Finale furioso mit Freibier Symposium und Techno-Rave unterm Wursthimmel

09.11.2021 (yb) Solch eine Finissage hatte es noch nicht. Wobei Janosch Feiertag als Stipendiat des Jahres 2021 vorher schon ebbes abgezogen hatte. Es gab die Einladung wieder im Stil eines Kirmesplakats, in der Farbgebung schwarz …

Lesen Sie den gesamten Beitrag »
Energie

Bildung

Hessen

Kassel

Willingshausen

Home » Wirtschaft

IHK-Unternehmen bewerten Standort Nordhessen insgesamt positiv

16.11.2021 (pm/red) Im Großen und Ganzen sei Nordhessen zusammen mit der Region Marburg ein guter Standort für die hier ansässigen Unternehmen aus Industrie, Handel und Dienstleistung. Zu diesem Ergebnis kommt eine breit angelegte Befragung der Industrie- und Handelskammer (IHK) Kassel-Marburg, an der sich branchen- und größenübergreifend rund 500 Unternehmen beteiligt haben, wird mitgeteilt.

Die IHK hat die Ergebnisse ihrer Standortanalyse unter dem Titel „So ist die Lage“ zusammengefasst und veröffentlicht. Gefragt hatte sie nach Bedeutung und Qualität von Faktoren wie digitale Infrastruktur, Fachkräftesituation, Zustand der Straßen und vieles mehr. 81,7 Prozent der Unternehmen beurteilen den Standort als gut oder befriedigend, was für die Attraktivität und Stärke der Wirtschaftsregion in der Mitte Deutschlands spricht.

Zugleich deckt die Befragung Schwächen auf. IHK-Präsident Jörg Ludwig Jordan weist insbesondere auf den Standortfaktor der Fachkräftesituation hin, der entscheidend für die Zukunft sei: „Es ist vor allem die Verfügbarkeit qualifizierter Arbeitskräfte und Auszubildender, die maßgeblich ist.“

Kritik am Zustand kommunaler Straßen

In Bezug auf die Verkehrsinfrastruktur wird vor allem Kritik am Zustand kommunaler Straßen geübt. Nach vielen Jahren des Engagements der betroffenen Wirtschaft und Kommunen wird der voranschreitende Bau von Abschnitten der Autobahnen A 44 und A 49 als sicheres Zeichen dafür genommen, dass die Lückenschlüsse der wichtigen Autobahnen in den nächsten Jahren vollendet werden. Straßenbauliche Lückenschlüsse führten zu Verkürzung der Fahrstrecken und zahlten so letztlich auf das Thema Umwelt ein, so Präsident Jordan. Auch deshalb sei eine Beschleunigung dieser Projekte dringend erforderlich. Offene Projekte wie der Bau der B 508n nach Frankenberg/Eder müssten umgesetzt werden. „Wichtig für die Zukunftsfähigkeit der Region ist neben diesem Thema und der Fachkräftesituation besonders die flächendeckende Versorgung mit Glasfaseranschlüssen und schnellem Mobilfunk, sowie die Verfügbarkeit von Ladeinfrastruktur für die unterschiedlichen alternativen Antriebstechnologien“, so Jordan weiter.

Die COVID-19 Pandemie zeigt, wie schnell sich die Gewichtung von Standortfaktoren verändern kann. War vor Kurzem noch ein guter ÖPNV zum Arbeitsplatz wichtig ist seit Beginn der Pandemie die schnelle Datenleitung in das Homeoffice zusätzlich von zentraler Bedeutung“, ergänzt IHK-Vizepräsident Dr. Hans-Friedrich Breithaupt, Geschäftsführer der F. W. Breithaupt & Sohn GmbH & Co. KG in Kassel. „Die Studie zeigt außerdem, dass zu hohe Energiekosten vor allem für Industrieunternehmen eine Herausforderung darstellen“, so Dr. Breithaupt weiter, der auch Vorsitzender des IHK-Ausschusses für Industrie und Außenwirtschaft ist.

IHK-Vizepräsidentin Désirée Derin-Holzapfel, Geschäftsführerin der friedola 1888 GmbH in Meinhard-Frieda, und Vorsitzende der IHK Regionalversammlung Werra-Meissner betont, es sei wichtig, nicht nur Oberzentren wie Kassel und Marburg im Blick zu haben, sondern die gesamte Wirtschaftsregion inklusive der ländlichen Räume. „Für die weitere positive wirtschaftliche Entwicklung des Werra-Meißner-Kreises sind bezahlbare Energiekosten, der zügige Ausbau der Breitbandversorgung und moderner Mobilfunktechnik sowie wirtschaftsfreundliche steuerliche Rahmenbedingungen ebenso entscheidend wie das qualifizierte Arbeitskräfteangebot vor Ort.“

Zu den Stärken der Region gehörten die hohe Lebensqualität insbesondere für Familien, die in weiten Teilen gute Verkehrsanbindung bei gleichzeitig hohem Klimaschutzbewusstsein, die Erreichbarkeit von Absatzmärkten sowie Kosten für Miete und Pacht, ergänzt Vizepräsidentin Derin-Holzapfel, die hervorhebt: „Das gilt es, noch deutlicher nach außen zu tragen.“

Für Hauptgeschäftsführer Dr. Arnd Klein-Zirbes sind die Befragungsergebnisse ein zentraler Baustein für die strategische Arbeit der IHK. „In der Auswertung nach Themenblöcken für den Gesamtbezirk wie auch in der Auswertung auf Ebene der Landkreise und der Stadt Kassel wird sowohl die Bedeutung als auch die abweichende Zufriedenheit der Unternehmen deutlich. Daraus ergibt sich ein Stärken-Schwächen-Profil. Gleichzeitig werden Handlungsbedarfe sichtbar, auf die die IHK Kassel-Marburg die Schwerpunkte in der gesamtwirtschaftlichen Interessenvertretung und ihrer politischen Arbeit legen wird. Unser Ziel muss es sein, Nordhessen und die Region Marburg gemeinsam mit den politisch Verantwortlichen zu einer der zukunftsfähigsten Regionen Deutschlands zu entwickeln.“

Wichtige Handlungsfelder im Überblick:
–        Fast 100 Prozent aller befragten Betriebe bewerten die Bedeutung der Telekommunikationsinfrastruktur mit wichtig oder sehr wichtig – doch nur die Hälfte ist mit dem derzeitigen Stand zufrieden. Trotz der Ausbauerfolge der vergangenen Jahre bleibt aufgrund steigender Leistungsanforderungen der Unternehmen viel zu tun. Infolge der Pandemie hat dieser Standortfaktor massiv an Bedeutung gewonnen.
–        Verfügbarkeit von Fach- und Arbeitskräften: Sehr groß ist die Diskrepanz zwischen Bedeutung und Zufriedenheit bei dem Angebot sowie der Qualifikation von Arbeitskräften (große Bedeutung: jeweils 94 Prozent; Zufriedenheit: 35 beziehungsweise 44 Prozent) – dabei sind sie für den Unternehmenserfolg entscheidend. Ähnlich ist die Lage bei Auszubildenden.
–        Kaum verfügbare Ladestellen für Elektro-, Gas- und Wasserstofffahrzeuge: Hier besteht klarer Handlungsbedarf (große Bedeutung: 55 Prozent; Zufriedenheit: 16 Prozent). Ebenso gilt es, den Zustand kommunaler Straßen zu verbessern (Bedeutung: 90 Prozent; Zufriedenheit: 63 Prozent).
–        Die befragten Unternehmen wünschen sich international wettbewerbsfähige Energiepreise (große Bedeutung: 89 Prozent; Zufriedenheit: 43 Prozent). Hohe Priorität haben auch die Gewerbesteuern (große Bedeutung: 83 Prozent; Zufriedenheit: 57 Prozent).
–        Gering ist die Zufriedenheit mit dem Zugang zu alternativen, erneuerbaren Energiequellen (28 Prozent), deutlich niedriger ist die Zufriedenheit mit dem Zugang zur Wasserstofftechnologie (zwölf Prozent).
–        Als Politik tragfähige Perspektiven entwickeln und die Unternehmen angemessen daran beteiligen: Hiermit zeigt sich die Wirtschaft unzufrieden (große Bedeutung: 83 Prozent; Zufriedenheit: 45 Prozent).