IHK-Studie: Sport als Wirtschaftsfaktor mit Entwicklungspotential in Nordhessen

Derek Dinger (Geschäftsführer Kassel Huskies), Dr. Arnd Klein-Zirbes (Hauptgeschäftsführer IHK Kassel-Marburg), Uni.-Prof. Dr. Kuno Hottenrott, Felicitas Jordan (Leitung Marketing & digitale Entwicklung Jordan), Natascha Gaebelein (Leitung Standortmarketing Regionalmanagement Nordhessen und Moderatorin des Abends), Mark Weinmeister (Regierungspräsident Kassel), Kai-Georg Bachmann (Geschäftsführer Regionalmanagement Nordhessen) und Dr.- Hans-Friedrich Breithaupt (Vizepräsident IHK Kassel-Marburg). Foto Sascha Mannel
29.01.2026 (pm/red) Sport mehr als nur gesellschaftlichen Faktor begreifen und der Region damit wirtschaftliche Potenziale erschließen, schlägt die die Industrie- und Handelskammer (IHK) Kassel-Marburg vor und präsentiert eine Studie. „Wirtschaftsfaktor Sport in Nordhessen“ untersucht systematisch die wirtschaftliche Bedeutung des Sports für die Region. Auftraggeber war die IHK, umgesetzt vom Regionalmanagement Nordhessen.
Die Region muss die sportliche Herausforderung im doppelten Sinne des Wortes annehmen, den Wirtschaftsfaktor Sport systematischer zu nutzen und auszubauen, um für die hiesige Wirtschaft neue Potenziale zu heben“, sagt Dr. Hans-Friedrich Breithaupt, Vizepräsident der IHK Kassel-Marburg. Dabei bestehe Entwicklungsbedarf: „Gemessen an der Größe und Bedeutung Nordhessens schöpfen wir die Chancen des Wirtschaftsfaktors Sport im hessischen Vergleich bislang unzureichend aus.“Der Hauptgeschäftsführer der IHK Kassel-Marburg, Dr. Arnd Klein-Zirbes, unterstreicht: Wer die Wertschöpfung in Sachen Sport erhöhen wolle, müsse ihn stärker als Teil der Standortpolitik verstehen und gezielt in Infrastruktur, Veranstaltungen und Vermarktung investieren.
„Sport ist ein Standortfaktor, der messbare Impulse für Tourismus, Dienstleister und die regionale Wirtschaft setzen und dazu beitragen kann, Fachkräfte zu gewinnen und zu binden. Hier gilt es, klare Strategien zu entwickeln und den Sport- und Aktivtourismus zum Beispiel explizit im tourismuspolitischen Handlungsrahmen Hessen zu verankern. Dies geht auch aus den Handlungsempfehlungen der Studie hervor“, so Dr. Klein-Zirbes.
Gleichzeitig sei festzuhalten, so der IHK-Hauptgeschäftsführer, „dass die Studie noch kein vollständiges Bild des Wirtschaftsfaktors Sport im gesamten IHK-Bezirk zeigt, da die Region Marburg noch nicht abgebildet ist. Aus unserer Sicht ist es wichtig, diese Perspektive zeitnah zu ergänzen, um ein vollständiges Bild des Wirtschaftsfaktors Sport im gesamten IHK-Bezirk zu erhalten. Entsprechende Ergänzungen sollen in einem nächsten Schritt erfolgen“.
Die Studie zeigt deutliche regionale Unterschiede bei den Umsätzen: Hessenweit liegt der steuerbare Umsatz durch Sport bei rund 3,0 Milliarden Euro, auf Nordhessen entfallen lediglich 87 Millionen Euro. Das entspricht lediglich 2,7 Prozent des Gesamtumsatzes, obwohl die Region knapp 17 Prozent der Bevölkerung stellt. Auch im Vergleich innerhalb Hessens zeigt sich die Diskrepanz: Für den Regierungsbezirk Kassel beträgt der steuerbare Sportumsatz rund 110 Millionen Euro, für Darmstadt dagegen rund 2,8 Milliarden Euro.
Wertschöpfung entsteht durch Gäste von außen
Am Beispiel des Weltcup-Skispringens in Willingen zeigt die Studie die Wirkung: In den vergangenen drei Jahren kamen jeweils 43.100 bis 46.400 Zuschauer. Der Ticketumsatz lag 2024 und 2025 bei rund 1,13 Millionen Euro. Am Weltcup-Wochenende wurden 27.998 Übernachtungen registriert, davon rund 90 Prozent dem Skispringen zuzuordnen. Auch kleinere Formate erzeugen Wirtschaftskraft: Die Deutsche Zollmeisterschaft in Baunatal brachte eine Bruttowertschöpfung von rund 520.000 Euro – vor allem durch Teilnehmer von außerhalb.


