Zukunftszentrum „Mikrokosmos Erde“ in Marburg eröffnet

16.09.2022 (pm/red) Das Max-Planck-Institut für terrestrische Mikrobiologie und die Philipps-Universität eröffneten am Freitag, 16. September 2022, das neu geschaffene „Zukunftszentrum Mikrokosmos Erde“ auf dem Campus Lahnberge in Marburg. Zahlreiche Ehrengäste, darunter die hessische Ministerin für …

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Pilotprojekt Marburg: Carsharing erreicht nun auch die ländlichen Gegenden

17.02.2022 (pm) In den Großstädten Deutschlands ist es längst verbreitet, auch in mittelgroßen Städten erreicht es immer mehr an Bekanntheit: das Konzept von Carsharing bedeutet die organisierte Nutzung von Autos gegen die Zahlung einer Gebühr, wobei das Fahrzeug von mehreren Personen nach Bedarf ausgeliehen wird.
Das Konzept stellt eine Erleichterung für viele Leute dar, die zwar kein eigenes Auto besitzen, aber dennoch so mobil wie möglich sein möchten. Der Haken an der Sache ist allerdings, dass in vielen ländlichen Regionen Deutschlands, in denen die Mobilität durch mangelnde Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr eingeschränkt ist, auch das Carsharing-Konzept noch wenig verbreitet ist. Nur in 4, 6 Prozent der Gemeinden unter 20.000 Einwohnern gibt es Anbieter für die gemeinsame Nutzung von Autos, zeigen die Zahlen des Bundesverbands Carsharing.

Aufgrund fehlender regelmäßiger Anbindung zum öffentlichen Nahverkehr hat Carsharing aber besonders in ländlichen Gegenden das Potential, einen hohen Mehrwert für die BewohnerInnen zu bieten. 

Marburg als Vorreiter

Die Stadt Marburg zeigt sich von ihrer aktiven Seite und zeigt, wie das Konzept des Carsharing auch in den weniger dicht besiedelten Gegenden außerhalb der Stadt funktioniert. In den vier Außenstadtteilen Elnhausen, Dagobertshausen, Moischt und Ginseldorf will die Stadt Marburg nun dafür sorgen, dass die Bewohner der ländlichen Gegenden einen besseren Zugang zur Infrastruktur haben.

Die Stadt Marburg unterstützt das Projekt finanziell. Bei der Organisation des Carsharing – Projekts in den ländlichen Gegenden zeigt sich, wie wichtig die ehrenamtliche Beteiligung der Bürger und Bürgerinnen ist, damit das Projekt wie geplant umgesetzt werden kann.

So möchte der Dorfladen in Moischt die Organisation der gemeinschaftlich genutzten Fahrzeuge in die Hand nehmen. Geplant ist in diesem Außenstadtteil die Anschaffung von zwei Elektroautos. Die wichtigste Voraussetzung für das Carsharing ist ein funktionsfähiges Smartphone. Ähnlich wie bei anderen Apps muss man zudem sein Handy an einen der verschiedenen Zahlungssysteme anschließen. Gerade Apple Pay hat hier eine Vorreiterrolle, denn der iPhone-Zahlungsdienst hebt sich mit einem hohen Maß an Kundenfreundlichkeit von der Masse ab. Das amerikanische Unternehmen genießt so viel Vertrauen seiner Kunden, dass es inzwischen sogar im Netz Apple Pay Casinos gibt, in denen mit dem Zahlungsdienst bequem eingezahlt werden kann.

Peer-to-Peer-Carsharing bedeutet, dass private Zweitfahrzeuge über ein Onlinesystem gebucht und genutzt werden können. Dieses System setzt sich in Elnhausen und Dagobertshausen durch, wobei die Stadt Marburg die Mehrkosten für die Versicherung sowie das Buchungssystem übernimmt.

Vorteile für Umwelt und Carsharing – NutzerInnen

Während Carsharing in den Städten mehr und mehr Anlauf findet, sind Personen ohne eigenes Fahrzeug in den meisten ländlichen Gebieten noch auf öffentliche Verkehrsmittel, Mitfahrgelegenheiten oder das Fahrrad angewiesen. Dabei bietet Carsharing nicht nur Menschen in der Stadt, sondern auch Bewohner der ländlichen Gegenden viele Vorteile.

So teilen sich je nach Größe des Anbieters bis zu 20 Personen ein Auto. Durch den geplanten Einsatz des Fahrzeuges leihen sich Carsharing-Nutzer häufig besonders für lange beziehungsweise notwendige Strecken das Auto aus. Der bewusste Einsatz des Fahrzeuges führt dazu, dass die Luft- und Klimabelastung durch Benzin oder Diesel weniger wird.

Für den einzelnen Fahrer bedeutet Carsharing auch, dass der Aufwand um Wartung und Reparatur wegfallen. Und in den meisten Fällen ist auch der Versicherungsschutz mit im Mietpreis des Fahrzeugs enthalten. Auch die Sorge um die Organisation eines Stellplatzes für das Fahrzeug fällt weg.

Unterschiede von Carsharing in ländlichen Gegenden

Aus ländlichen Gegenden, in denen das Carsharing – Konzept bereits umgesetzt wurde, zeigt sich, dass viele Nutzer anstatt komplett auf ein eigenes Fahrzeug zu verzichten, Carsharing anstelle eines Zweitfahrzeuges nutzen.

Während in der Stadt die Konkurrenz zwischen den unterschiedlichen Anbietern groß ist, häufig neuwertige Autos und komplexe Konzepte hinzukommen, geht es auf dem Land hauptsächlich darum, Carsharing mit Beständigkeit zu etablieren. Und dazu ist die aktive und zuverlässige Hilfe von Personen vonnöten, die sich dazu bereit erklären, sich über einen längeren Zeitraum für Carsharing zu engagieren.

Aber auch die einzelnen Bürger müssen zum Umdenken motiviert werden. Viele Menschen, die auf dem Land leben, sind es nicht gewohnt, die Benutzung eines Fahrzeuges im Voraus zu planen. Durch das Bewusstwerden der Vorteile und einen beständigen Kern an Personen, die sich langfristig für die gemeinschaftliche Nutzung der Fahrzeuge einsetzen, kann es aber durchaus gelingen, Carsharing mehr und mehr auf dem Land zu verbreiten.

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