Zukunftszentrum „Mikrokosmos Erde“ in Marburg eröffnet

16.09.2022 (pm/red) Das Max-Planck-Institut für terrestrische Mikrobiologie und die Philipps-Universität eröffneten am Freitag, 16. September 2022, das neu geschaffene „Zukunftszentrum Mikrokosmos Erde“ auf dem Campus Lahnberge in Marburg. Zahlreiche Ehrengäste, darunter die hessische Ministerin für …

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Vorstellungen von Sicherheit im Laufe der Geschichte

26.11.2021 (pm)Wie entwickelten sich im Laufe der Geschichte Vorstellungen von Sicherheit? Wie gelangten sie in den politischen Prozess und wie beeinflussen sie aktuelle gesellschaftliche Diskussionen? Seit 2014 untersuchen Forscherinnen und Forscher der Philipps-Universität Marburg und der Justus-Liebig-Universität Gießen sowie des Herder-Instituts für historische Ostmitteleuropaforschung in Marburg zentrale Fragen der historischen Sicherheitsforschung. Der gemeinsame, interdisziplinäre Sonderforschungsbereich/Transregio „Dynamiken der Sicherheit. Formen der Versicherheitlichung in historischer Perspektive“ kann seine erfolgreiche Arbeit nun um weitere vier Jahre fortführen: Die Deutsche Forschungsgemeinschaft wird den Sonderforschungsbereich/Transregio 138 bis Ende 2025 mit weiteren rund 12 Millionen Euro fördern.

Terroranschläge, Cyber-Attacken, Umweltkatastrophen oder die nicht enden wollende Coronavirus-Pandemie – Bedrohungen wie diese schüren große Unsicherheit. „Es ist nicht verwunderlich, dass Sicherheit als Zielvorstellung weiterhin absolute Priorität in der politischen Diskussion hat“, sagt Prof. Dr. Thorsten Bonacker von der Philipps-Universität, der in der dritten Förderphase die Sprecherrolle übernehmen wird. „Vor diesem Hintergrund hat sich die internationale Sicherheitsforschung rasant entwickelt. Wir sind stolz, dass wir in den vergangenen Jahren wichtige Beiträge zur Forschung über den Wandel von Sicherheit, über Wahrnehmungen und Vorstellungen von Sicherheit und deren politischen Implikationen leisten konnten“, sagt Bonacker.

Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler untersuchen, wie sich Bedeutungen und Praktiken der Sicherheit in historischen und aktuellen politischen Konstellationen ausgebildet haben und welche gesellschaftlichen Wirkungen sie dabei entfalteten. „Unsere Studien richten sich dabei ganz bewusst nicht nur auf einen einzigen Zeitabschnitt, etwa die im Rahmen der Sicherheitsforschung bislang im Vordergrund stehende jüngste Zeitgeschichte, sondern nehmen eine chronologisch übergreifende, transepochale Perspektive ein“, sagt Bonacker. Gleichzeitig verbinde der Sonderforschungsbereich geschichts-, sozial- und rechtswissenschaftliche Forschungsperspektiven und führe somit Forschungsstränge zusammen, die bislang weitgehend nebeneinander existieren. „Damit hat die Forschung des SFB/TRR das Feld der Historischen Sicherheitsforschung maßgeblich weiterentwickelt“, sagt Bonacker.

In der dritten Förderphase werden die Marburger und Gießener Forschungsteams ihre Erkenntnisse in 15 Teilprojekten weiter präzisieren. In ihrer bisherigen Forschungsarbeit haben die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler unter anderem ein stärker situationsbezogenes Verständnis von Sicherheit etabliert. „Wie ich ein Problem als Sicherheitsproblem identifiziere und wie ich es löse, ist in hohem Maße von der jeweiligen Situation, den kollektiv geteilten Deutungsmustern sowie verschiedenen Handlungsrepertoires abhängig. Anhand verschiedener Situationen des Umbruchs und der Routinen werden wir in der dritten Förderphase noch stärker die Mechanismen herausarbeiten, die über historisch-soziale Situationen hinaus kollektive Geltung haben“, sagt Bonacker.

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