Zwischenfazit nach 100 Tagen „Hinterland-Klinik“

08.04.2026 (pm/red) Der Landkreis Marburg-Biedenkopf ist seit 1. Januar 2026 und damit seit fast 100 Tagen der neue Träger des Krankenhauses in Biedenkopf. Positive Entwicklungen gebe es unter anderem bei den Mitarbeitenden und Investitionen seien bereits angestoßen worden, wird berichtet.

Mit einem einstimmigen Beschluss des Kreistages im September 2025 hatte der Landkreis das insolvente ehemalige DRK-Krankenhaus Biedenkopf übernommen und führt den Betrieb unter dem Namen „Hinterland-Klinik“ fort. Geschäftsführer der dafür gegründeten Betriebsgesellschaft ist Konstantin von Heydwolff. Ein Ziel der Übernahme sei gewesen, die Klinik auf lange Sicht wo nötig weiterzuentwickeln und für die Zukunft zu erhalten.

Eine positive Entwcklung konstatiert Geschäftsführer von Heydwolff. „Die Zahl der Mitarbeitenden entwickelt sich positiv. So konnten wir in den ersten Monaten einige Neueinstellungen vornehmen, die Bewerbungssituation sei gut – auch in Bezug auf aktuell noch laufende Bewerbungsgespräche. So wird es auch möglich sein, in den nächsten Monaten die Leiharbeitskräfte allmählich zu reduzieren“, erklärt er.

In der Klinik sind aktuell rund 220 Menschen beschäftigt. Die Stimmung bei den Mitarbeitenden sei gut, das decke sich auch mit der Einschätzung des Betriebsrates. „Die Motivation ist hoch und alle wollen nun wieder nach vorne schauen und die Klinik voranbringen. Wieder Ruhe zu haben und eine klare Perspektive tragen zu der positiven Stimmung mit bei“, macht der Geschäftsführer deutlich. Rückmeldungen aus der Bevölkerung würden ebenfalls zeigen, dass die Erleichterung über die Fortführung des Krankenhauses groß sei.

Neue Betten sollen Komfort für Patienten deutlich steigern

Die ersten Investitionen seien inzwischen angestoßen worden, berichtet von Heydwolff. So sollen alle Betten auf den Stationen durch vollständig elektrische Betten ausgetauscht werden. Dies biete zum einen große Vorteile für die Patienten. Aber auch das Pflegepersonal profitiere erheblich von der Umstellung, da körperlich schwere Arbeit beim Umlagern und Aufrichten von Patientinnen und Patienten bei solchen Betten wesentlich leichter ist. In einem ersten Schritt sollen 20 Betten angeschafft werden.

Zudem möchte der Geschäftsführer intern Abläufe vereinfachen und neu strukturieren, um die vorhandenen Ressourcen besser zu nutzen. So beispielsweise auch im IT-Bereich, indem noch stärker auf Digitalisierung als bisher gesetzt werde. Aber nicht nur die Betten, auch die medizinische Ausstattung soll erweitert und moderner werden, beispielsweise in der zentralen Notaufnahme und Intensivstation: Dafür sollen zwei neue, mobile EKG-Monitore/ Defibrillatoren beschafft werden, die mit denen in den Rettungswagen kompatibel sind. 

Die Zahl der behandelten Fälle lag von 1. Januar bis Ende März bei rund 950 Fällen, ein Plus von rund drei Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Im Durchschnitt waren 46 Betten belegt, in der Spitze knapp 60 Betten. Tragende Säule sei wie nach wie vor die Innere Medizin, häufigste Diagnose für die stationäre Aufnahme seien Bluthochdruck und Herzinsuffizienz sowie Atemwegserkrankungen gewesen, so der Geschäftsführer. Hinzu kämen außerdem Harnwegsinfekte.