
06.03.2026 (pm/red) Die neu zu wählende Stadtverordnetenversammlung sollte einen Akteneinsichtsausschuss zum Kauf des „Forum“ als Verwaltungsgebäude für die Stadt Marburg einrichten, fordert der Stadtverordnete Dietmar Göttling. Der Kauf war von OB Dr. Thomas Spies vorangetrieben und von Baudezernent Dr. Michael Kopatz realisiert worden. Der Erwerb des Forums als Verwaltungsgebäude im Jahr 2024 werfe weiterhin viele Fragen auf, meint Göttling.
Dietmar Göttling: „Michael Kopatz hat in der letzten Stadtverordnetenversammlung noch
einmal sich selbst lobend betont, den Kaufpreis von geforderten 46 Millionen Euro auf 36
Millionen Euro „herunter verhandelt“ zu haben. Verschwiegen hat Kopatz aber, dass der
Verkäufer das Gebäude wenige Jahre zuvor für weniger als 15 Millionen erworben hatte.
Die Stadt habe also mehr als 20 Millionen zu viel gezahlt! Darauf habe Stephan Löhr
hingewiesen, ehemaliger Mitarbeiter der im Forum ansässigen Finet AG. Kopatz und
Spies wussten demnach, dass das Gebäude kurz vorher erheblich billiger verlauft worden war, da der entsprechende Kaufvertrag der Stadtplanung vorliegt, führt Göttling zum Procedere an.
Göttling weiter: „Baustadtrat Dr. Kopatz hätte demnach wissen müssen, dass die vom ehemaligen, inzwischen insolventen Verkäufer geforderte Summe von 46 Millionen Euro eine völlige Luftnummer war. Nach Recherchen von Herrn Löhr hatte der Vorbesitzer das Gebäude Ende 2018 für weniger als 15 Millionen Euro gekauft, nachdem die ehemaligen Eigentümer lange nach einem Käufer gesucht hatten.“
Hätte Stadtrat Kopatz den Stadtverordneten diese ihm offenbar damals bekannten Umstände wahrheitsgemäß erläutert, wäre es wohl nie zu diesem Kauf gekommen. Stattdessen hat Kopatz aber suggeriert, dass er eine akzeptable Kaufpreisforderung „herunterverhandelt“ habe. Dies alles sollte so nicht ungeprüft stehenbleiben.
Die Stadt Marburg könne es sich bei der finanziellen Schieflage nicht leisten Geld zu verschenken, insbesondere in einer millionenschweren Größenordnung.
Das neue Stadtparlament sollte anhand der Akten nachvollziehen und klären, wie es zu
dieser aberwitzig hohen Kaufpreissumme von 36 Millionen Euro gekommen sei, um im
Anschluss Regelungen zu definieren, wie so was in Zukunft verhindert werden kann, so die Forderung von Göttling.
