In Ruhla Gedenken an die Opfer der Morde von Mechterstädt in 1920

Gedachten gemeinsam der Opfer von Mechterstädt (v.l.): Britta-Suzann Enge (Vorsitzende des Stadtrats Ruhla), Harald Meier-Metz (Geschichtswerkstatt), Henning Köster-Sollwedel (Stadtrat, Marburg), Bettina Heiland (Geschichtswerkstatt), Ann-Katrin May (Stadtverordnete, Eisenach), Karin May (ehem. Fraktionsvorsitzende, Stadtrat Eisenach), Günther Neuhäuser, Rosel Neuhäuser (ehem. MdL), Michael Heiny (Geschichtswerkstatt), Prof. Hans-Jörg Lessig (Stadtverordneter, Ruhla), Robby Gensel (Stadtverordneter, Ruhla), Jens Schiefelbein (Ortsteil-Bürgermeister Thal), Stefan Hartung (Bürgermeister der Stadt Ruhla). Nicht auf dem Foto: Karin Richardt (ehem. Stadtverordnete). Foto Helmut Hebert 

07.04.2026 (pm/red) Seit vielen Jahren schon gehört das Gedenken an die begangenen Morde von Mechterstädt zur Aufarbeitungskultur in Marburg. Studenten und Mitglieder eines militärischen Freikorps der Universität Marburg erschossen am 25. März 1920 in der Nähe von Mechterstädt 15 gefangengenommene Arbeiter aus der Gemeinde Thal. Für die Getöteten gibt es auf dem Friedhof in Thal eine Gedenkstätte. Dort findet jedes Jahr auf Einladung des dortigen Bürgermeisters eine Gedenkveranstaltung für die ermordeten Arbeiter statt.

Auch in diesem Jahr hat Stadtrat Henning Köster-Sollwedel den Magistrat der Stadt Marburg vertreten und legte einen Kranz nieder. Begleitet wurde er von Bettina Heiland, Michael Heiny und Harald Maier-Metz von der Marburger Geschichtswerkstatt. Die Geschichtswerkstatt hat Pionierarbeit in der Erforschung des Massakers geleistet.

Köster-Sollwedel legte auch für die Phillips-Universität einen Kranz nieder. Ebenfalls legten die Geschichtswerkstatt, die Stadt Ruhla, die Linke Wartburgkreis und die SPD Erbstromtal einen Kranz nieder. Stefan Hartung, Bürgermeister der Stadt Ruhla, Stadtrat Henning Köster-Sollwedel, Michael Heiny von der Geschichtswerkstatt und Stadtverordneter Professor Hans-Jörg Lessig betonten gemeinsam, dass es wichtiger denn je sei, sich an die verbrecherischen Taten und Traditionen rechtsnationalistischen Gedankenguts zu erinnern, da rechtes Gedankengut wieder erstarke.

„Auch im vergangenen Jahr hat die Stadt Marburg unterschiedliche Akteure gefördert, die die Erinnerungskultur in Marburg weiter gepflegt haben. Dazu gehören beispielsweise die gut besuchten Ausstellungen zur Verfolgung von Homosexuellen im Rathaus im Frühjahr, zu den NS-Euthanasie-Morden im katholischen Begegnungshaus KARE im Spätsommer, zum „Circus im Nationalsozialismus – Gleichschaltung, Verfolgung, Widerstand“ im Haus der Ketzerbachgesellschaft und die Gedenkstunde des Magistrats anlässlich des Jahrestags der Deportation und Ermordung der Sinti und Roma aus Marburg als Eckpfeiler des Erinnerns, so Henning Köster-Sollwedel.

Michael Heiny ergänzte: „Lasst uns also weiter an die Morde von Mechterstädt erinnern. Die Ermordeten dürfen nicht vergessen werden – und auch nicht die Täter und ihre Antriebe und Ziele. Unsere Gesellschaft braucht die Erinnerung.“