
27.02.2026 (pm/red) In einem gemeinsamen Brandbrief fordern die Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin e.V. , die Deutsche Schmerzgesellschaft von den Abgeordneten im Gesundheitsausschuss die sofortige Aufnahme einer eigenständigen Leistungsgruppe „Spezielle Schmerzmedizin“ in die Krankenhausreform.
Ohne diese Maßnahme drohen bis zu 40% der stationären multimodale Schmerztherapie-Angebote zu schließen – mit katastrophalen Folgen für 4,8 Millionen Menschen mit schweren chronischen Schmerzen.
Die aktuelle Systematik der Leistungsgruppen zwingt schmerzmedizinische Einrichtungen dazu, die Kriterien fachfremder Leistungsgruppen wie Innerer Medizin oder Chirurgie zu erfüllen, was weder medizinisch sinnvoll noch wirtschaftlich machbar ist. Es drohen Schließungen bestehenden stationärer Schmerztherapieangebote – erste Abteilungen verschwinden bereits, wird mitgeteilt.
In dem Brandbrief wird der Gesundheitsausschuss aufgefordert, sich im parlamentarischen Verfahren dafür einzusetzen, die Leistungsgruppe „Spezielle Schmerzmedizin“ in die Krankenhausreform aufzunehmen. Dies wäre ein wichtiges Signal an Millionen Betroffene und die behandelnden Teams. Die Einführung einer eigenen Leistungsgruppe mit bereits vorhandenen Qualitätskriterien könne sofort bundesweit umgesetzt werden. Das würde Ländern und Kliniken Planungssicherheit schaffen, Folgekosten reduzieren und die Versorgung chronischer Schmerzpatienten langfristig sichern.
„Gemeinsam mit unseren Partnern in der Schmerzmedizin setzen wir uns weiterhin für eine bestmögliche Versorgung unserer Patienten ein. Dafür werden wir bundesweit Stellung beziehen und den Dialog mit der Bundespolitik suchen – auch auf den bevorstehenden Schmerz- und Palliativtagen 2026. Leider ist bislang noch kein Vertreter der Bundesregierung unserer Einladung gefolgt, um in den Austausch zu treten und an guten Lösungen zu arbeiten.“
Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin e.V.
Die DGS ist mit 4.035 Mitgliedern, 15 Landes- und 121 Regionalzentren die führende Fachgesellschaft zur Versorgung von Menschen mit chronischen Schmerzen. Ihr Ziel ist die Verbesserung der Lebensqualität von Schmerzpatienten – durch eine bessere Diagnostik und eine am Lebensalltag des Patienten orientierte Therapie.
Mit praxisnahen Fortbildungen, Curricula, innovativen Versorgungsmodellen sowie Kongressen wie den Schmerz- und Palliativtagen vom 19.-21. März 2026 in Frankfurt/Main fördert die DGS den interdisziplinären Austausch und die Weiterentwicklung der Schmerz- und Palliativmedizin. Über 2.000 Fachleute diskutieren dort in mehr als 90 Sessions zu Prävention, Therapie chronischer Schmerzen, Cannabinoide & Opioide, Palliativversorgung, KI-Anwendungen und Gesundheitspolitik.
