GRÜNE kritisieren Kürzungen an Integrierten Gesamtschulen
13.02.2026 (pm/red) Die geplanten Kürzungen der Landesregierung bei der Lehrerzuweisung an Integrierten Gesamtschulen stoßen auf scharfe Kritik bei den GRÜNEN Marburg-Biedenkopf. Kreisvorsitzender Andreas May wirft CDU und SPD vor, mit ihrer Entscheidung die Inklusion strukturell zu schwächen und Bildungsgerechtigkeit zu gefährden.
Ab dem Schuljahr 2026/27 solle der Zuschlag für zusätzliche Lehrkräfte gestrichen werden, der bisher in Jahrgängen gezahlt wurde, in denen Schüler mit sehr unterschiedlichen Leistungsniveaus gemeinsam unterrichtet werden, teilen die GRÜNEN mit. Was das Kultusministerium als „notwendige Anpassung“ bezeichnet werde, bedeute in der Praxis den Wegfall vieler Lehrerwochenstunden.
Integrierte Gesamtschulen stehen für gemeinsames Lernen statt früher Selektion. Sie arbeiten bewusst mit binnendifferenzierenden Konzepten, um Kinder mit unterschiedlichen Voraussetzungen gemeinsam zu unterrichten und individuell zu begleiten. Genau dieses Modell werde durch die Kürzungen massiv unter Druck gesetzt.
Schwarz-Rot sägt an der inklusiven Bildung
„Wer Inklusion politisch fordert, darf sie nicht kaputtsparen“, erklärt Andreas May. „Mit diesen Kürzungen fällt das, was über Jahre hinweg aufgebaut wurde, der Kürzungspolitik zum Opfer. Besonders betroffen sind die Kinder, die auf Unterstützung angewiesen sind.“
Die SPD habe sich lange für Gesamtschulen als Modell gemeinsamen Lernens und gegen frühe Selektion positioniert; nun setze sie diese Werte stillschweigend aufs Spiel.
Für Marburg-Biedenkopf würden die Folgen an allen drei Integrierten Gesamtschulen: Wollenbergschule in Wetter, Martin-von-Tours-Schule in Neustadt und Richtsberg-Gesamtschule in Marburg spürbar werden. So sei zu erwarten, dass an der Richtsberg-Gesamtschule nach derzeitiger Planung voraussichtlich rund 1,5 Lehrerstellen wegfallen, so eine Einschätzung dazu.


