen an einer Idee getüftelt. Mit einem intelligenten Mülleimer hat es die Marburgerin zusammen mit Anna-Luisa Weil, Paulina Hedler, Emma-Josephine Werner und Magnus Saurbier ins Finale des bundesweiten Wettbewerbs „Startup Teens“ geschafft.

Startup Teens ist eine 2015 gegründete Non-Profit-Organisation, die jungen Menschen dabei hilft, ihre Ideen zu verwirklichen. „Viele Jugendliche würden gerne gründen, wissen aber noch nicht, wie“, erklärt Mitgründer und Geschäftsführer Hauke Schwiezer. Um nachzuhelfen, veranstaltet Startup Teens jährlich einen deutschlandweiten Wettbewerb. In sieben Kategorien können 14- bis 19-jährige Schüler/innen teilnehmen und ihre Idee in einem Businessplan umsetzen. Die fünf Freunden von der Internatsschule Schloss Hansenberg in Geisenheim stehen als Team „Separe“ in der Kategorie „Sustainability & Diversity“ im Finale, das am 24. September online stattfindet und in dem pro Kategorie 10.000 Euro Preisgeld für die Gewinnerteams vergeben werden.

Aber was hat ihnen diesen Erfolg gebracht? „Wir haben einen Mülleimer entwickelt, der den Objekten die Müllsorten zuordnen kann“, erklärt Sophie-Louise Herrmann. „Man hält den Müll in eine Einbuchtung an der Vorderseite. Eine künstliche Intelligenz kann zuordnen, wie das Objekt entsorgt werden muss und die entsprechende Klappe öffnet sich“, sagt die 18-Jährige. Die 2.380 Euro teure „SepaCAN“ erkennt also, ob es sich um Bio-, Rest- Papier- oder Verpackungsmüll handelt. Die Software dafür funktioniert bereits, sie muss nur noch etwas „üben“. Die SepaCAN ist – falls er auf den Markt kommt – für Kommunen bestimmt. „Oft gibt es auf öffentlichen Plätzen nicht die Möglichkeit oder die Zeit, Müll ordentlich zu trennen“, so die Marburgerin.

Die 18-jährige Sophie-Louise Herrmann ist für die Finanzplanung zuständig. „Das war zwar anstrengend, aber auch cool. Es ist schön zu sehen, wenn es dann klappt“, sagt sie. Nach dem Abitur, das sie in diesem Schuljahr ablegen möchte, will sie zunächst ein Jahr Pause machen, etwas reisen. Danach überlegt die Marburgerin, Psychologie zu studieren. In ihrer Freizeit ist sie sportlich und musikalisch aktiv, trifft Freunde und liest.

Prototyp des Moduls „SepaCAN“ zur Müllerkennung an zukünftigem High-Tech-Mülleimersystem zur Wertstofftrennung. Foto Heinrich Völkel

„Ich saß am Schreibtisch und hatte plötzlich einen Geistesblitz“, sagt die 17-jährige Emma-Josephine Werner aus Haiger zum Ursprung der Idee. Mülltrennung war ihr wichtig, doch der Geistesblitz erschien ihr absurd. „Aber es wurde mit dem Wettbewerb präsenter. Plötzlich waren wir erfolgreich.“ Die Erkenntnis: Es könnte funktionieren, viele Leute sind interessiert. Beim Deutschen Gründerpreis für Schüler konnten sie damit schon den 2. Platz und 1.500 Euro gewinnen. Das Geld haben sie teilweise gespendet.

Und nicht nur Erfolg, sondern auch Spaß kam mit dem Projekt. „Am meisten Spaß hat die Gruppenarbeit gemacht. Wir haben uns jeden Tag getroffen“, sagt Sophie-Louise Herrmann und spricht vom Kaffeekochen. Aber auch die nervigen Momente – Finanzplanung, Rechnerei und Verzweiflung – erwähnt sie. Immerhin haben sie schon etwa 300 Stunden an dem Projekt gearbeitet.

Bleibt noch die Frage, ob die SepaCAN wirklich auf den Markt kommt? „Wir benötigen 660.000 Euro Startkapital. Das ist für ein Schülerteam natürlich sehr viel“, sagt Sophie. „Es wäre schon cool. Wir haben viele Monate rein investiert.“ Deshalb wollen sie trotz der anstehenden Abiturprüfungen die SepaCAN weiterentwickeln und über die Gründung nachdenken. Und egal wie viel Kaffee noch gekocht wird – die Zeit hat sich gelohnt.