
07.06.2026 (pm/red) Für ihre Jahresausstellung 2026 im Marburger Rathaus hat sich die BLAUE LINSE, das Thema „Petitessen“ gewählt. Eine Petitesse bezeichnet etwas Unbedeutendes, eine Kleinigkeit, Nebensächlichkeit, Randerscheinung. Genau
auf diese selbstverständlich alltäglichen Dinge, Orte und auch Menschen richtet sich der Fokus der Beteiligten. Diese rücken in den Vordergrund und gewinnen durch die Fotografie an Bedeutung und Sichtbarkeit.
Die Ausstellung wird am Do. 16. April 2026 um 18 Uhr im Marburger Rathaus durch Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies eröffnet. In das Thema einführen wird Nadine Grünewald vom Marburger Kunstverein.
- Ganz in weiß präsentiert Peter Beltz seine Bilderreihe zum Thema „Bücher“, bei denen es kleine Kleinigkeiten wie ein rotes Leseband oder ein grüner Buchschnitt zu entdecken gilt.
- Zwischen „Neglect und Obsession“: Der Kaugummiautomat stellt für Armin Bender ein Modellobjekt dar zur selektiven Wahrnehmung zwischen Erwachsenen und Kindern.
- Auf den Bildern von Erhart Dettmering macht Rost die Vergänglichkeit sichtbar und was vergänglich ist, wird schnell zu einer Petitesse, die achtlos weggeworfen, aber gerade deshalb oft zu einem reizvollen Motiv wird.
- Auf drei laufenden Metern zeigt Andrea Freisberg ihre Petitessen, die sie hie und da im Vorbeigehen mit dem Handy eingefangen hat.
- Bei ihren Streifzügen im urbanen Raum lenkt Heike Heuser den Blick auf ungewöhnliche Zusammentreffen von zufällig abgestellten oder skurrilen Dingen, und erhöht sie damit zu künstlerischen „Alltagsskulpturen“.
- Für Thomas Kämpchen lassen sich auf der festlich gedeckten Tafel einige Details entdecken, die erst bei näherem Hinsehen in das Bewusstsein treten.
- Reinhard Keller beschäftigt sich in seiner Serie „ephemeral forms“ mit der schnell vergehenden Schönheit von Plastiktüten, einem wenig geachteten Alltagsgegenstand.
- Michael Knoll zeigt Bilder von Paaren und Personen deren Lebensrealität nicht unbedingt derjenigen der Bevölkerungsmehrheit entspricht. Darunter z.B. ein Paar mit doppelter Herkunft, eine Regenbogenfamilie und Menschen die zu ihrer Herkunft und ihrem Glauben selbstbewusst und offen stehen. Eigentlich eine Petitesse?
- Gudrun Niessner-Wild zeigt Ein- und Aussteige der Gondeln in Venedig.
- Susanne Saker zeigt in ihrer Serie „Kitsch, Kult und Kommerz“, eine im Spannungsfeld zwischen Erinnerung und Vermarktung entstandene Souvenirkultur, die das Erinnern selbst zum Konsumobjekt macht und weniger durch ästhetische Qualität als durch emotionale und kollektive Zuschreibung definiert wird.
- Chris Schmetz wirft in seiner Serie „abgeschminkt“ einen Blick in den heimischen Badezimmerschrank und inszeniert das Eigenleben von Zahnpasta, Deos, Cremes und Co.
- In Anlehnung an die zahlreichen TV-Sendungen, die Schönheit und Gefährdung unseres Planeten als ‘Welt von oben’ zeigen, wendet Edgar Zieser in seiner streng komponierten Serie ’Die Spüle von oben’ den Blick auf eine sehr eigene Ästhetik des Marginalen.
Die Ausstellung ist vom 16. April – 14. Juni 2026 geöffnet.
Mo bis Do 9.00 – 16.00 Uhr
Fr 9.00 – 12.30 Uhr, Sa. u. So. von 14.00-18.00 Uhr
