1.095 zufällig ausgewählte Deutsche: Mehrheit für erhöhte Verteidigungsfähigkeit – Breite Zustimmung auch für größere Bundeswehr

28.01.2026 (pm/red) Eine Mehrheit der deutschen Bevölkerung sei angesichts des russischen Krieges gegen die Ukraine für eine Stärkung der nationalen Verteidigungsfähigkeit inklusive höherer Verteidigungsausgaben. Das habe ermittelt eine gerade auf den Seiten des ifo Instituts veröffentlichte Onlineumfrage von Forschern der Universität Leipzig und der Technischen Universität München (TUM) unter 1.095 zufällig ausgewählten Deutschen. Die relative Mehrheit der Befragten befürwortete zudem die Wiedereinführung der Wehrpflicht, betonte Juniorprof. Dr. Sebastian Blesse von der Universität Leipzig.
Eine deutliche Mehrheit der Befragten sei besorgt über die Möglichkeit eines militärischen Konflikts mit Russland und fordere eine stärkere Wehrhaftigkeit Deutschlands für den Fall äußerer Bedrohungen, wird ausgeführt.
„Es finden sich Mehrheiten in der Bevölkerung für einen personellen Ausbau der Bundeswehr, ein entschiedeneres Vorgehen gegen hybride Angriffe und eine gemeinsame europäische Armee“, erklärt Philipp Lergetporer, TUM.
Abbau von Sozialausgaben zur Finanzierung zusätzlicher Verteidigungsausgaben
Zur Finanzierung zusätzlicher Verteidigungsausgaben würden die Befragten die Umschichtung bestehender Staatsausgaben hin zu Ausgaben für Verteidigung und innere Sicherheit und weg von Sozialausgaben präferieren, wird ausgeführt:
- Nahezu zwei Drittel der Befragten (62 Prozent) befürchten einen militärischen Konflikt zwischen Russland und einem NATO-Mitgliedstaat.
- Knapp die Hälfte (42 Prozent) hat große Sorgen, dass es zu einem solchen Konflikt zwischen Deutschland und Russland auf deutschem Gebiet kommen könnte.
Keine Mehrheit für Ausnahme der Schuldenbremse für Verteidigungsausgaben
Die beschlossene Ausnahme der Schuldenbremse für Verteidigungsausgaben finde dagegen keine Bevölkerungsmehrheit, wird mitgeteilt. Zudem werde eine vertiefte europäische Zusammenarbeit im Rahmen von Verteidigungs- und Sicherheitspolitik, Zivilschutz, Außenpolitik und Wirtschaftspolitik befürwortet.
„Insgesamt spiegeln die Ergebnisse einen klaren Reformwillen zur Erhöhung der Verteidigungsfähigkeit Deutschlands wider und lassen Rückschlüsse auf mehrheitsfähige Verteidigungspolitiken in der Bevölkerung zu“, sagt Finanzwissenschaftler Sebastian Blesse, Uni Leipzig.
Die Ergebnisse würden bereits bestehende Erkenntnisse bestätigten, wonach die deutsche Bevölkerung seit dem russischen Angriff auf die Ukraine eine deutlich gestiegene Bedrohungswahrnehmung und höhere Verteidigungsausgaben sowie eine Stärkung der Bundeswehr unterstützt.
Neu ist nach Einschätzung der Forscher, dass die Zustimmung nicht nur abstrakt, sondern auch für konkrete sicherheitspolitische Maßnahmen erfasst wurde und klaren Prioritäten und Finanzierungsbedingungen folge.
Zu der Umfrage:
Die Analyse basiert auf einer repräsentativen, quantitativen Online-Befragung der deutschen Bevölkerung, die zwischen Juli und September 2025 durchgeführt wurde. Die Stichprobe orientiert sich an amtlichen Bevölkerungsdaten, wird informiert.
Redaktioneller Hinweis
Die Ergebnisse dieser Umfrage des IFO-Institus werden Verteidigungsminister Pistorius wie gerufen kommen. NATO-Generalsekretär Rutte könnte sich die Hände reiben. Von ihm ist gerade die Zahl 10 Prozent (Anteil vom BIP) als Option für Verteidigungsausgaben in den europäischen Nato-Mitgliedsländern laut Medienberichten vorgeschlagen worden.


