Tarifeinigung mit Lohnplus für Universitätsklinikum Gießen Marburg

25.03.2026 (pm/red) Mit einem deutlichen Lohnplus ist ein vorläufiges Ergebnis in der aktuellen Tarifauseinandersetzung am Uniklinikum Gießen und Marburg gefunden worden. „Dank der Streiks hat sich der Arbeitgeber nochmals bewegt“, begründet Fabian Dzewas-Rehm, ver.di-Gewerkschaftssekretär den Streik. „Das Tarifergebnis stellt einen vertretbaren Kompromiss da. Wir sind aber gewillt, die Arbeit im Krankenhaus weiterhin aufzuwerten und langfristig für die Bezahlung zu sorgen, die dieser gesellschaftlich wichtigen Arbeit angemessen ist.“

Parallel zu den Tarifverhandlungen am Dienstag hatten sich ca. 100 Delegierte aus verschiedenen Arbeitsbereichen versammelt, über den Stand der Lohnverhandlungen diskutiert und schließlich dem Verhandlungsergebnis zugestimmt.

„Wir haben uns nicht an allen Punkten durchgesetzt. Insbesondere der späte Start der Lohnerhöhungen ab Mai 2026 ist ein Problem, das auch von der vereinbarten Einmalzahlung von 200 Euro nicht ausgeglichen wird. Erstmals konnte allerdings eine höhere Lohnerhöhung als im Öffentlichen Dienst erreicht werden. Dies ist ein großer Schritt in die richtige Richtung.“

Die Tarifverhandlungen betreffen die ca. 8.000 nicht-ärztlichen Beschäftigten. Erreicht wurde zwei tabellenwirksame Erhöhungen zum 1. Mai 2026 von 4%, mindestens aber 110 Euro und weiteren 2,5%, mindestens aber 100 Euro zum 1. Mai 2027. Im ersten Schritt zu Mai 2026 wird die Vergütungsgruppe 2 um 125 Euro angehoben.

Zusätzlich steigen die berufsspezifischen Zulagen erstmals entsprechend der Lohnerhöhungen. Die Vergütungen für Auszubildende, Dual Studierende und Psychotherapeuten in Ausbildung steigen zu Mai 2026 und Mai 2027 jeweils um 100 Euro. „Besonders wichtig ist uns eine soziale Komponente für die unteren Lohngruppen“, so Dzewas-Rehm.

„Mit den zwei Mindestbeträgen von insgesamt bis zu 235 Euro und einer Erhöhung der Sonderzuwendung für die UKGM Service GmbH bekommt ein Kollege im Hol- und Bringdienst über 10% mehr Lohn.“ Besondere Belastungen durch Schicht- und Wechselschichtdienst werden zukünftig ebenfalls besser ausgeglichen. Die Wechselschichtzulage steigt um 95 Euro auf 250 Euro und zum 1.1.2027 wird eine Schichtzulage von 100 Euro für die Arbeit im Zwei-Schicht-System eingeführt. Teil der Tarifeinigung sei zudem eine deutliche finanzielle Aufwertung des Berufs der Hebammen, wird informiert.